Test
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23.08.2016

Soundcraft Signature 12 MTK Test

Livemixer mit Effekten und USB-Interface

Kompakter Sound mit Kraft

Preamp-Design von Soundcraft, Effekte von Lexicon und Dynamics von dbx: Das klingt nach einem appetitlichen Kompaktmixer. Zumal der Soundcraft Signature 12 MTK keine 400 Euro beim freundlichen Musikalienhändler kostet. Dafür hat er sogar ein 14-kanaliges, bidirektionales USB-Interface an Bord. Dieses leckere Kerlchen müssen wir testen. Die erste Inspektion des Mixers nährt die freudige Erwartung: Das Stahlgehäuse ist robust, alle Anschlüsse sind verschraubt und von oben zugänglich. Während das Auge noch schweift, erfasst es viele nette Details, etwa drei Aux-Wege, Pre/Post-Schalter und ein Effektgerät mit zwei Parameter-Potis. Und nimmt man die Seitenteile aus Kunststoff ab, findet der Mixer über das optionale Montage-Kit auch Platz in einem Rack. Doch der Reihe nach.

Details

Der Soundcraft Signature 12 ist ein zwölfkanaliger Kompaktmixer, der Eingangssignale „in zwei in zwei‟ mischen kann. Neben der Summe steht also eine Subgruppe zur Verfügung. Von den zwölf beworbenen Kanälen sind acht nahezu identisch aufgebaut: Die 60-Millimeter-Fader werden von zwei Tastern begleitet, mit denen sich das Signal auf Master und Subgruppe routen lässt. Außerdem gibt es einen PFL-Taster und einen Mute-Button, dessen Aktivität von einer roten LED quittiert wird. Ist der Kanal nicht stumm geschaltet, zeigt das Lämpchen Übersteuerungen an.

Weiter geht es mit drei Aux-Sends, wobei der Dritte auf das interne Effektgerät und auf die Aux-3-Buchse geroutet ist. Es folgt eine dreikanalige Klangregelung mit semiparametrischen Mitten und das obligatorische Poti für den Input-Gain. Letzteres freut sich ebenfalls über zwei Gefährten, nämlich einen Trittschallfilter sowie einen „USB-Return‟-Taster, über den später zu sprechen sein wird. Signale werden via XLR oder symmetrische Klinke zugeführt.

Bei den Kanälen 7 und 8 gibt es je zwei Klinkenbuchsen, denn es handelt sich um kombinierte Mono/Stereokanäle: Steckt ein Mikro in der XLR-Buchse oder in der linken Klinke, arbeitet der Kanal monophon, werden beide Klinken genutzt, ist es ein Stereokanal. Also: Die Strips sieben und acht sind eigentlich Kanäle 7/8 und 9/10.

Zwei weitere Unterschiede sind zu erkennen: Für die Kanäle eins und zwei lassen sich einfache An/Aus-Limiter aus dem Hause dbx zuschalten, die Kanäle fünf und sechs verdauen auf Tastendruck auch Hi-Z-Level. Das ist eine clevere Verteilung der Goodies, wie ich finde. So kann ich zwei Mikrofone vor Clipping bewahren und trotzdem noch E-Bass und E-Gitarre versorgen. 

Der noch fehlende Stereokanal 11/12 ist minimal einfacher aufgebaut. Ihm fehlt das Trittschallfilter, und anstatt eines semiparametrischer Mittenbandes ist die Frequenz fix. Ein typischer Kanal für Stereozuspieler, wie auch die Cinch-Buchsen deutlich zeigen. Es gibt noch mehr von diesem Kanal zu berichten, doch dazu gleich mehr.

Die Mastersektion wird von einem ebenfalls Fader-bewehrten FX-Return eröffnet, dem ein Panoramaregler zur Seite steht. Wie die Eingangskanäle darf der Return separat auf Master und Subgruppe geroutet und per PFL vorgehört werden. Über die zwei Aux-Regler lässt sich das Effektsignal auf die ersten beiden Aux-Wege schicken, sehr gut. Ohnehin erlaubt die Ausstattung des FX-Returns einige interessante Optionen, auf die ich in der Praxis noch zu sprechen komme.

Weiter geht es mit den Aux-Mastern, für die wiederum drei Drehregler vorhanden sind. Hier lässt sich auch jeder Aux-Weg Pre- oder Post-Fader schalten und per AFL vorhören. Das ist komfortabel. Wichtig zu wissen: Das Signal für den internen DSP wird unabhängig von den hier getroffenen Einstellungen immer Post-Fader abgegriffen.

Darunter wird die Subgruppe gepegelt und geroutet. Genauer gesagt handelt es sich um zwei monophone Subgruppen, denn beide Kanäle lassen sich unabhängig auf den Master leiten und/oder vorher mono summieren. Der eigentliche Master ist unspektakulär, ein 60-mm-Fader halt. Aber es gibt einen kleinen beleuchteten Taster namens „Interval Mute‟. Und der macht Folgendes: Er schaltet das Pult mit Ausnahme der Aux-Wege und des Stereokanals 11/12 stumm. Das hat den Vorteil, dass nun beispielsweise ausschließlich Pausenmusik über diesen Kanal ertönen kann. Stürzende Gitarren, kollabierende Mikrofonständer oder pöbelnde Bassisten bleiben hingegen ungehört. Und noch etwas zeichnet den Stereokanal 11/12 aus: Er lässt sich, unabhängig von den Aux-Mastern, Pre- oder Post-Fader schalten. So hört die Band in der Post-Stellung die Pausenmusik erst dann über die Monitore, wenn der FOH-Mann den Fader hochzieht.

Die Effektsektion fällt für ein Pult dieser Preisklasse sehr ordentlich aus. Der DSP stellt 22 Algorithmen bereit, elfmal Hall und elfmal Delay/Modulation, wobei sich auch Kombieffekte unter beiden Gruppen befinden. Der Algorithmus wird mit einem Drehencoder angewählt und durch dessen Push-Funktion aktiviert. Die beiden oberen Drehregler gestatten es, zwei Parameter pro Algorithmus zu justieren. Welche das sind, verrät nur das Handbuch. Allerdings wird der tontechnisch nicht gänzlich unerfahrene Anwender schon ahnen, dass sich bei einem Chorus beispielsweise Geschwindigkeit und Intensität steuern lassen. Speicherplätze für eigene Kreationen gibt es allerdings nicht, und wenn man das Pult ausschaltet, sind alle Einstellungen verloren.

Bleibt ein Blick auf die Anschlüsse in der Mastersektion: drei Aux-Outs als symmetrische Klinke, zwei Subgruppen-Ausgänge, ebenfalls Klinke symmetriert und die beiden Master-Outs im XLR-Format – fertig. Einen Kopfhörer dürfen wir auch anschließen und per Fußschalter lässt sich der Effektprozessor aus dem Signalweg nehmen.

Nun zum Namenszusatz MTK. Das Kürzel steht für „Multitrack“ und bezieht sich auf das eingebaute USB-Interface. Das kann 14 Kanäle in den Computer schicken, nämlich die zwölf Eingangskanäle und die Summe. Dazu wird das Signal direkt hinter dem Gain-Regler abgegriffen, also ohne EQ. Das Pult empfängt bis zu zwölf Kanäle: Einfach in den Eingangskanälen die bereits erwähnte USB-RTN-Taste aktivieren und das Signal wird direkt hinter dem Gain eingespeist.

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