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20.11.2017

Sky Audio Verdade Test

Passiver Nahfeldmonitor

Der nach den Sternen greift!

Es müssen nicht immer die großen Namen und Firmen sein, wie Jürgen Lusky beweist. Unzufrieden mit dem Angebot an verfügbaren Monitoren, fing der HOFA Mastering Engineer kurzerhand selber an ein Paar Nahfeldmonitore zu entwickeln – und verkauft diese seit 2015 auch.

Und dabei scheint er einem „Trend zu folgen“, welcher da heißt: passiv. In High-End-Studios sieht man nämlich öfters wieder Nahfeldmonitore mit passiven Frequenzweichen – und entsprechenden dicken Endstufen. Amphion mit ihrer Serie One zum Beispiel, welche wir auch erst vor Kurzem getestet haben.

Details

One-Man-Show

Sky Audio – so der Name von Jürgen Luskys Speaker-Schmiede – hat aktuell zwei Produkte im Portfolio: Verdade und Verdade Maestro. Letztere ist ein äußerst kompromissloses System mit einer besonderen Berücksichtigung des Subwoofers, wodurch ein ganzheitliches „großes“ System geschaffen wird. Das soll uns aber heute nicht interessieren – mir geht es um die „Ur-Verdade“.

Verdade ist Portugiesisch und steht für Wahrheit. Die unverblümte Wahrheit, das sollten Studiomonitore uns aufzeigen – da sind wir uns sicherlich alle einig. Wie man das in der Praxis realisiert, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Jürgen Lusky setzt dabei auf altbewährte Traditionen: schwere Bassreflex-Gehäuse, zwei Wege und ausgewählte Qualitäts-Komponenten.

2-Wege, passiv getrennt

Die Sky Audio Verdade ist ein etwas größerer Nahfeldmonitor mit einem 110x20 mm Bändchenhochtöner und einem 6-Zoll Tieftöner in einem äußerst soliden und verdammt schweren schwarz-lackiertem Gehäuse. Getrennt wird mit einer passiven Frequenzweiche bei rund 2 kHz.

Built like a tank

Gebaut wie ein Panzer und optisch simpel-funktionell gehalten, stemmt das intern verstrebte 25 mm MDF-Gehäuse mächtige 17 kg pro Box auf die Waage. Beachtlich, denn Endstufen sind hier ja keine verbaut. Für den verhältnismäßig kleinen 6-Zoll Tief/Mittelton-Treiber ist das Bassreflex-Gehäuse außerdem beachtlich groß: 43x25x32 cm (HBT) sind es, um genau zu sein. Das ist wirklich groß. Der große runde Bassport befindet sich auf der Rückseite.

Ein kleiner Tieftontreiber ist aber nichts Schlechtes. Im Gegenteil, denn bei einem 2-Wege-Design muss der Tieftontreiber zwangsläufig eine Menge Mitten-Informationen transportieren, wofür größere Woofer in der Regel zu träge sind. Aber keine Angst, die Verdade spielt trotzdem tief und mit ordentlich Druck!

"Hush hush, magazine!"

Besonders viele weitere Informationen gibt es zur Box leider nicht. Jürgen Lusky hält sich da recht bedeckt. In einem Telefonat offenbarte er mir auch warum: Zahlenklauberei bringt seiner Meinung nach nichts, da wichtige Klangeigenschaften ohnehin nicht messbar sind. Man muss einfach hören! Und so findet sich auch nur der Übertragungsverlauf eines Beispiel-Studios auf der Website. Peak-SPLs, Verzerrungen, Freifeldübertragungsverlauf – Fehlanzeige. Auch wenn ich das bei größeren Firmen immer wieder anprangere, hier finde ich es irgendwie sympathisch, wenn auch etwas schrullig.

Viel mehr Infos konnte ich also nicht aus ihm herauskitzeln. Nur, dass der Tieftöner nicht einzeln bzw. für Endkunden erhältlich ist und dass er in einer Sandwich-Bauweise mit Folie gebaut wird, wodurch er besonders steif und trotzdem leicht ist.

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