Hersteller_Roland
Test
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22.10.2019

Praxis

Inbetriebnahme und loslegen

Fangen wir mal an: beim Start eines neuen Projekts erstellt die MC-707 per Default einen Drum-Track mit einer 909-Kit auf Track 1. Also erst mal einen Backbeat hinlegen. Wollen wir ein anderes Drumkit nutzen, können wir dies aus der Library oder einem Projekt laden. Dieses Power-Feature erinnert sehr an Ableton Live, wo man ebenfalls ganze Tracks aus dem Browser in ein Arrangement ziehen kann und tröstet etwas darüber hinweg, dass das Laden und Zuordnen von 16 eigenen Lieblings-Samples sich als langwieriges Getippe gestaltet. Einmal erstellte eigene Kits können also aus älteren Projekten schnell in neue geladen werden. Die Grundsounds wie Bassdrum, Snare, Clap, HiHat liegen bei fast allen internen Drumkits auf den gleichen Pad-Slots, so dass nichts dagegen spricht, verschiedene Drumkits für einen bereits programmierten Beat durchzuprobieren.

Bank A bietet 58 interne Kits, Bank B sogar 74. Natürlich sind neben der 909 auch alle anderen üblichen Verdächtigen aus dem Roland-Universum mit am Start: 808, 707, 727, 606, 626 und CR78. Anscheinend haben wir es hier nicht mit ACB-Emulationen wie bei der TR-8, sondern schlichten PCM-Samples zu tun, aber die klingen durch die Bank weg gut. Alle Drum-Kits können beim Browsen ohne Ladezeiten direkt über die Pads gespielt und begutachtet werden. Das geht sogar bei laufendem Sequenzer und mit den vorher programmierten Steps.

Per Edit-Menü haben wir Zugriff auf folgende Parameter jedes Drum-Instruments: Level, Tuning in Halbtonschritten (Coarse), Ausklingzeit (Release), die Intensität des Reverb-Sends und dann auf der zweiten Menü-Seite Fine-Tuning, Panorama, Hüllkurvenmodus (mit oder ohne Sustain) und den Delay-Send. Über die Instrument Edit Settings sind zudem mit Filtern und Hüllkurven sehr tiefgehende Eingriffe in das Sound-und-Triggerverhalten der einzelnen Drums möglich und natürlich stellt sich unwillkürlich die Frage, ob die MC-707 nicht auch so ganz nebenbei eine TR-8S ersetzen kann. Im Prinzip ja, wenn auch nicht ganz so intuitiv wie bei der TR-8S. Man hat pro Track schließlich nur drei Parameter pro Drumkit im direkten Zugriff. Natürlich könnte man mehrere Tracks für individuelle Drums reservieren, doch das wäre bei nur acht Tracks auch irgendwie Verschwendung. Das spontane Muten einzelner Drum-Instrumente ist machbar, hierfür hält man den Mute-Mode-Schalter gedrückt und schaltet dann einzelne Pads stumm.

Ausschnitt der MC-707 Drumkits

Tone Tracks in Aktion

Per Default legt die MC-707 als nächstes einen Tone-Track an. Hier wird man erst mal vom riesigen Angebot an Preset-Sounds förmlich erschlagen. Und genauso umfangreich sind die Programmiermöglichkeiten.
Die Synth-Engine ist mit vier Oszillatoren ausgestattet. Jeder dieser Oszillatoren kann entweder auf virtuell analoge Oszillator-Modelle (Sägezahn, Rechteck, dreimal Dreieck, zweimal Sinus, Ramp und „Juno“), 48 PCM-Modelle, die seit dem JP-8000 berühmt-berüchtigte Super-Saw, Noise oder eigene Samples von der SD-Karte zurückgreifen. Soll heißen: Pro Sound können hier auch bis zu vier eigene Samples gelayered, nachbearbeitet und im Mischkonsum mit den internen Quellen kombiniert werden.

