Software
Test
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01.08.2017

Serato Sample Test

Plug-in

So macht Sampling Spaß!

Mit Serato Sample, einem Audio Unit- und VST-Plug-in für die DAW, öffnet sich Serato dem Producing-Markt. Kein Neuland für sie, denn sie verdienten sich schon einige Jahre vor der Einführung von Serato Scratch Live mit dem Timestretching- und Keyshifting-Plug-in „Pitch ’n Time“ Lorbeeren. Serato Sample nutzt die gesammelten Erfahrungen der letzten knapp zwanzig Jahre. Herausgekommen ist ein Sampler, der in den Punkten Sound, Ausstattung, Oberfläche und Handling überzeugen möchte …

Details

Um Missverständnisse gleich zu Beginn aus dem Weg zu räumen: Serato Sample ist weder ein Expansion-Pack für Serato DJ, noch ein eigenständiges Programm. Das kann sich aber vielleicht in der Zukunft ändern. Vielmehr pflanzt sich der Sampler als Audio Unit- und VST-Plug-in in die gängigsten Musikproduktionsprogramme, wie Ableton Live, Logic Pro, FL Studio oder Maschine. Serato bringt Farbe ins Spiel und beweist, Plug-ins müssen sich nicht immer nerdig geben, um technisch zu überzeugen. Die grafische Benutzeroberfläche ist übersichtlich und wirkt Serato DJ-Usern vertraut. So wurden die Wellenformansicht zum schnellen Absuchen beliebter Parts, der in sieben Stufe zoombare Spektrogramm-Ausschnitt samt Farbcodierung nach hohen und tiefen Frequenzen zum genauen Auswählen der Samples übernommen. Pro geladenem File stehen insgesamt sechzehn Pads zur Verfügung. Jedes einzelne Sample lässt sich in folgenden Parametern individuell anpassen:

  • Reverse
  • Lautstärke (Level)
  • Low/Highpass-Filter
  • Anschlaghärte des Samples (Attack)
  • Ausklanglänge des Samples (Release)
  • Tonart- und Tempo-Anpassung (Keyshift und Timestretching)

Favoriten-Samples darf man zudem einen Stern verleihen.

Komplette Tracks nach geeigneten Samples zu durchforsten, ist mühselig. Serato nimmt euch die Arbeit ab, indem es mit „Find Samples“ per Algorithmus bis zu sechzehn Samples herausfiltert, markiert und auf die Pads verteilt. Auch das Zerstückeln (Slicer) und Generieren eines Samples in bis zu sechzehn Halbtöne zum Spielen von Melodien (Key Shift Pad) erledigt das Plug-in auf Knopfdruck. Allerdings bleiben favorisierte Pads (die mit dem Stern) und deren Samples gesperrt. Um dennoch auf die 16 Halbtöne und mehr zu kommen, bedient sich das Plug-in dem Keyboard-Modus, mit dem man ein Sample wie einen Synthesizer-Sound über die komplette Klaviatur spielt.

Vom geladenen Track oder dem importierten Soundfile können die BPM hundertstelgenau und die Tonart in +/-24 Halbtonschritten verändert werden. Die Samples spielen in zwei Modi, ein- oder mehrstimmig (mono- oder polyphon). Letzteres ist von Vorteil, wenn man mit einem gesampelten Sound Akkorde spielen möchte. Egal, was ihr mit dem geladenen File im Sampler anstellt, die Datei genießt Immunität.

Auf dem Papier klingt dies gut, aber auch in der Praxis?

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