Test
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28.01.2020

Sennheiser e 901 Test

Grenzflächenmikrofon für Bassdrums

Rein und fertig!

Viel schreiben muss man zum Grenzflächenmikro Sennheiser e 901 eigentlich nicht. Dieser Schallwandler ist nur für eine einzige Aufgabe konzipiert worden, nämlich die druckvolle, unkomplizierte Abnahme der Bassdrum im Live- und Studiobetrieb. Während Soundfreunde über das empfindliche Bändchen- oder den edlen Großmembraner mit einer Mischung aus Zuneigung und Respekt sprechen, heißt es bei Grenzflächen in aller Regel: „In die Bassdrum rein, fertig!“ Damit wird diese Sorte Mikrofon zu einem Erfüllungsgehilfen auf dem Weg zum attackbetonten Bassdrumsound, größere Emotionen sind hier offenbar fehl am Platze. Ob das e 901 tut, was von ihm erwartet wird, lest ihr im Folgenden.

Details

Schwarz, flach, stabil

„German Engineering – Uncompromisingly Reliable“, steht auf der länglichen Pappschachtel, in welcher sich das e 901 verbirgt. Nach dem Öffnen zeigt sich, dass der vollmundige Spruch stimmen könnte, denn das Testobjekt wirkt mit seinem schweren Ganzmetallgehäuse zumindest mechanisch fast unzerstörbar. Seine rundliche, vorne breiter werdende Flunderform sieht gefällig aus, mit knappen 13 Zentimetern Länge und 11,5 Zentimetern Breite lässt sich das Teil durch jedes Resofell-Luftloch bugsieren. Auffällig ist die um gute zwei Zentimeter nach innen versenkte XLR-Buchse, welche den Platzbedarf der Mikro/Kabel-Einheit in kurzen Bassdrums etwas reduziert und außerdem das Kabel selbst schützt. Auf der Unterseite ist eine Gummierung angebracht, interessanterweise finden sich dort auch zwei Aussparungen für eine Verschraubung des e 901. 

Technisch auf Bassdrum getrimmt

Unter dem Metallgitter arbeitet eine permanent polarisierte Kondensatorkapsel, welche einfallenden Schall in Form einer halben Niere aufnimmt. Zwei Werte verdeutlichen die Ausrichtung des Sennheiser e 901 besonders anschaulich. Da wäre zunächst die geringe Empfindlichkeit von nur 0,5 mV/Pa. An leisen Quellen würde das zu hohem Rauschen führen, in Bassdrums sorgt sie jedoch für ein ausgewogenes Verhältnis. Der zweite Wert bezieht sich auf den Grenzschalldruckpegel, welcher bei außergewöhnlich hohen 154 dB liegt. Dieses Mikro verträgt also Lautstärken weit jenseits dessen, was das menschliche Gehör aushalten kann. 20 bis 20000 Hertz kann das Mikrofon übertragen. Als Druckgradientenempfänger lässt sich durch die Posaitionierung der Nahbesprechungseffekt steuern, was ein Blick auf das Frequenzdiagramm verdeutlicht und natürlich in der Druckkammer Bassdrum von Vorteil sein kann. Der stetige Anstieg der Kurve, die bei 5000 Hertz ihren Höhepunkt findet, lässt ein attackbetontes Ergebnis vermuten – weswegen man schließlich auch zur „Grenze“ greift.  

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