Abgeschmeckt werden die Sounds per Multibandfilter, Amp-Hüllkurve und Fünfbandequalizer mit vollparametrischen Mitten. Schließlich gibt’s zusätzlich zu den beiden Sendeffekten pro Synthsound noch einen Inserteffekt mit 90 Programmen. Gefreut habe ich mich über Emulationen historischer Roland Effekte wie den Dimension D („Space-D“), CE-1, SDD-320 und „Juno-60-Chorus“ mit prägnantem Ping-Pong-Rauschen. Leider hat der Inserteffekt keine Mixstufe für den Wet/Dry-Gehalt, was gerade bei Effekten wie Delay sehr nützlich wäre.

Im Übrigen ist man nicht auf einen Sound pro Track limitiert. Als Soundsource kann „Track“ oder „Clip“ definiert werden. Im Clip-Modus greift jeder Clip auf einen beliebig wählbaren Sound zurück. Der Grundrythmus mit 808-Sounds und im Break dann ein brachiales EDM-Kit können also auf einem Track stattfinden, was bei der doch beschränkten Anzahl von nur acht Tracks ein sehr wertvolles Feature ist. Selbsterstellte „Tones“ können nicht separat in einer Library gesammelt werden, sondern werden mit dem jeweiligen Projekt abgespeichert. Dank der Project Import-Funktion stehen sie aber auch für andere Projekte zur Verfügung.

Ausschnitt des MC-707 Soundangebots

In der „zweiten Reihe“ steht die Modulationskette, zu der neben einem LFO, Hüllkurven für Filter und Pitch auch eine Matrix gehört, in der zwei Modulationsziele definiert werden können. Das allein ist nur der „Easy Modus“ für einfache Anpassungen. Wer noch tiefer in die Materie eindringen will, gönnt sich den „Partial Modus“. Hier können wir jedem einzelnen Oszillator das ganze Set an Nachbearbeitungsmöglichkeiten geben und das ist schon ziemlich mächtig für eine Hardware-Groovebox. In der Grundeinstellung sind die acht Slots acht verschiedenen MIDI-Kanälen zugeordnet. Diese können individuell konfiguriert werden. Ein Betrieb als reiner „MIDI-Expander“ ist ebenfalls problemlos möglich.  Ob man nun also lediglich die vielen Preset-Sounds nutzt oder ganz tief in die Soundprogrammierung einsteigt: das hervorragende Soundangebot ist eine der ganz großen Stärken der MC-707.

MIDI-Aufnahme

Aufnahme von Drum-und Tone-Tracks ist in Realtime oder via polyphonem Step-Recording möglich. Vorher sollte allerdings noch die Länge des Patterns von einem bis 128 Steps eingestellt werden, dann kann’s losgehen. Das Realtime Recording über die Pads (Note-Modus) ist durchaus komfortabel und wer mit der ein-oktavigen Klaviatur (mit Oktav-Schaltern) zurechtkommt, braucht kein externes Einspielkeyboard. Leider fehlen hier die „Scales“, die zum Standard-Repertorie anderer moderner Sequenzer wie Akai Force oder Toraiz Squid gehören, denn die hätten die Anzahl der direkt spielbaren Noten deutlich erhöht.

Für’s Step-Recording gibt es natürlich eine Reihe mit kleinen hintergrundbeleuchteten 16 Step-Buttons. Diese sind gummiert und reagieren nicht so flott wie bei der TR-8 oder TR-8S. Wer es gewohnt ist, bei Roland-Drummachines mal eben mit einem Strich über die 16 Plastik-Stepbuttons zu streichen, wird sich bei der MC-707 umorientieren müssen. Wird auf den Performance-Pads ein Drumsound angewählt, sieht man auf den Stepsequence-Buttons die programmierten Steps. Akkorde für polyphone Synths lassen sich ebenfalls im Step-Sequence-Modus programmieren. 

Für komplexere Drum-Programmierungen stehen bei gedrücktem Step-Button noch Anschlagsdynamik, Start, Mute und Sub-Steps wie z. B. Flams zur Verfügung. Mit „Start“ können Noten vorgezogen oder etwas später abgespielt werden. Mute ist ein prozentualer Wahrscheinlichkeitswert. Bei 33% z. B. besteht eine Drittel-Wahrscheinlichkeit, dass der entsprechende Step nicht abgespielt wird und das ist für abwechslungsreiche Patterns interessant. Elektron-User kennen dieses Feature als „Conditional Trigs“.

