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Test
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22.02.2017

SPL Pro-Fi Performer s800 Test

High-End Stereo-Endstufe

SPL goes Hi-Fi : Der Profi Stereo Power Amplifier aus deutschem Hause!

Passive Lautsprecher sind noch lange nicht ausgestorben, auch nicht im Studio– und das trotz des massiven, bezahlbaren Aufgebots an aktiven Speakern. Im Gegenteil: Viele bevorzugen noch immer passive Frequenzweichen, die aufgrund ihrer Natürlichkeit im Phasengang die Artverwandtschaft zu „echten Instrumenten“ einfach nicht leugnen können. Natürlich zeichnen sich solche Details erst spürbar im höherem Qualitätssegment ab – die entsprechende Endstufe vorausgesetzt!

Und damit wären wir schon bei unserem heutigen Thema angelangt: Dem Zweikanal-Leistungsverstärker Performer s800 aus der neuen Professional Fidelity Serie von SPL, die den hochwertigen Hi-Fi-Markt entern soll! Gar nicht mal dumm, wenn man mit der Expertise aus dem Mastering- und Recording-Sektor werben kann. Und der Hi-Fi-Markt ist eben deutlich größer und gewinnbringender als unsere kleine Recording-Nische. 

Zu der Pro-Fi Serie gehören neben dem Performer s800 Amp außerdem die beiden Phonitor-Derivate Pro-Fi Phonitor X und Phonitor e (den Phonitor 2 und Phonitor mini hatten wir bereits im Test) sowie der Pre-Amp/DA-Wandler Director und der Phonovorverstärker Phonos. Alle Geräte sind in Schwarz, Rot und Silber erhältlich!

Details

120-Volt-Technik wird zu VOLTAiR

Der SPL Pro-Fi Performer s800 ist eine Stereo-Endstufe „made in Germany“. Auch hier kommt SPLs 120-Volt-Technik aus dem hochwertigen Studiobedarf zum Einsatz, die in der an den Hi-Fi-Markt gerichteten Pro-Fi Serie nun aber VOLTAiR genannt wird.

Hochwertige Operationsverstärker im Audiobereich arbeiten gewöhnlich mit 30 Volt, die proprietären SPL Op-Amps jedoch mit einer deutlich höheren Betriebsspannung. Dadurch können die Verstärker faktisch im „Leerlauf“ genutzt werden, wodurch massig Headroom übrigbleibt. So wird der Dynamikumfang größer, der Rauschabstand erhöht und auch die Übersteuerungsfestigkeit deutlich verbessert. Konkrete Werte kann SPL teilweise nicht nennen, weil sie selbst für den Branchenstandard Audio Precision Cascade 2 außerhalb des Messbereiches liegen. 

Dicke Leistung im kompakten Gehäuse

Die Bipolar-Transistorendstufe (Class-AB) liefert 2 x 285 W an 4 Ohm bzw. 2 x 185 W an 8 Ohm sowie 450 W an 4 oder 8 Ohm gebrückt. Das sind beachtliche Werte für eine verhältnismäßig kompakte und rein passiv gekühlte Endstufe – nervige Lüfter kommen übrigens nicht zum Einsatz!

Massive Stromversorgung sorgt für hohes Gewicht

Ein Amp kann nur so gut sein, wie es seine Stromversorgung ist. Denn, wenn die Leistungsversorgung bei kräftigen Impulsen einbricht, kann das einfach nicht gut klingen. Die Lösung hierfür ist so simpel wie auch effektiv und heißt: Überdimensionierung! 

Und so sorgen im Performer s800 auch ein massiver Ringkerntransformator mit 855 VA und ein üppiges Kondensator-Netzwerk mit einer Gesamtkapazität von 40800 µF für eine solide Aufrechterhaltung der linearen Stromversorgung. Das schlägt sich natürlich auch im Gewicht nieder: Beachtliche 12,8 kg bringt der Performer bei verhältnismäßig kompakten Maßen von 278 x 100 x 370 mm (B x H x T, mit Fuß und Volume-Regler) auf die Waage!

Schickes Alu-Gehäuse in drei Farbvarianten

Und obwohl es (noch) keine Rackohren für die schicke Kiste gibt, kann SPL seine Studio-Gene nicht leugnen: Ohne Füße ist der Performer exakt 2 HE hoch. Für das Rack ist die schicke und äußerst schlichte Aluminium-Front allerdings fast zu schade. Apropos Front: Diese ist gebürstet und in den Farben Schwarz, Rot und Silber erhältlich. Neben Logo und dezenter Aufschrift befinden sich frontseitig drei zentrierte LEDs, die Infos über Überlastung, Überhitzung und Power-Status geben. 

Während man aus drei Frontfarben wählen kann, ist der Rest des Gehäuses aus gepulvertem Stahlblech und in Schwarz gehalten. Im Gegensatz zu allen anderen Geräten der Pro-Fi Serie kommen beim Performer s800 fünf statt der üblichen vier Füße zum Einsatz. Der zusätzliche Fuß stützt dabei die Mitte und reduziert so effektiv Gehäuseschwingungen.

Pragmatische Anschlussvielfalt

Die Rückseite zeigt sich äußerst professionell. Es gibt XLR-Eingänge und sogar Thru-Ausgänge, um beispielsweise weitere Endstufen für den Bi-Wiring-Betrieb verbinden zu können. Ferner steht ein Trim-Regler zur Verfügung, um den Input von 0 dB bis -5,5 dB in 0,5 dB-Schritten reduzieren zu können.

Der Bridge Mode bietet sich zur Leistungssteigerung an, wobei nur der linke Input genutzt wird und natürlich nur noch ein Mono-Ausgang zur Verfügung steht. Angeschlossen werden die Speaker an die üblichen Klemmen, wobei hier Kabel bis 4mm Durchmesser oder Bananenstecker verwendet werden können. Speakon finde ich persönlich besser, im Hi-Fi-Segment ist die hier genutzte Vorgehensweise allerdings Usus. 

Natürlich finden wir auf der Rückseite auch den Hauptschalter und den Stromanschluss für 115 und 230 Volt – allerdings nur nach dem passenden Sicherungswechsel. Eine 3,5mm-Klinke-Buchse dient zum Fernschalten der Kiste von anderen Pro-Fi Seriengeräten aus, wie dem Phonitor oder dem Director.

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