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Test
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22.02.2017

Praxis

Simpler Anschluss

Die Verkabelung könnte kaum einfacher sein: Wandler an den Performer s800 angeschlossen und Boxen-Kabel zu den Speakern gezogen. Da ich die komplette Pro-Fi Serie zum Test erhalten habe, kam neben meinen RME UFX+ auch der SPL Director als DA-Wandler zum Einsatz. Als Umschalter verwendete ich meinen Maselec MTC-1, der einerseits zwischen Director und UFX+, und andererseits zwischen meiner Hauptabhöre und den Yamaha NS-10M im Verbund mit dem Performer s800 wechselte.

Gerade bei der NS10 wirken sich gute Endstufen sehr stark auf das Klanggeschehen aus. Bisher nutzte ich die ebenfalls sehr gute Yamaha P2201. Man kann in beiden Fällen also von einer effektiven Überdimensionierung sprechen.

Unauffälliger Klang

Eine Endstufe soll am Ende vor allem eines tun: verstärken! Und das tut der Performer s800 ohne klangliche Beeinflussung. Meine NS-10M klangen dabei so gut, wie sie es eben können. Die Mitten waren dabei sehr ausgeräumt, detailliert und „in your face“. Die Klangbühne schien gerade vor dem Gesicht zu stehen. Die Bässe kamen gewohnt kickig und ohne fulminanten Tiefpass – typisch NS-10. Trotzdem war die Dynamik sehr gut nachvollziehbar. Selbst bei hohem Pegel klangen sie ungestresst und ohne „Knödel“ im Mittenbereich. Sicherlich sind die Höhen der Yamahas immer etwas überbetont, allerdings waren sie trotzdem jederzeit klar. Hubraum zahlt sich eben aus!

Nach einigen Tagen Einspielzeit bin ich zu meinem Kollegen Torsten Pless gefahren, der eine gute Auswahl verschiedener Passiv-Boxen zum Vergleichen hat. Zuerst durften die von der BBC-Studiolegende LS3/5a inspirierten KEF LS50 ran, welche mit ihren Koax-Treibern zielgerichtet abliefern. Diese Kerneigenschaft stellte auch der Performer s800 eindrucksvoll unter Beweis: Stimmen und Instrumente waren zum Greifen nah, feine Details ebenfalls perfekt zu lokalisieren und auch die Bässe wurden knackig übertragen. 

Der SPL blieb auch hier angenehm im Hintergrund, lieferte aber dennoch genügend Leistung sobald er gefordert wurde. Da sich ein zusätzlicher Subwoofer nur mit aufwendiger Adapter-Fummelei über die Thru-Ausgänge in das System einbinden lässt, wechselten wir direkt auf die Standlautsprecher Nubert nuVero 10. Hier stellte der SPL sein komplettes Können zur Schau: Er spielte sehr schnell, sauber und mit jeder Menge Dampf in den tiefen Lagen. Wer also auch zuhause die Klangeigenschaften seines Studio-Systems nachbilden will, erhält mit dem Performer s800 eine waschechte Studio-Endstufe im schicken Hi-Fi-Mantel.

Auch auffällig: Bei Nutzung im normalen Pegelbereich erwärmt sich die Endstufe nur minimal, sodass Studio und Wohnzimmer nicht zum Brutreaktor werden. 

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