Grid-Mode

Softwareseitig lässt das Grid des MC-707 16 Clips auf je acht Spuren zu. Trotz dieser Einschränkung ist das für die meisten Anwendungen mehr als genug, schließlich können wir hier alle Clips miteinander kombinieren. Durch die hardwaremäßige Beschränkung auf nur zwei mal acht Slots sind virtuose Kombinationen jedoch nur mit viel Überblick auf dem Display machbar. Es wäre wunderbar, wenn man zum Beispiel ein optionales Novation Launchpad an den MC-707 anschließen könnte. Bei einer Laptop-basierten DAW wäre das kein Problem, bei einer Hardware-DAW müssen wir nehmen, was da ist. Immerhin können durch Scene-Buttons acht Clip-Kombinationen gestartet werden, entweder in einer Reihe – wie bei Ableton – oder aber frei programmiert, wie die Pattern-Sets beim Toraiz Squid.

Die Clips können eine maximale Step-Länge bis zu 128 Steps aufweisen, sie können individuell geshuffelt und in der Laufrichtung variiert werden (vorwärts, rückwärts, vorwärts und rückwärts, invertiert und zufällig). Schließlich lässt sich auch das Metrum verändern (1/8tel, 1/16tel, 1/32tel sowie diverse triolische Muster), praktisch auch für alle, die acht Takte lange Loops programmieren wollen und dann mit dem 1/8-Metrum Vorlieb nehmen.

Motion Recording

Alle Parameter, die den drei Potis pro Kanal zugewiesen werden, können auch per Motion Recording automatisiert werden. Allerdings bezieht sich die Aufnahme auf den Knopf, nicht auf den Parameter. Wurde das Motion-Recording beispielsweise mit Pitch Fine-Assign aufgenommen, dann aber das Poti einer anderen Funktion zugeordnet, z. B. Reverse, dann wird das Motion Recording auf diese Funktion angewendet. Ist man nicht zufrieden mit der Automation, kann diese supereinfach wieder gelöscht werden (Motion ON + Poti drehen).

External Input

Über den External Input finden Kondensatormikrofone, Mono-und-Stereoquellen bei der MC-707 Anschluss. Für das Sampeln von Loops stellen wir im Input Menü die gewünschte Taktzahl ein und bei laufendem Gerät wird taktgenau gesampelt.  Aber wie hören wir, was da reinkommt? Fast scheint es, als hätten die Roland-Entwickler den Volumenregler für den External Input vergessen. Dabei ist es ganz einfach: Input drücken und am grün umleuchteten Eingaberad drehen, schon wird die Lautstärke hochgezogen. Muss man nur draufkommen.

Sampling

Anders als die TR-8S kann die MC-707 tatsächlich selbst sampeln und hat dafür zwei Eingänge auf der Rückseite. Allerdings sind diese für’s Loop-Sampling vorgesehen: Audio wird bei laufendem Sequenzer taktgenau aufgenommen und sofort nach Ende der Aufnahme geloopt wieder abgespielt, bei Geschwindigkeitsänderungen auch timegestretched und mit veränderbarer Tonhöhe, genauso wie bei Ableton-Clips in der Session-View. Sampeln wir nur einen Drumsound in einen Audiotrack, würde die MC-707 diesen ebenfalls loopen. WAV-Files für die Drum-und-Tonetracks führt man also besser per SD-Karte zu.

Das Laden von Loops von der SD-Karte ist ebenfalls bei laufendem Sequenzer möglich. Für das Laden der Kartenübersicht braucht die MC-707 allerdings ein paar Sekunden und in dieser Zeit ist kein Zugriff auf die Maschine möglich, nicht mal Start oder Stop. Nach dem Laden werden die Samples ohne weiteres Zutun sofort geloopt. Sind sie nicht präzise geschnitten, können die Start und Endpunkte sowie die Taktzahl schnell und bequem im Soundedit-Menü justiert werden. Und im True-Ableton-Style kann natürlich jeder Clip eines Looper-Tracks ein anderes Sample beinhalten.

