Software
Test
10
06.01.2019

Praxis

Console 1 Best-Of

Softube feiert mit der Console 1 große Erfolge und es ist sicher kein Zufall, dass sich ungefähr so viele Flavours in Harmonics finden, wie es Software-Extensions für den Hardware-Controller gibt. 1:1 lässt sich das zwar nicht übersetzen und es soll auch gar nicht negativ klingen, dennoch kann man Softube Harmonics durchaus als Best-Of der Console 1 Drive Sektion ansehen – und die ist für mich ohnehin das größte Argument für den Hardware/Software Pult-Controller. 

Genau wie dort gilt auch für Harmonics dabei: Lieber dezent auf jede Spur packen als es in der Summe dann zu übertreiben – doch bevor wir uns dem widmen, hören wir uns lieber erstmal plakative Beispiele zu jedem Charakter an:

Weicher Röhrensound mit Tube und Modern

TUBE bringt 60er Röhrensound mit Wärme, milder Sättigung und schöner Weichheit, was sich besonders gut auf Bässen, Gitarren und Vocals macht. Das gleiche gilt auch so für MODERN, denn hier sind ebenfalls Röhren im Signal, allerdings etwas fresher, schneller und offener – und weniger weich. Die Unterschiede sind subtil, man hört sie bei dem Vocal-Beispiel aber am besten.

Charakter mit Solid State Sound

Griffigkeit und etwas Schmutz gibt es mit SOLID und seinem Transistor-Sound der 70er, der für Durchsetzungsfähigkeit und Charakter sorgt – und damit eigentlich für alles gut ist. Es sei denn, man mag es eher etwas edler, feiner und auch luftiger, dann darf gern ein Übertrager ins Signal, der für eher runde statt schnelle Bässe sorgt. Das gibt es natürlich auch bei Softube Harmonics und wird mit TRANSF aktiviert. Bei den Drums habe ich dafür extra mehr Gas gegeben und auch die Filter sowie Parallel-Technik genutzt. Man hört wie punchy sie werden. Kommt hingegen der TRANSFomer hinzu, wird alles etwas entschärft und auch weniger knallig.

Analoger High-End-Touch mit Master

Der MASTER Algorithmus wurde speziell für Busse, Summen und eben auch den Master entwickelt und soll besonders gut die Transienten verschonen. Er gefällt mir durch seine subtile Art klanglich auch durchweg am besten. Bei allen Beispielen habe ich das DTC-Feature nach gut Willen benutzt, hier zeige ich euch indes, wie unterschiedlich die beiden Extreme klingen, sprich Kontroll- und Dynamik-Orientierung. Ich finde Kontrolle am besten, dichtesten und auch am sattesten.

Nur ein kleines Schlückchen

Zum Abschluss noch ein simpler Song mit gerade mal fünf Stems: einmal mit und einmal ohne Softube Harmonics auf allen Spuren. Bei gleichem Pegel ist die „angezerrte“ Variante griffiger, präsenter und damit auch lauter. Was will man mehr? Viel ist es nicht: Ich hätte mir dennoch eine etwas bessere Anpassung der Level bzw. Kompensation der Pegel innerhalb der Optionen des Plugins gewünscht. Teilweise muss man etwas fummeln, um den isolierten Effekt hören zu können, weil das Umschalten zwischen Charakteristika zu Pegelunterschieden führt, die Entscheidungen verfälschen. Gleiches gilt für das Tilt-Filter. Alles nicht schlimm, aber es wäre wünschenswert, genau wie eine etwas größere GUI oder eine Zoom-Option.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare