Hersteller_Sonor
Test
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08.05.2015

Praxis

Nachdem ich das Drumset gänzlich von jeglicher Verpackung befreit habe, bin ich zunächst damit beschäftigt, die Bass Drum mit den beiden mitgelieferten Fellen zu bestücken. Die größte Trommel des Vierergespanns liegt nämlich zugunsten der Platzersparnis mit abmontierten Fellen im Lieferkarton. Der erste Kontakt mit dem TuneSafe System der Spannböckchen macht dabei deutlich, dass es etwas mehr Zeit braucht, die Stimmschrauben in die Gewinde zu drehen. Aber was tut man nicht alles für mehr Stimmstabilität?! Neugierig auf die ersten Klänge bringe ich das Set in Startposition. Dabei fällt auf, dass die mitgelieferte Becken-Tom-Halterung es auch mit einem großen, schweren Becken aufnehmen kann. Die Fixierschraube der Bassdrum-Rosette macht allerdings einen wenig zuverlässigen Eindruck. Man muss sie sehr fest anziehen, um sicherzustellen, dass sie das schwere  Becken-Tom-Gestänge in Position hält. Zum Glück ist da noch die Memory Clamp an der Halterung, die jegliches Verrutschen verhindert. So, jetzt nur noch den schief angebrachten Snareteppich richten und los geht’s…

 

Der erste Eindruck ist positiv, mit Ausnahme des Standtoms

Die ersten Klänge der Player Trommeln können im Hinblick auf ihren niedrigen Preis überzeugen. Dabei sticht vor allem die Bass Drum heraus, die durch ihre vorgedämpften Felle mit einem klaren Sustain und viel Bassvolumen zu ersten Grooves einlädt. Ihr Backbeat-Kompagnon, die Snare Drum, stellt dabei ebenfalls ihr Talent unter Beweis. Durch ein ausgewogenes Obertonverhalten und eine gesunde Teppichansprache macht sie für ihren schmalen Preis erstaunlich viel her. Trotz des fehlenden TuneSafe Systems bleibt sie dabei auch nach härteren Schlägen sicher „in tune“. Der Hebel der Snare-Abhebung verhält sich allerdings etwas träge, was zur Folge hat, dass man ihn bewusst bis zum Anschlag nach unten drücken muss, sofern man den Teppich gänzlich vom Resonanzfell entfernen möchte. Das 10“ Hängetom klingt erstaunlich klar und weniger nach Plastik, als ich es von anderen günstigen Toms mit entsprechender Befellung kenne. Andererseits muss man dem 14“ Standtom umso mehr Zeit widmen, um einen annehmbaren Klang zu erreichen, da das einschichtige Remo UX Schlagfell nicht konstant in Stimmung bleibt. Trotz wiederholten Nachstimmens dauert es nur wenige Minuten, bis das Standtom wieder zu „heulen“ beginnt. Es sei aber an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass neue Felle für gewöhnlich eingespielt werden müssen. Ob sich das Problem also im Verlauf dieses Tests von allein löst, erfahrt ihr im folgenden Abschnitt. Hier gibt’s erstmal die ersten Grooves mit dem Player Set auf die Ohren:

Und das Stimmexperiment beginnt...

Nun verpasse ich der Bass Drum ein einschichtiges Remo Renaissance Resonanzfell mit einem etwa sechs Zoll großen, abseits der Mitte positionierten Loch und bringe sie auf ein tieferes Tuning. Die Trommel macht den tonalen Fall nach unten wohlwollend mit und klingt mit Hilfe einer kleinen Portion an Dämpfung sehr konkret und punchy, ohne dabei viel Bassvolumen zu verlieren. Das Standtom klingt trotz großer Bemühungen am Stimmschlüssel in allen Tonlagen weiterhin sehr wackelig. Ein etwas höheres Tuning steht wiederum der Snare gut zu Gesicht. Wie das Set insgesamt in tiefer und hoher Stimmung klingt, hört ihr hier:

Tiefe Stimmung

Hohe Stimmung

Neue Felle für die Pappel

Abschließend teste ich, wie sich Snare und Standtom mit einem anderen Schlagfell verhalten. Die Schnarre bekommt ein Remo CS verpasst, und auf die Schlagseite des Standtoms ziehe ich ein Aquarian Super 2 Coated auf, das vergleichbar mit einem Remo Emperor Fell ist. Eine höhere tonale Bandbreite sowie ein deutlich vollerer und konkreterer Klang sind in beiden Fällen das Resultat des Fellwechsels. Hier scheint also noch deutlich Luft nach oben zu sein! Dank des doppelschichtigen Schlagfells hat sich nun auch der wackelige Ton des Standtoms verdünnisiert und ist einem konstanteren Ausklang gewichen. Hier kommen die entsprechenden Sound-Beispiele verschiedener Tunings mit den neuen Fellen:

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