Hersteller_SPL
Test
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08.10.2010

Praxis

Allgemein
Die meisten Studioaufbauten basieren heutzutage auf einer Host-basierten DAW und einem Audio-Interface - dessen Ein- und Ausgänge sind mehr oder weniger frei zuweisbar. Über was die meisten Audio-Interfaces jedoch nicht verfügen, ist eine regelbare Abhörsektion. Genau wie im Stereo-Betrieb empfiehlt sich auch bei Surround-Setups der Einsatz eines analogen Monitor-Controllers. Sollte man auf die Idee kommen, die Abhörmonitore direkt an die Ausgänge des Audio-Interfaces anzuschließen, so hat man direkt mit mehreren Problemen zu kämpfen. Die bei geringer Abhörlautstärke unvermeidbare Untersteuerung der D/A-Wandler führt zu einer negativen Beeinflussung des Klangbildes. Außerdem ist es gerade bei Surround-Produktionen wichtig, dass man einzelne Kanäle ein- und ausschalten kann. In der Praxis muss man beispielsweise schnell überprüfen können, ob der LFE-Kanal (Low Frequency Effect) vorhanden ist oder aber, ob der Sprecher wirklich komplett aus dem Center-Kanal kommt. Auch möchte man unter Umständen einen Surround-Zuspieler als Referenz abhören. Ohne entsprechenden Monitor-Controller müsste man dafür wichtige Eingänge des Audio-Interfaces „opfern“ - und davon stehen einem naturgemäß ja immer zu wenige zur Verfügung. Außerdem habe ich noch ein praktisches Beispiel, das zeigt, warum man im Tonstudio nicht ohne Monitor-Controller bei Surround-Produktionen arbeiten sollte. Noch bevor ich das Testgerät für diesen Bericht erhielt, wollte ich mich bereits ein wenig in das Thema  Surround-Vertonung einarbeiten. Meine Abhörmonitore schloss ich dazu direkt an die Ausgänge meines Motu 828 MK 2 USB Audio-Interface an. Die Abhörlautstärke regelte ich mit dem Master-Fader meiner Audio-Software, nämlich Logic 8. Das alles funktionierte erst einmal problemlos. Bis ich einen Surround-Sound aus der Logic-eigenen Sound-Bank vorhören wollte. Obwohl ich den Master herunter geregelt hatte, dröhnte dieser Sound plötzlich in voller Lautstärke aus allen Abhör-Monitoren meines Surround-Settings. Ich hatte schlichtweg vergessen, dass die Pre-Listening Funktion von Logic unabhängig von der Position des Masters arbeitet. So etwas kann einem auch passieren, wenn man sich z.B. in einer Pause arglos mal einen Videoclip aus dem Internet anschaut. Derartige Situation können nicht nur Equipment beschädigen, sondern gefährden schlichtweg das eigene Gehör. Alleine schon aus diesem Grund sollte man nicht vor dieser Investition zurückscheuen.

Um es auf den Punkt zu bringen, ist  ein schneller, manueller Zugriff auf die wichtigsten Parameter für eine professionelle Arbeit an Surround-Produktionen im Tonstudio unverzichtbar. Dazu gehören Dinge wie die Gesamt-Lautstärke, das Ein – und Ausschalten einzelner Kanäle und eine Überprüfung der Mono-Kompatibilität, etc.

Der SPL Controller im Einsatz
Der Monitor-Controller 2489 von SPL bietet einem alle wichtigen Grundfunktionen, die man zur professionellen Arbeit im Surround-Studio benötigt. Die dabei rein analoge Arbeitsweise und die reduzierte Funktions-Palette des Gerätes haben hier klare Vorteile für den Anwender. Dadurch ist SPL in der Lage, ein Produkt anzubieten, in dem Technik verbaut ist, wie sie ansonsten nur in teureren Geräten dieses Unternehmens zu finden ist. Da wären zum einen die von SPL entwickelten, hochwertigen Symmetrietreiber. Diese arbeiten mit lasergetrimmten Widerständen aus Keramiksulfat, welche sich durch extrem kleine Toleranzen auszeichnen. So ist die Gleichtaktunterdrückung sehr hoch. Außerdem sind alle Elemente der Symmetrietreiber durch einen Keramikträger thermisch gekoppelt. Praktischerweise ist das Netzteil im Gerät integriert. Um hier eine saubere und störungsfreie Stromversorgung des Gerätes zu gewährleisten, befindet sich im Netzteil dieses Gerätes ein hochwertiger Ringkerntransformator.

