Test
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22.02.2016

Praxis

Optik & Haptik

Die Ohrhörer fühlen sich sehr wertig an und bieten hohen Tragekomfort. Durch die beiliegenden Ohrpasstücke sollte jeder Anwender die optimale Passform für seinen Gehörgang finden. Die Kevlarverstärkung der Kabel dient der Erhöhung der Lebensdauer. Wer die Zuleitung der Ohrhörer in die Hand nimmt, glaubt das aufs Wort. Ein robuster, sechspoliger LEMO-Steckverbinder sorgt für sicheren Anschluss an den Pocket-Amp; ein „Spreader“ verteilt das Signal auf zwei Ohrhörerkabel. An dieser neuralgischen Stelle wurden gleich mehrere, ausreichend flexible Knickschutze verbaut. Auch die letzten sechs Zentimeter, bevor das InEar-Kabel in den Ohrhörern verschwindet, sind gut geschützt. Aufgrund der Biegsamkeit lässt sich der zum Ohrbügel umfunktionierte Teil des Kabels gut an die Ohrform anpassen.

Das alles wirkt äußerst durchdacht, auch für den rauen Live-Einsatz. Gleiches gilt für den durch eine lederne Gürteltasche bestens gesicherten Pocket Amp. Trotz etwas strammer Passform – die Magnetschließe öffnet sich gelegentlich selbsttätig – sind alle Bedienelemente leicht zugänglich. Das gilt insbesondere für den Endlos-Drehregler auf der Oberseite. Er ist nicht nur für besseren Grip mit einer Profil-Riffelung versehen, sondern auch wunderbar leichtläufig. Seine Rasterung ist präzise auf die Menü- und Lautstärkeauswahl abgestimmt. Die Lautstärke des Ausgangssignals justiert er in 26 Stufen. Wird der Drehregler doppelt gedrückt, öffnet sich das Menü. Durch Drehen und Drücken kann dann äußerst intuitiv navigiert werden. Das Display ist sehr gut ablesbar und sorgt aufgrund seiner Helligkeit und kontrastreichen Darstellung auch in dunklen Umgebungen für Übersicht. 

Besonders praktisch für unterwegs: Der Akku des Taschensenders kann per USB-Kabel geladen werden, lässt sich folglich an jedem PC mit USB-Buchse oder Apple-Gerät mit Lightning-Anschluss auffrischen, ohne dass das Netzteil zur Hand sein muss. Um den Analogeingang zu nutzen, wird ein Schieberegler an der Unterseite des Verstärkers betätigt. Dabei wird der Bypass-Modus für die Wandlereinheit aktiviert. Weil der DAC in diesem Modus nicht mehr arbeitet, ist der Line-Modus deutlich batterieschonender. Aktiviere ich den digitalen USB-Audioeingang und schließe den Verstärker an einen Windows-PC an, installiert das Betriebssystem automatisch die erforderlichen Treiber. Nach wenigen Sekunden ist die Verbindung eingerichtet und der Pocket-Amp fungiert als Soundkarte. Auch der Anschluss iOS- und Android-Geräte gelingt dank beiliegender Adapterkabel wunderbar.

Sound

Der Klang der KSE1500 ist vor allem in den Höhen atemberaubend. Das Signal tönt brillant und offen, der Detailreichtum ist phänomenal. Die Stereoabbildung beeindruckt ebenfalls auf ganzer Linie. Selbst Produktionen, die man in und auswendig zu kennen meint, offenbaren mit diesen Ohrhörern ganz neue Feinheiten.

Bei besonders Hifi-esken Produktionen klingen die Höhen gelegentlich etwas überbetont, jedoch niemals zischelnd. Für diesen Fall der Fälle steht im Equalizer-Menü das Preset „De-Ess“ bereit, das dann wunderbar Abhilfe schafft. Zugleich offenbart das System gnadenlos die Rauschanteile einer Produktion. Das Eigenrauschen des Verstärkers ist dagegen bis zu den letzten vier, fünf Stufen der Lautstärkerasterung kaum wahrnehmbar. Im Bass- und Low-Mid-Bereich sind die KSE1500 zurückhaltend aufgestellt. Hier sorgt das Preset „Low Boost“ für mehr Volumen, ohne zu wummern.

„Vocal Boost“ betont die typischen Frequenzen von Gesangsstimmen und „Loudness“ zaubert eine Smile-Kurve in den Frequenzgang. Vier User-Presets darf der Anwender programmieren. Das Lowshelf lässt sich sechzehnstufig von 20 bis 630 Hz um je 6 dB anheben bzw. absenken. Die beiden Glockenfilter sind zwischen 20 Hz und 20 kHz justierbar. Für die Scheitelfrequenz stehen sage und schreibe 31(!) Frequenzpunkte sowie drei verschiedene Gütestufen zur Verfügung. Und auch das Hipass-Filter überzeugt mit seinen von 800 Hz bis 20 kHz reichenden 15 Steps. Mein Favorit ist jedoch die „Flat-Stellung“ des Equalizers. Sie bringt die Qualitäten des Systems am besten zur Geltung.

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