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Test
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04.11.2016

SPL PQ Test

Vollparametrischer 5-Band Dual-Mono EQ

Geht noch mehr?

Beim deutschen Sound Performance Lab, kurz SPL, geht es in letzter Zeit ganz schön rund und das Portfolio wächst und wächst. Die neue „Professional Fidelity“-Serie beispielsweise holt nun auch Studiostandards inklusive 120-Volt-Technik, bekannt auch aus Phonitor 2 und Phonitor Mini, in das Wohnzimmer.

Den massiven SPL Iron hatten wir bereits vor kurzem getestet und ihn als hervorragenden Mastering-Kompressor mit einigen Innovationen anerkennt. Der PQ, hingegen ist ein Mastering Equalizer, der im Rack nicht weniger Höheneinheiten als der Iron belegt und damit ein ähnlich imposantes Antlitz besitzt. Er kommt im Gegensatz zum Iron aber ohne Röhren aus.

Details

Zwei Kanäle, fünf Bänder

Der SPL PQ, erhältlich als Modell 1540 in Schwarz und als Modell 1544 in Rot, ist ein Dual-Mono Fünfband Equalizer, dessen Bänder vollparametrisch sind sowie zwischen proportionalem und konstantem Q-Faktor umschaltbar sind. Als Vorbild diente übrigens das PQ Model 2050, der aufgrund seiner motorisierten Potis und mit einem Preis von rund „15 Riesen“ allerdings deutlich hochpreisiger positioniert war.

Moderne Annehmlichkeiten: Relais-Taster, Link-Funktionalität und Auto-Bypass

Jedes Band verfügt über einen eigenen Bypass sowie einen „Proportional-Q/Constant-Q“-Umschalter. All diese Schalter sowie die beiden globalen Bypass-Taster sind beleuchtet und Relais-geschaltet. Dadurch lassen sich diese Funktionen im Link-Modus für beide Seiten von der rechten Seite aus gemeinsam bedienen. Das gilt aber nur für Bypass und Prop./Const.-Q, die Bänder an sich müssen natürlich trotzdem noch händisch angepasst werden. Dank der gerasterten Potis ist das allerdings kein Problem.

Der Auto-Bypass wiederum sorgt für ein automatisches Aktivieren und Deaktivieren des globalen Bypass und das in einem Zeitfenster, welches mit einem mittig platzierten Poti einstellbaren ist. Damit kann man sich besonders bei feineren Einstellungen souverän und in Denker-Pose in den Sweetspot zurückziehen und dabei kritisch seine Anpassungen bewerten. Ein nettes Feature, das ich persönlich an meinem Iron – abgesehen vom Bonedo Test – nie wieder benutzt habe, zumal der geneigte Kunde in dieser Klasse sicherlich auch bereits über eine Insertier-Matrix verfügt.

Umfangreiche, vollparametrische Bänder

Pro Seite gibt es fünf Bänder mit jeweils unterschiedlichen Einsatzfrequenzen, die wir uns gleich in einer Liste anschauen werden. Gain-Hub und Q-Faktor sind für alle Bänder gleich, wobei sich der Hub dank eines "1/4dB"Kippschalter für feinereEinstellungen auch vierteln lässt. Der Gain ist somit in einer Range von -20 dB bis 20 dB bzw. von -5 dB bis 5 dB einstellbar. Der Arbeitsbereich er Bänder lautet wie folgt:

  • LF (Low Frequencies): 10 Hz bis 330 Hz
  • LMF (Low Mid Frequencies): 33 Hz bis 1 kHz
  • MF (Mid Frequencies): 128 Hz bis 4,1 kHz
  • HMF (High Mid Frequencies): 310 Hz bis 10 kHz
  • HF: (High Frequencies): 760 Hz bis 24 kHz

Alle Potis kennen dabei 41 leicht gerasterte Positionen – es handelt sich also nicht um „echte Drehschalter“ mit diskreten Widerständen. Alle Bänder besitzen Bell-Charakteristik. Shelvings oder gar Low-/High-Cuts gibt es hingegen leider nicht. Dank der beiden Q-Modes lassen sich aber zumindest die Shelvings halbwegs verschmerzen. Apropos Q: Dieser ist von 15 bis 0,6 im Constant-Mode und von 0,08 bis 5,8 im Proportional-Mode einstellbar. Misst man das Ganze einmal, sieht das dann in etwa so aus:

Constant bedeutet, dass sich der Q bzw. die Bandweite nicht mit der Verstärkung/Absenkung ändert, wie dies bei den meisten EQs der Fall ist. Damit ist es ideal für korrektive Aufgaben. Besonders ist der Proportional-Mode, wodurch die Amplitude proportional größer wird, wenn man die Bandweite verringert, also den Q-Faktor vergrößert. Anders gesprochen: Vergrößert man die Bandweite, wird der Gain-Hub kleiner – ideal für klanggestalterische Arbeiten.

Größe, Verarbeitung, Gewicht

Mit einer Höhe von 4 HE und einem Gewicht von rund 15 kg ist der PQ wahrlich kein kompaktes Gerät mehr. Bei zehn Bändern die jeweils über zwei Filter-Schaltkreise verfügen (Proportional-Q und Constant-Q) aber auch kein Wunder. Zum Einsatz kommen auch hier wieder SPLs eigens entwickelte Operationsverstärker, welche mit +/- 60 V arbeiten und als 120-Volt-Technik beworben werden. Durch diese Maßnahme werden der Rauschabstand vergrößert sowie die Übersteuerungsfestigkeit und der Dynamikumfang verbessert.

Anschlussseitig geht es hingegen ganz konventionell zu: zweimal XLR rein und zweimal XLR raus. Stromanschluss und Hauptschalter – und das war es. Einen frontseitigen Einschalter gibt es also wie auch bei dem SPL Iron leider nicht. Schade.

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