Die Pegel der einzelnen Signale werden beim 2489 direkt über ein Mehrfach-Potentiometer gesteuert. Das sorgt für eine genaue Synchronisation der geregelten Signale untereinander, die in gleicher Klangqualität mit einer anderen Technik (z.B. VCA) sicher nicht zu realisieren gewesen wäre.

Die Tasten des Controllers arbeiten bei ihren Schaltvorgängen völlig knackfrei. Dass es bei diesem Gerät keine Solo-Funktion zum Abhören einzelner Kanäle gibt, ist keine wirkliche Einschränkung. Denn man erreicht dies fast genauso schnell durch das Ausschalten der übrigen Kanäle. Der klar und einfach strukturierte Aufbau der Frontseite des Gerätes ermöglicht hier ein schnelles und intuitives Arbeiten. Da man es bei der Arbeit mit 5.1 Surround-Sound mit einem  komplexeren Klangbild als im Stereo-Betrieb zu tun hat, sind daher auch erweiterte Möglichkeiten zur Überprüfung der Einzelsignale gefragt. Aus dem Grund bietet dieser Controller neben der Möglichkeit, die Kanäle „L“ und „R“ auf ihre Mono-Kompatibilität zu prüfen, diese Funktion auch für die beiden Surround-Kanäle „LS“ und „RS“. Das ist sehr praktisch!

Grundsätzlich bietet einem dieser Controller trotz seiner „nur“ vier Eingänge zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Während man beispielsweise die analogen Ausgänge des Audio-Interfaces mit den symmetrischen Eingängen des Controllers verbindet, lässt sich der ebenfalls symmetrische Slave-Ausgang mit einer Surround Master Maschine verbinden. Die analogen Ausgänge dieses Players lassen sich dann wiederum mit dem unsymmetrischen, zweiten Surround-Eingang des Controllers verbinden. So ist ein Tape-Monitoring möglich, ohne dass man dafür wertvolle Eingänge des Audio-Interfaces verwenden müsste.

Ebenfalls denkbar ist es, das Modell 2489 als reinen Stereo-Controller einzusetzen. Die erweiterten Möglichkeiten bezüglich der Ein- und Ausgänge können mit etwas Einfallsreichtum äußerst sinnvoll genutzt werden.

Leider verfügt das Gerät über keine Cue-Wege und auch keine Talkback-Funktion. Da aber in den meisten Tonstudios ein entsprechender Stereo-Controller bereits vorhanden ist, kann das Stereo-Signal beispielsweise einfach über das SPL-Gerät zum Stereo-Controller durchgeschliffen werden.  

Positiv zu Erwähnen ist definitiv auch die doppelte Beschriftung der Anschlüsse auf der Rückseite. Diese ist neben der normalen Schrift auch noch einmal um 180 ° gedreht beschriftet. So hat man immer den Überblick, auch wenn man das Gerät mal „über Kopf“ verkabeln muss. Top!

Hier ernsthaft etwas über den Klang dieses Controllers zu schreiben, wäre fatal. Denn ein Monitor-Controller sollte über alles verfügen, nur nicht über einen eigenen „Klang“. Aber das trifft auf dieses SPL-Gerät glücklicherweise auch nicht zu. Hier wird das Signal, so wie es sein soll einfach nur störungsfrei „durchgereicht“. Dabei verstärkt der Controller das Signal in der maximalen Position des Volume-Reglers um ca. 2 dB.

Erwähnen sollte man außerdem, dass dieses Gerät sehr rauscharm arbeitet. Stellt man Beispielsweise den Volume-Regler im „Leerlauf“ auf das Maximum, so ist das so entstehende Rauschen trotz der zahlreichen Kanäle/Lautsprecher im Surround-Betrieb kaum wahrnehmbar. Kurzum, die Arbeit mit diesem Controller macht einfach Spaß!

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