Highlight_Drums_2016_Solomon_LoFreq
Test
2
26.02.2016

Praxis

Im Betrieb ist Plug'n'Play angesagt

Der Betrieb des Solomon LoFReQ gestaltet sich einfach und praxisgerecht. Wie in der kurzen PDF-Anleitung auf der Solomon-Webseite empfohlen, montiere ich das Gerät so, daß es über einem Bein des Mikrofonstativs hängt. Auch billige Modelle halten das Mikrofon auf diese Weise sicher, ich empfehle jedoch, die Ausleger nicht zu weit auszufahren. Nicht ganz optimal: Wie herum man das LoFReQ vor das Instrument hängen muss, ist bei schlechten Lichtverhältnissen gerade für unerfahrene Anwender nicht sofort zu erkennen, weil der Lautsprecher nur schwach durch das Alu-Gitter schimmert.

Zwei Bassdrums für den Test

Getestet habe ich mit zwei unterschiedlich großen Bassdrums. Einer Wahan 24x13 Zoll Acryl-Bassdrum, bestückt mit einlagigen, klaren Fellen in Ambassador-Stärke und kleiner Ventilationsöffnung im Resonanzfell, sowie einer Wahan 20x14 Buchenholz-Bassdrum. Hier kam ein glattes Remo Ambassador Schlagfell zum Einsatz, beim Resonanzfell ein einlagiges Remo Renaissance mit sechs Zoll großem Luftloch. Als Vorverstärker taten meine australischen Sebatron VMP 4000e Preamps in Röhrentechnik Dienst, das reguläre Bassdrum-Signal steuerte ein Sontronics DM1B Kondensatormikrofon bei. Jetzt heißt es anschließen, einpegeln und losspielen. Als Referenzen habe ich übrigens das „Original“ Yamaha Subkick sowie ein Mojave MA-201FET Großmembran-Mikrofon genommen, weiter unten könnt ihr diese Modelle auch im Videovergleich hören und sehen.

Super: Pegelabschwächung

Zunächst fällt der völlig unproblematische Output des Solomon auf. Hier macht sich das eingebaute Pad bemerkbar. Im Gegensatz zum Subkick und zum Mojave dürfte das Teil mit allen handelsüblichen Interfaces und Vorverstärkern auf Anhieb verzerrungsfrei kooperieren. Meine Vergleichsgeräte bedürfen dagegen – bei der gängigen, nahen Positionierung zur Bassdrum – entweder eines externen Dämpfungsgliedes oder eines Preamps, der über die Möglichkeit einer deutlichen Pegelabschwächung verfügt. Hier fährt das LoFReQ also den ersten Pluspunkt ein. 

 

Das LoFReQ macht seinem Namen klanglich alle Ehre

Auch vom Sound her macht unser Testobjekt wirklich Spaß. Natürlich haben wir es hier mit einem „Character Mic“ zu tun, also einem Mikrofon, das keinerlei Anspruch auf neutrale Abbildung der abgenommenen Quelle erhebt. Wie beim bekannten Vorbild, dem Yamaha Subkick, sind es gerade die „unperfekten“ Eigenschaften einer eher träge reagierenden Lautsprechermembran, die es für viele bassbetonte Intrumente so interessant macht. Plateauartige Frequenzgänge gibt es hier damit ebensowenig wie eine nennenswerte Höhenwiedergabe, dafür aber ordentlich Wumms untenrum. In den meisten Situationen dürfte unser Testkandidat also mit einem weiteren Mikrofon kombiniert zum Einsatz kommen. Besonders gut gefällt mir das LoFReQ an meiner großen Acryl-Bassdrum, hier fängt es das tiefe „Ausatmen“ des Resonanzfells sehr schön ein und wird damit im Mix zu einer tollen zusätzlichen Sound-Option. Im Vergleich zum Subkick klingt das LoFReQ etwas boomiger und erzeugt mehr „Effekt“. Das schränkt das nachträgliche „Verbiegen“ jedoch etwas ein, das Subkick ist hier natürlicher. An der kleinen 20er-Bassdrum wird der Effektcharakter des Solomon noch etwas deutlicher, man hat den Eindruck, daß hier auch tonal etwas hinzu addiert wird, was vorher nicht da war. Im Vergleich mit dem Mojave Großmembran-Kondensatormikrofon ist das gut hörbar. Dieses Allround-Mikro wirkt dagegen untenrum wesentlich nüchterner, bietet aber dafür auch eine deutlich größere Palette nachträglicher Mix-Optionen. Abschließend lässt sich festhalten, dass das Solomon LoFReQ eine sehr gut klingende und problemlos handhabbare Alternative für alle Anwendungen ist, in denen sonst entweder ein originales Subkick oder entsprechende Eigenkonstruktionen zum Einsatz kommen. 

Ich habe euch pro verwendeter Bassdrum jeweils vier Soundfiles aufgenommen: zunächst eine Standardabnahme für Drumsets, bestehend aus zwei Overhead-Mikrofonen (Oktava MK 012, angeordnet in ORTF-Position), einem Snare-Mikrofon (Telefunken M80) sowie dem Bassdrum-Mikrofon Sontronics DM1B. Im zweiten Soundfile kommt dann das Solomon dazu, im dritten hört ihr dieses dann isoliert. Klangbeispiel Nummer Vier kommt auch vierspurig daher, hier übernimmt das LoFReQ die Bassdrum-Abnahme allerdings alleine. Für rockige Live-Situationen ist das sicherlich nichts, aber gerade dort, wo im Studio ein eher weicher und runder Klang benötigt wird und die Overheads ausreichend Attack-Sound einfangen, kann ich dieses Setup empfehlen, mir gefallen die erzielten Ergebnisse sehr gut. 

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare