Test
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25.01.2017

SPL Pro-Fi Director Test

Vorverstärker und DA-Wandler

Professional Fidelity DA-Converter und Preamplifier

SPL präsentiert die Professional Fidelity Systemlösung für HiFi-Systeme – allerdings ohne Lautsprecher – für den geneigten Enthusiasten, der von der Expertise des sonst üblichen SPL-Betätigungsfeldes im Mastering- und Recording-Sektor profitieren möchte. „120 Volt goes HiFi“ sozusagen, nun jedoch unter neuer VOLTAiR-Flagge.

Zur Pro-Fi Serie gehören momentan neben unserem heutigen Testobjekt, dem Vorverstärker/DA-Wandler Director, auch der Performer s800 Verstärker sowie die beiden Phonitor-Derivate Phonitor X und Phonitor E (den Phonitor 2 und Phonitor Mini hatten wir bereits im Test) und der Phonovorverstärker Phonos. Alle Geräte gibt es in schwarz, rot und silber – dem Bau eines 80s-Hi-Fi-Türmchens steht damit nichts im Wege!

Details

Allgemeines


Der SPL Pro-Fi Director ist ein hochwertiger DA-Wandler und Vorverstärker „Made in Germany“, der zur neuen Pro-Fi-Serie gehört. Die verschiedenen Geräte der Serie bauen aufeinander auf und bieten die Möglichkeit, sich so einen HiFi-Turm nach eigenem Gusto zu zimmern.

Professional Fidelity inklusive 120 Volt

Alle Professional Fidelity (Pro-Fi) Geräte sind mit einer schicken, dicken Alu-Front und -Deckel ausgestattet, in ihrem Grundriss ähnlich und in den Front-Farben Schwarz, Rot und Silber erhältlich. Der Rest des Gehäuses ist indes schwarz und pulverbeschichtet. 

Eine weitere Gemeinsamkeit ist die zu Grunde liegende VOLTAiR-Technik, sei es in der Stereo-Endstufe Performer s800, der Headphone-Amp/Monitor-Controller-Kombination Phonitor X und Phonitor E dem Phonoverstärker Phonos und eben dem Pro-Fi Director.

VOLTAiR ist ein für den Hi-Fi-Markt geschaffener Begriff für SPLs proprietäre 120-Volt-Technik, die vielen Tonschaffenden ein Begriff sein sollte. Hochwertige Operationsverstärker des Audiobereiches arbeiten gewöhnlich mit 30 Volt, die SPL Op-Amps also mit einer deutlich höheren Betriebsspannung. Dadurch können diese faktisch im „Leerlauf“ betrieben werden, wodurch hoher Headroom garantiert wird. Dadurch wird wiederum der Dynamikumfang größer, der Rauschabstand erhöht und die Übersteuerungsfestigkeit deutlich verbessert.

The Great Director in PCM und DSD

Der Director ist – wie der Name wohl suggerieren soll – das Gehirn der Pro-Fi-Serie und für die Verwaltung und Bereitstellung der Quellen zuständig, wozu vier digitale und zwei analoge Eingänge zur Verfügung stehen. Digital geht es dabei flexibel via AES/EBU (XLR), coaxiales SPDIF (RCA), optische TOSLINK (F06) oder USB (B) in das Gerät. Analog stehen zwei Eingangs-Pärchen unsymmetrisch Cinch (RCA) bereit.

Der DA-Wandler arbeitet im PCM-Mode bis 384 kHz und unterstützt sowohl DSD1 als auch DSD2. Der USB-Port arbeitet unter OS X dank Core Audio class-compliant, unter Windows müssen indes Treiber installiert werden. Um dem Wandler eine saubere und stabile Spannung zur Verfügung stellen zu können, kommt ein Linear-Netzteil mit mächtigem Ringkerntransformator (Leistungsaufnahme: max. 40 VA) zum Einsatz, wodurch der schlanke Kasten (278 x 57 x 328 mm B x H x T) üppige 3,3 kg auf die Waage bringt.

Minimalistisches Design, clevere Remote-Bedienung

Zwischen den Quellen wird mit einem kleinen Kippschalter auf der sehr minimalistischen Front umgeschaltet, visuell bestätigt wird das Ganze von einem vierstelligen, roten Dot-Matrix-Display, welches im Falle der digitalen Inputs neben dem Quellennamen auch die aktuelle Samplerate anzeigt. Ausgangsseitig stehen dann ein Paar XLR und ein Paar RCA zur Verfügung, der Pegel wird dabei mit einem frontseitigen Volume-Poti geregelt.

Eine Besonderheit besteht in der Möglichkeit, jede Infrarot-Fernbedienung zur Steuerung der Eingangswahl und des Volumes zu nutzen. Zur Programmierung bzw. zum “Erlernen” stehen rückseitig zwei kleine Taster zur Verfügung. Besonders cool: Der Volume-Regler besitzt einen Motor und fährt entsprechend den Änderungen mit. Der schwarze Punkt neben der Volume ist der dazugehörige Infrarot-Sensor. Ein Kippschalter rechts dient zum Einschalten, die dazugehörige rote Status-LED befindet sich mittig unter dem Logo und rundet die reduzierte Front stilecht ab. Schick, das Ganze – und übrigens komplett frei von blauen LEDs, wie die gesamte Pro-Fi-Serie. Gut gemacht, SPL!

Versteckte Funktionen, clevere Details

Auf der Unterseite des Geräts gibt es übrigens noch ein paar weitere Settings in Form einer kleinen Mäuseklaviatur zu entdecken. Damit lässt sich beispielsweise der Volume-Encoder bypassen, digitale Mutes ermöglichen und auch die Empfindlichkeit sowie der Ausgangspegel definieren. Ebenfalls schön sind die beiden 3,5mm-Klinke-“Amp CTR”-Verbindungen für das gekoppelte Ein-/Ausschalten anderer Pro-Fi-Geräte. Auf der Rückseite finden sich neben allen Audioverbindungen selbstverständlich auch noch der Stromanschluss sowie der Hauptschalter.

Eine kleine Zahlenschlacht

Apropos Strom: Die Stand-By-Leistungsaufnahme beträgt 0,7 W. Und wo wir gerade beim “droppen” von Zahlen sind. Der analoge Frequenzgang wurde mit 4 Hz bis 300 kHz (-3 dB), der Crosstalk (@ 1 kHz) mit -95/-100 dB (analog/digital) sowie der Klirrfaktor mit 0,0008% (analog 0 dBu) und 0,0004% (digital -1 dBfs) bewertet. Der Dynamikumfang beträgt dabei beachtliche 137,6 dB analog und 120,8 dB digital. Das Rauschen (A-bewertet) wiederum wurde bei -105,1/-96,8 dB (analog/digital) gemessen.

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