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Test
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25.02.2016

Softube Drawmer S73 Test

Multi-Band-Processor-PlugIn

Ich hab Style und kaum Geld!

Plug-Ins mit minimalen Regelmöglichkeiten haben auch bei Softube durchaus Tradition, vom kostenlosen Saturation Knob bis hin zu der Bedienelemente-reduzierten TSAR-1-Variation TSAR-1R. Nur weil es wenige Einstellmöglichkeiten gibt, bedeutet das im Umkehrschluss aber nicht, dass die im Hintergrund stattfinden Berechnungen ebenfalls simpel sind. Ein sehr erfolgreicher Vertreter dieser eher neueren Gattung an „Macro“-Prozessoren ist zweifelsohne der Waves CLA Vocals, der nach „analogen“ Vorgaben von keinem geringerem als Chris Lord Alge kreiert wurde.

Im Falle des Softube Drawmer S73 hat man sich dem Dreiband-FET-Stereokompressor Drawmer 1973 gewidmet. So können unterschiedliche Mastering-Vorgaben als eine Art Preset ausgewählt und in der Intensität angepasst werden. Die Vorgaben bzw. Einstellungen hierzu wurden von BT aka Brian Transeau getroffen. Der umtriebige amerikanische Musikproduzent begnügt sich nicht damit, „nur“ als Composer, Multi-Instrumentalist und Engineer zu arbeiten, sondern hat sich auch als Musiktechnologie-Vordenker bereits mehrfach ausgezeichnet.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Der Softube Drawmer S73 ist ein Plug-In für die Betriebssysteme Microsoft Windows und Mac OSX. Es unterstützt die Schnittstellen VST/VST3/AU/AAX/RTAS, für Windows Systeme gibt es das auch in 32- und 64-Bit-Variation. 

Das grundsätzliche Prinzip und sein Hardware-Vorbild

Das Plug-In basiert auf dem Drawmer 1973 3-Band FET Stereo Compressor, bildet ihn aber nicht direkt mit seinen Parametern, geschweige denn der GUI ab. Anstatt selbst Hand anlegen zu können, können hier nur Presets als sogenannter STYLE ausgewählt werden, welche sich an typischen Mastering-Aufgaben orientieren und so teilweise (Multiband)-komprimieren, EQen oder gar per M/S-Matrix bearbeiten. 

Die verfügbaren Geschmäcker lauten wie folgt, sind in drei Kategorien organisiert (Clean, Bass Control, Spatial) und sprechen für sich:

  • CLEAN: Clarity 1, Clarity 2, Neutral, Gentle Compression, More Air
  • BASS CONTROL: De-Rumble, Punch
  • SPATIAL: Wide Mix, Ambience, Vocal Enhance

Bedienung und weitere Parameter der GUI

Der Effektanteil bzw. die Intensität wird mit dem AMOUNT-Regler im Prozent (Off bis 100%) eingestellt, was allerdings nicht mit einem einfachen Threshold verwechselt werden sollte, sondern die Bearbeitung weitaus komplexer reguliert. Mit höheren Werten nimmt trotzdem sukzessive die GAIN REDUCTION zu, wofür eine 13-LED-Ampel die Visualisierung in dB übernimmt. Die Anzeige reicht von homöopathischen 0,1 dB bis zu zu extremen 20 dB. 

Der Ausgangspegel wird von einem Stereo-VU-Metern dargestellt und gibt mit hüpfenden Nadeln einen guten Überblick über die „musikalische“ Dynamik des ausgehenden Materials. Hinzukommt ein AIR-Mode, welcher eine leichte Betonung der Höhen fördert.  

Der Ausgangspegel wird mit dem OUTPUT-Gain beeinflusst und lässt sich von -12 dB bis +12 dB anpassen. Ein Dry/Wet-Regler, um das bearbeite Signal mit dem unbearbeiteten Eingang zu mischen, wurde auch implementiert. Ein Bypass-Regler, eine A/B-Vergleichsfunktion oder eine Möglichkeit, die Bearbeitungen lautstärkenkompensiert überprüfen zu können, findet sich leider nicht. 

Systemanforderungen und Kopierschutz

Geschützt wird das Plug-In mit dem iLok-Kopierschutz. Ein Dongle ist nicht zwangsweise nötig, das Plug-In lässt sich auch lokal auf dem Computer autorisieren. Alle Softube Plug-Ins werden vom einem Betriebssystem-optimierten Installer kopiert. Ausnahmen stellen nur das ProTools-spezifische RTAS-Format und die 64- und 32-Bit-Varianten für Windows dar. Benötigt wird mindestens ein Intel Core oder ein AMD Athlon 64 Prozessor. Ältere Systeme hingegen können mit sogenannten Legacy Installern angesprochen werden, weitere Hinweise dazu findet ihr hier.

Während des Installationsvorgangs (und auch nachträglich) können dann die Softube PlugIns ausgewählt werden, welche man tatsächlich auch nutzten möchte, sodass nur diese in der DAW der Wahl unter den externen Plug-Ins angezeigt werden. Es sei der Hinweis erlaubt, dass jedes Plug-In einen 20-Tage Testzeitraum zum ausgiebigen Ausprobieren mitbringt. Bis zum 29.2. 2016 gilt übrigens ein Einführungspreis von 68 EUR, danach werden 83 EUR (UVP) für den S73 fällig. 

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