Keyboards
Test
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17.01.2021

Praxis

Gut Ding will Weile haben

Die TR-6S hat eine extrem große Menge an Potential, die es in Ruhe zu entdecken gilt. Anfangs war ich von dem Menü-Grab echt abgeschreckt, nach etwas Eingewöhnung und einzelnen Blicken ins Handbuch konnte ich mich mit der Struktur aber gut anfreunden.

Die TR-6S ist mächtig und muss sich nicht hinter der TR-8S verstecken. Auch im Vergleich zur TR-06 schneidet sie deutlich besser ab, da sie Motion Record, mehr Sound-Features – allein in Form der Synths – sowie bessere Pattern-Organisation, zusätzlich große Klinke und dickere USB-Anschlüsse mitbringt – ganz so hipster-sexy wie der silberne Klotz ist sie allerdings nicht.

Ferner dauert es eine ganze Ecke länger, bis man bei der Bedienung der komplexen TR-6S halbwegs cool aussieht. Das hier ist für Nerds, ganz klar!

Möchte man alle Features erreichen, muss man damit leben, dass viele Zwischenschritte, Tastendrücker und üppiger Kurbelaufwand auf einen zukommen – je nach dem, was man nun so vorhat. Ich hab diesmal echt einige Anläufe für das Video benötigt, weil man sich doch gern in einem Menü verdaddelt. Da kann man sich eventuell dran gewöhnen oder wünscht sich bald mehr Hardware-Zugang in Form der großen TR-8S. 

Kein Keyboard-Mode, ausgereifter Drum-Sequenzer

Mir fehlt hier nur ein echter Keyboard-Mode: Melodien mit dem Tune oder Coarse zu programmieren ist schwerfällig, wird aber besser, wenn man den CTRL-Regler belegt. Ansonsten möchte ich explizit die umfangreiche Pattern-Struktur loben, die es einem leicht macht, lange bzw. komplexe Beats zu bauen.

Obwohl weitestgehend alles soweit selbsterklärend ist, gab es einige Funktionen, die schwer zu finden sind, weswegen ich das noch kurz erwähne, um eventuelles Suchen zu ersparen. Beispielsweise kann man Variations linken und dabei Step-Editieren. Mann muss dazu nur länger TR-Rec gedrückt halten und schon tauchen die Variations auf und man kann mit Pink auswählen, welche zu editieren wären.

Variations lassen sich ferner leicht mit COPY auf die Nächste kopieren, sodass man größere Motions aufnehmen kann, selbst wenn es der Beat von der Länge nicht vorgibt. Das Handbuch scheint alle Informationen irgendwo bereit zu halten, ist aber auch nicht unbedingt von der Sorte, die man gerne liest. Trotzdem muss man Roland eines wirklich immer lassen: Wenn man einmal seinen Kopf in die Sache reingezwungen hat, versteht man das Konzept und ist am Ende erstaunt, wie viele Funktionen man in so einen kleinen Kasten unterbringen kann.

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