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Test
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26.02.2016

Solomon Mics LoFReQ Bassdrum-Mikrofon Test

Subkick-/Tieffrequenz-Mikrofon

Subbass aus der Dose: Alternative zu DIY?

Low End! Es gibt kaum Musiker, denen das Thema nicht am Herzen liegt, denn ein fetter, aber kontrollierter Bass bildet das Fundament moderner Musik und sorgt nicht zuletzt dafür, dass sich Menschen zu einem Song bewegen. Es ist allerdings gar nicht so einfach, ihn technisch einzufangen, besonders, wenn es sich um akustische Instrumente wie beispielsweise Bassdrums handelt. Viele Drummer und Tonleute waren daher froh, als Yamaha, in Kooperation mit Studiodrummer und Endorser Russ Miller, vor einigen Jahren das Subkick vorstellte. Hierbei handelte es sich um einen in einen Trommelkessel eingelassenen Tiefmitteltöner, welcher nicht als Lautsprecher, sondern eben als Mikrofon fungierte. Die Idee war nicht neu, löteten sich findige Studiobetreiber doch schon seit Jahren ihre ausgedienten Speaker zu Tiefbassfängern um. Das komfortable, einfach zu handhabende Paket von Yamaha steigerte die Popularität der Konstruktion allerdings deutlich, denn auch technisch völlig Unbegabte kamen nun in den Genuss dieser Klangerweiterung.

Im Jahre 2012 war allerdings Schluß mit dem Subkick, Yamaha stellte die Produktion des Basswunders ein, Russ Miller ist mittlerweile bei einem anderen Hersteller. In Anbetracht des doch recht stolzen Preises griffen viele Interessenten zuletzt sowieso auf DIY-Anleitungen zurück und bauten sich entsprechende Modelle selbst. Diejenigen, die dazu keine Lust oder ausreichende Kenntnisse haben, nimmt Solomon Mics nun mit seinem LoFReQ ins Visier. Die kleine Firma aus Indianapolis hat bis dato nur dieses eine Produkt im Sortiment, mit Jack-White-Drummer Daru Jones allerdings schon einen prominenten Endorser. 

Details

Die Konstruktion ist auf das Wesentliche reduziert

„Nur dieses eine Paket?“ Kaum zu glauben, dass neben dem LoFReQ sogar noch weitere Testobjekte im kleinen Versandkarton Platz finden. Tatsächlich ist das ungewöhnliche Mikrofon erstaunlich kompakt. Wo der Yamaha-Käufer einen stattlichen Karton mit hölzernem Trommelkessel und massivem Stativ vorfand, gibt es beim Solomon LoFReQ eine kleine Schachtel, in welcher sich lediglich ein Teil befindet, nämlich ein Stoffbeutel mit dem Testobjekt darin. Weiteres Zubehör gibt es nicht, ein kleiner Zettel verweist auf eine downloadbare Bedienungsanleitung.  

XLR-Buchse und Anschluss für das Mikrofonstativ

Das Solomon LoFReQ selbst kommt äußerlich schlicht daher. Es besteht aus einer 18 Zentimeter durchmessenden und 8,7 Zentimeter tiefen Holzfaserröhre, welche außen mit Tolex-Material bezogen ist. Um den Schutz des im Inneren verbauten 6,5-Zoll-Lautsprechers kümmern sich beidseitig befestigte Aluminium-Schutzgitter. Eine XLR-Buchse der Firma Neutrik sowie ein 5/8 Zoll Gewindeflansch (ein 3/8 Zoll Verkleinerungsadapter ist nicht Teil des Lieferumfangs) zur Befestigung des LoFReQ an einem handelsüblichen Mikrofonstativ komplettieren die Ausstattung. Wir haben ein weißes Modell zum Test erhalten, Solomon bietet aber auch eine schwarze und eine in schwarz-weiß gehaltene Variante an, dazu kommt das Daru Jones Signature Modell mit einem Bezug in Gold Sparkle.

Gehäuse verklebt

Was im Inneren des Testkandidaten vor sich geht, kann weder mit einem Schraubenzieher noch mit den Methoden moderner Psychoanalyse ergründet werden, das Gehäuse scheint verklebt zu sein – blöd im Servicefall Neben dem Lautsprecher dürfte es sich um etwas Dämmmaterial zur Unterdrückung unerwünschter Gehäusereflektionen handeln. Insgesamt macht das LoFReQ einen recht sauber verarbeiteten Eindruck, vom extrem soliden Auftritt des Yamaha Subkicks bleibt man allerdings ein gutes Stück entfernt.

 

Tauchspulenprinzip – keine Raketentechnik

Das Funktionsprinzip des Lautsprechers im LoFReQ gleicht dem eines herkömmlichen, dynamischen Tauchspulenmikrofons. In beiden Fällen wird durch Schallwellen eine mit einer Schwingspule verbundene Membran in Schwingung versetzt. Diese Schwingspule bewegt sich in einem Magnetfeld, was zur Entstehung einer Wechselspannung führt, welche wiederum per Kabel zum Preamp transportiert wird. Für viele Trommler schon kaum verständlich, handelt es sich hier trotzdem nicht um Raketentechnik. Mit einem Kabel, einem alten Lautsprecher sowie einem Lötkolben ist so ein DIY-Subkick relativ schnell selbst gebaut. Was das Solomon jedoch von derartigen Guerilla-Lösungen unterscheiden soll, sind der eigens für diesen Zweck ausgewählte Lausprecher sowie das elektronische Dämpfungsglied („Pad“), welches den naturgemäß höheren Output solcher zweckentfremdeter Speaker für den Betrieb an handelsüblichen Preamps absenken soll. 

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