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14.06.2017

RTW MM3 MusicMeter Test

Hardware-Audioanalyzer

Das kleine Schwarze

Frequenzanalysen und Pegelinformationen kann man grundsätzlich in jeder DAW mehr oder minder umfangreich auslesen, besonders präzise sind diese Bordmittel aber meist nicht. Spezielle Software, wie beispielsweise die der deutschen Firma Pinguin Audio, gibt es auch, allerdings muss man dafür ein dickes Budget, ein zusätzliches Display sowie weitere Rechenleistung einplanen.

Die Nutzung eines Hardware-Analyzers ergibt also durchaus Sinn. Die Klassiker stammen dabei von RTW, in ihren modernen Messgeräten werden natürlich Touchscreens verbaut. Wir haben das MM3 MusicMeter getestet, das mit Abstand günstigste Messgerät der deutschen Firma.

Details

Hardware-Analyzer

Das RTW MM3 MusicMeter ist ein Audioanalyzer bis 96 kHz mit analogen und digtalen Eingängen sowie der Möglichkeit einer Audio-Integration via Micro-USB und Plugin. Das Tischgerät bietet vielfältigste Audiomessungen für Stereo und 5.1, letzteres aber nur per USB. Das kompakte Gerät wird somit auch zum 6-kanaligen Class-Compliant-Audiointerface; für Windows gibt es Treiber.

Horizontaler oder vertikaler Touchscreen

Das MM3 verfügt über einen 4,3 Zoll großen Touchscreen mit 272 x 480 Pixeln – per Wischbewegung kann man zwischen vielfältigsten Anzeigeformaten auswählen. Die Stromversorgung erfolgt über einen Micro-USB-Anschluss, ein USB-Netzteil ist Teil des Lieferumfangs. 

Das hochwertig verarbeitete Metallgehäuse wiegt 0,4 kg und misst  82,5 x 138 x 50 mm, B x H x T hochkant. Dank der L-Form kann das Gerät im Hoch- oder Querformat aufgestellt werden, das Display lässt sich entsprechend anpassen, jedoch sind manche Anzeigen nur in gewissen Aufstellungsvarianten verfügbar. 

Analoge und digitale Eingänge inklusive Plugin-Mode

Rückseitig steht ein analoger Stereo-Eingang auf unsymmetrisch RCA inklusive Trimm-Schräubchen (von -22 dBu bis +24 dBu) und ein RCA S/PDIF I/O zur Verfügung. Bei Verbindung mit einem Computer kann das M3 MusicMeter als Audiointerface eingerichtet werden, ein Audio-Ausgabe ist dann allerdings nur über den S/PDIF Out möglich.

Seit geraumer Zeit steht die Möglichkeit zur Verfügung, das MM3 auch via Plugin in die DAW zu integrieren. Die dazu benötigte Software nennt sich RTW USB Connect und ist in der Version 1.5 in den Formaten VST2.4, VST3, AAX und AU für macOS sowie VST2.4, VST3 und AAX für Windows 7/8 erhältlich. RTAS ist nur für Windows 7 sowie für macOS als RTC Connect 1.1 verfügbar und ermöglicht eine direkte Audio-Verbindung des RTW- USB-Audiotreibers als Plugin mit der DAW. Zusätzlich wird die Fernsteuerung der Start-, Stop-, Reset-, Time- und Ref-Funktionalität zur Verfügung gestellt.

Vielfältigste Messverfahren

Neben vielen unterschiedlichen, analogen oder digitalen Anzeigen für den aktuellen Pegel – inklusive Moving-Coil-VU-Meter – gibt es natürlich auch Real-Time-Analyzer (RTA) sowie verschiedenste Messungen über die Zeit, wodurch die Loudness über einen definierten Zeitraum abgelesen werden kann (Loudness Chart). Die unterschiedlichen Instrumente können dabei auch in verschiedensten Kombinationen dargestellt werden. 

Im Praxisteil werden wir alle Pages noch einmal genauer durchgehen, bedenkt aber jetzt schon, das durch das Hoch- oder Querformat sowie Pegeldarstellungen mit MC Moving Coil oder TP/PPM-Bargraph-Visualisierung sehr viele verschiedene Optiken möglich sind. Deshalb an dieser Stelle nur eine Zusammenfassung der wichtigsten Instrumente in Stichpunkten:

  • Loudness Chart
  • Zeigerinstrumente (Moving Coil: BR, VU)
  • Spektrum-Analysator, 31 Bänder, 1/3 Oktave (RTA)
  • 2-Kanal-Audio-Vektorskop (Goniometer)
  • Numerische Anzeigen

Tiefergehende Einstellungen

Im Setup-Menü können die Referenzpegel auf 0,1 dBu festgelegt, Skalen wie TP60, Dig60, Nordic und BR lla gewählt und weitere Parameter zum Thema Zeitbereich, Toleranzen und Graphen eingestellt werden. 

Natürlich kann auch das Loudness-Messverfahren definiert werden, wobei folgende Formate geboten werden:  ITU-R BS.1770-3/1771-1, EBU R128, ATSC A/85, ARIB, OP-59, AGCOM und CALM. Als Systemsprache steht Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Lieferumfang

Neben dem Micro-USB-Kabel gehört auch ein USB-Ladegerät mit verschiedenen Steckeraufsätzen zum Lieferumfang, dazu ein paar Beipackzettel mit Sicherheits- und Bestimmungshinweisen. Ein echtes Handbuch fehlt. Wenn man das Gerät jedoch zum ersten Mal einschaltet, dann erklärt ein kleiner Einrichtungsdialog die wichtigsten Sachverhalte wie Sprache, Eingang und Bedienung.

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