Bass Hersteller_SourceAudio
Test
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13.06.2012

Source Audio Programmable EQ Test

Equalizer

Grenzenlos flexibel

Viele Vertreter der elektrischen Saitenfraktion sind unentwegt auf der Suche nach dem neuesten und coolsten Pedal, um dem Sound den letzten Feinschliff zu verpassen oder sich von ganz neuen Klangwelten inspirieren zu lassen. Die junge Firma Source Audio konnte sich in den letzten Jahren auf diesem Sektor solide etablieren, nicht zuletzt, weil sie mithilfe moderner Technologien und frischen Ideen immer wieder neue Perspektiven zum Thema Effektgerät aus dem Hut zaubern konnte. Auch der zugegebenermaßen eher unspektakuläre Bereich „Equalizer“ bleibt vom Ideenreichtum der Jungs aus Massachusetts nicht verschont.

Konsequenterweise verlassen sie auch hier die ausgetretenen Pfade und gehen den einen oder anderen Schritt weiter als die Großzahl der anderen Pedal-Hersteller. Das Resultat ist ein DSP-basiertes und MIDI-fähiges Digital-EQ-Pedal mit acht Bändern, vier Speicherplätzen für die eigenen Soundkreationen und einigen Extras, die den „Programmable EQ“ aus der Menge der EQ-Pedale herausheben. Mehr dazu im Test.

DETAILS

Das Gehäuse des Programmble EQ besteht aus Aluminium in gebürsteter Optik. Die Bodenplatte ist mit Antirutsch-Gummis versehen und bündig verschraubt, sodass die ganze Angelegenheit einen durchaus hochwertigen Eindruck macht. Mit Ausnahme des Batteriefachdeckels, der ist nämlich aus billigem Plastik und sitzt ziemlich klapprig am Gehäuse.

Der Programmable EQ hat, nach Art des Hauses Source Audio, eine relativ futuristisch anmutende Bedienoberfläche, die, hat man schon mal einen EQ bedient, aber dennoch leicht zu durchschauen ist. Das Gerät hat keine physikalischen Regler oder Potis um die Frequenzbänder einzustellen, sondern sieben LED-Ketten für die Levelanzeige der sieben bzw. acht Frequenzbänder ( 125, 250, 500, 1k, 2k, 4k, 8k und 62Hz, zum achten 62Hz Band kommen wir später ), zwei kleine Taster, um entweder nach links oder nach rechts durch die Bänder zu schalten, und einen großen Drehknopf in der Mitte, um die betreffende Frequenz um bis zu 18dB anzuheben oder abzusenken. Wenn man beide Bandwahltaster gleichzeitig drückt, wird der komplette EQ blitzschnell zurückgesetzt - alle Bänder sind dann auf 0dB. Auf diese Weise kann man den Programmable-EQ auch als cleanen Booster benutzen - mit dem Output-Regler lässt sich das Signal um bis zu 12dB anheben. Das Pedal gibt mit einer eingebauten variablen LED sogar visuelles Feedback über die jeweilige Reglerstellung - je stärker man aufdreht, desto intensiver leuchtet es  blau. Auch die Output-Lautstärke wird übrigens mit den Presets abgespeichert, jede Einstellung kann also eine eigene Lautstärke haben. Repräsentiert werden die vier Presets durch vier LEDs auf der linken Seite der Bedienoberfläche. Mit dem Save-Taster darunter werden die Einstellungen gespeichert, der Select-Taster daneben schaltet durch die Presets. Dabei übernehmen die Frequenzband LED-Ketten die Anzeige der jeweiligen Einstellungen, die betreffende Preset-LED markiert, welcher Speicherplatz gerade aufgerufen ist.

Damit wäre der Programmable EQ schon ein gut ausgestattetes, kleines EQ-Pedal. Der Source Audio-Treter hat aber noch einige „Spezialfunktionen“ mit der konspirativen Bezeichnung „Backpage Parameters“ auf Lager, welche durch gleichzeitiges Drücken der „Select“- und „Save“-Taster aufgerufen werden. Der erste Extra-Parameter macht das Pedal für uns Bassisten erst richtig interessant, denn er stellt das zusätzliche achte Band mit der Centerfrequenz 62Hz zur Verfügung. Jetzt wird sich der geneigte Effektgeräte-Spezialist natürlich fragen, wie man das achte Band den einstellen kann, wo es doch nur sieben LED-Ketten für die Frequenzen gibt. Die Antwort ist simpel: Man drückt einfach die linke Bandwahltaste und schon rutscht die Anzeige um ein Frequenzband nach rechts und macht den ersten Platz für die neue Frequenz frei. Zurück in die normale Ansicht geht es mit der linken Bandwahltaste.

Ein weiterer Backpage-Parameter ist die Auto-Scroll-Funktion. Wenn diese Funktion aktiv ist, scrollt das Gerät automatisch durch die vier Presets und erzeugt - je nach Preseteinstellung - Sequenzer-ähnliche Sounds oder Modulations- und Tremolo-Effekte. Die Scrollgeschwindigkeit lässt sich mit dem Backpage-Parameter „SW“ verändern. Die letzte „versteckte“ Funktion dient zum Konfigurieren der 16 MIDI-Kanäle - falls der „Programmable EQ“ mit einem externen Gerät angesteuert werden soll.

Auf der unteren Hälfte der Gehäuseoberfläche sitzt der bei Effektpedalen obligatorische Fußtaster zum Aktivieren des Effekts. Hält man den Taster gedrückt, steppt das Gerät durch die vier Presets, bis man den Fuß wieder wegnimmt. Man kann die Presets also auch auf diese Art umschalten. Ist der EQ deaktiviert, wird das Signal direkt an den Output durchgereicht, der „Programmable EQ“ hat also einen sogenannten „True Bypass“.

Die Anschlussfrage ist schnell geklärt: Links sitzen die Input-Klinke für das Instrument und die MIDI-Buchse für den Controller oder ähnliches, rechts der Output zum Amp und oben der Anschluss für ein Netzteil, welches sich leider nicht im Lieferumfang befindet.

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