Hersteller_Schlagwerk Cajon_Addon
Test
4
09.11.2013

Praxis

Als erstes versuche ich mich an Cajon Brush #1. Schnell fällt mir die ungewohnte Dicke und das höhere Gewicht im Vergleich zu anderen Besen auf. Das Gewicht empfinde ich nicht als nachteilig, immerhin hängt der Besen beim Cajonspielen mehr oder weniger nach unten und wird nicht, wie beim Spiel auf der Snare, waagerecht gehalten. Auch setzen sich mit dem Griff gespielte tiefe Akzente besser durch als bei leichteren Besen.

Durch den Gummiüberzug liegt der Griff angenehm und sicher in der Hand und die weichen Plastikborsten klingen gut am Instrument. Für mich ist es immer ein Abwägen, wenn Schüler fragen, welche Besen ich fürs Cajon empfehlen kann. Ich persönlich mag den Klang von Metallborsten, aber diese verfärben die Schlagfläche des Instruments. Ob man das in Kauf nehmen möchte, ist natürlich eine Frage der persönlichen Präferenz, aber für den Einstieg ins Besenspiel eignen sich Plastikbesen in jedem Fall gut. Schade, dass der Griff so dick ist. Ich benutze beim Spielen gerne den Handballen um auch mit Besen einen amtlichen Bass zu bekommen, aber durch die Maße des Griffs funktioniert das leider nicht. Trotzdem - auch wenn das Spielgefühl erst mal ungewohnt bleibt, merke ich schnell, dass eine Menge Potential im Cajon Brush #1 steckt.

Weiter geht’s mit Brush #2. Die „Black Crisp“ Besen sind bis auf die Borsten baugleich mit Modell #1. Durch die dickeren und härteren Borsten haben sie einen wesentlich kompakteren, trockeneren Sound. Beim Spiel auf der Kante des Instruments stellt sich direkt Hi-Hat-Feeling ein. Für das Spiel mit einem Besen und einer freien Hand eignen sich diese Besen sehr gut, während Wischbewegungen durch die weicheren Borsten besser mit Brush #1 klingen.

Die Cajon Brushes #3 „Elasticks“ sind im Grunde „Hot Rods“ aus Kunststoff für’s Cajon. Der Griff ist, anders als bei Brush #1 und #2, flexibel, was für das Spiel durchaus angenehm ist. Die drei Gummiringe bringen einiges an Flexibilität. Wenn man doch einen weicheren Besenklang möchte, lassen sich die Ringe bis an den Griff zurück schieben, damit die Borsten etwas lockerer gebündelt sind. Das Ergebnis ist dann ein ähnliches Spielgefühl und ein ähnlicher Klang wie bei Brush #2. Eine gute Wahl, vor allem wenn auch eine Snare und ein paar Becken zum Setup gehören. Im Audiobeispiel hört man deutlich den Unterschied zu den anderen Besen:

Zum Schluss wage ich mich an Cajon Brush #4, das Martin Röttger Signature Modell. Im ersten Moment weiß ich weder, in welche Hand ich den Besen nehmen, noch wie ich ihn überhaupt halten soll. Aber schon nach kurzer Zeit bin ich angenehm überrascht. Das seltsame Teil lädt gerade zu dazu ein, unkonventionelle Rhythmen und neue Spieltechniken zu entdecken und der Sound ist wirklich gut. Egal ob gewischt, geschlagen, getippt oder gedreht, das ungewohnte Ding macht einfach Spaß. Es lassen sich sowohl Bässe als auch dezente Hi-Hat- Licks oder gestrichene Besenpatterns damit spielen. Je nachdem, in welcher Hand man den Besen hält, ergeben sich andere Patterns und Spielideen. Cool, dass es auch so seltsame Ideen in die Produktpalette schaffen, hier steckt eine Menge kreatives Potenzal.

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