Sample Import

Als nächstes möchte ich bereits geschnittene Audiostems eines meiner Songs für einen Live-Auftritt in die MC-707 laden. Dafür habe ich den Folder mit allen Samples auf die SD-Card gezogen. Keine gute Idee: Der MC-707-Browser erkennt keine Folder. Auch AIFs werden nicht erkannt. Sämtliche zu ladenden Sounds müssen WAVs sein und sich im „SAMPLE“-Folder der SD-Card befinden. Das bedeutet bei vielen Sounds dann auch wieder viel Scrollen. Wohl dem, der seine Samples einigermaßen stringent benennt.

Die Timestretching-Qualität ist für Beats OK, für kritische Signale wie z. B. Pianos schlicht nicht gut genug. Per Default wird „Pitch/Stretch Type2“ von der MC-707 angewendet, der ist optimiert für percussive Signale, so wie der „Beats“-Algorithmus in Ableton Live. Für melodische Klänge sollte man „Pitch/Stretch Type1“ nutzen, der ein wenig besser klingt, aber längst nicht an die Klangqualität heranreicht, die wir mittlerweile von Software wie Ableton Live oder Traktor gewohnt sind. Bei den folgenden Audiobeispielen spiele ich zuerst einen typischen House-Beat-Loop, danach ein House-Piano zuerst bei 122 bpm, dann schneller bis 144 bpm, dann langsamer bis zur Minimalgeschwindigkeit von 40 bpm. Schließlich beide zusammen. Als Metronom dient ein schlichter Grundrhythmus von einem internen 808-Kit der MC-707.

Was bei den Tempoveränderungen neben den schnarrenden Artefakten der Loops auffällt ist, dass sich das Triggerverhalten der Loops anscheinend stets an der BPM-Zahl des Downbeats orientiert und dann im Laufe des Takts aus dem Timing läuft, wenn ich die Geschwindigkeit immer langsamer drehe.

Audioloops aus MC-707

Die ganz große Ernüchterung dann beim Laden der Samples: Nach acht viertaktigen Loops ist auch schon Schluss: Memory Full, Game Over. Von wegen sechs Minuten Samplezeit: Wie schon weiter oben erwähnt, beziehen sich diese Angabe von sechs Minuten stereo auf die „User-Samples“ für Tones und Drums. Für die Looper-Tracks sind jedoch gerade mal ca. 60 Sekunden eingeplant. Auch mit dem Kopieren von Loops lässt sich kein Sampleplatz sparen, denn wird ein Sample von einem Slot in einen anderen kopiert, wird das ganze Sample noch einmal neu angelegt. Der kopierte Clip greift also nicht auf das bereits im Speicher befindliche Sample zurück.

Das gleiche Bild beim direkten Samplern: Acht viertaktige Loops passen bei Tempo 123 bpm in den Speicher, dann sind 89% voll und ein neunter viertaktiger Loop ist nicht mehr möglich.  Wer kein Timestretching benötigt, sondern eher mit langen Drones und Effektsounds arbeiten will, kann beispielsweise ein Drumkit mit 16 langen Samples belegen. Dieser Speicherplatz geht dann aufs Konto der Sechs-Minuten-User-Samples. Dabei fiel mir auf, dass ein dreiminütiges Sample geladen wurde, ein vierminütiges war der MC-707 aber schon zu lang.

Sechs Minuten User-Sample-Platz versus eine Minute Loop-Sample-Platz – ich hätte mir das Verhältnis eher anders herum gewünscht. So muss man die MC-707 also vor allem als potente Soundmaschine mit großem Preset-Arsenal und sehr tiefgehender Klangsynthese begreifen, mit der Möglichkeit, einige timegestretchte Samples pro Projekt mitnehmen zu können. Für eine hauptberufliche Audioloop-Schleuder ist der vorgesehene Speicherplatz leider viel zu knapp bemessen. Aber Hand auf’s Herz: Es sind auch schon Hits mit deutlich weniger Speicherplatz geschrieben worden.

Live on stage

Für einen Live-Test habe ich die MC-707 in den Berliner Maze-Club mitgenommen. Mein Setup bestand aus Traktor 3 Pro, die MC-707 wurde per virtueller MIDI-Clock von Traktor synchronisiert und an den Send/Return-Buchsen der MC-707 war noch ein analoges Effektgerät angeschlossen. Das erschien mir nötig, um dem sehr cleanen Klang der MC-707 ein wenig charakterstarken Schmutz zu verleihen. Druck ist hingegen genug da: Allein die schön tight synchronisierte 808-Bassdrum verlieh etwas schwachbrüstigen Tracks ordentlich Rumms im Frequenzkeller und gefiel mir wirklich gut.

Sehr praktisch ist im Live-Betrieb auch die Cue-Funktion zum Vorhören, wenn auch auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich. Im Mute Modus können wir einen Track zum Vorhören auf die Kopfhörer schicken und beim runtergezogenem Lautstärkeregler reinhören, bevor wir sie in den Mix einfaden. DJs kennen das von ihrem Mischpult. Gerade für Liveperformer oder bei Jam-Sessions ist das Gold wert. Der Cue-Status wird im OLED auch direkt dargestellt, Menschen ohne Adleraugen müssen den Mute-Modus aufsuchen und bei gedrückter Mode-Taste eines der unteren Pads drücken, die schimmern dann violett und das hell erleuchtete repräsentiert den ge-cueten Track. Etwas kompliziert, aber nach einer längeren Jam-Session hat man das verinnerlicht.

Präzise genug wurde auch gesampelt: Gefüttert vom zweiten Stereoeingang meines Traktor-Controllers und dank der taktgenauen Sample-Automatik lief der Traktor-Loop sofort in der MC-707 weiter. Aber: was macht man dann damit? In Traktor gibt es viele Möglichkeiten, einen Drumloop mit Beatmasher, Gate, etc. kreativ zu verwursten. Die MC-707 dagegen bietet Delay, Reverb, einen Multieffekt und auf den zweiten Kontrollregler gemapped die auf Dauer nur mäßig originelle Option, das Sample rückwärts ablaufen zu lassen. Um die Parameter des MFX den drei Echtzeitkontrollreglern zuzuordnen, muss man durch diverse Menüs steppen. Das macht man vielleicht in einer akribischen Liveset-Vorbereitung, aber ganz bestimmt nicht spontan während eines DJ-Sets oder einer Livejam-Session, wo man alle klangverändernden Optionen vorhersehbar und im direkten Zugriff haben möchte.

Zum Glück gibt’s die Möglichkeit, per copy/paste lediglich die FX/Knob-Zuordnung eines Clips auf andere Clips zu kopieren, aber mir hätte eine Option gefallen, bei der ich analog zur Soundquelle eines Tracks auch die Effekte für einen kompletten Track fest zuordnen könnte. Oder ich habe sie einfach nicht gefunden. Schön dagegen, dass man einen externen Effekt direkt per Send/Return in den Signalweg eines beliebigen Tracks oder auch der Stereosumme einschleifen kann.

Scatter

Schließlich gibt es auch noch den oft ungeschätzten, weil recht plakativen Scatter-Effekt. Über die Pads lassen sich 16 vorprogrammierte (aber editierbare) Scatter-Varianten abrufen und einzelnen Tracks oder auch der Summe zuweisen. Problem dieses Inserteffekts: Er liegt entweder auf der gesamten Summe, oder aber nur auf einem Track. Ich habe mich also in der Live-Anwendung dafür entschieden, Track 8 für Audioloop-Sample-Action zu reservieren und sämtliche Scatter-Effekte ausschließlich hier durchzuführen. 

MC-707 und Rechner

Mein MC-707-Rendezvouz neigte sich dem Ende zu und ich hatte so einige schöne Loops und Sequenzen auf meinem Testgerät zusammengespielt. Da die Groovebox ihre Samples self-contained in den Projekten versteckt, wollte ich meine Lieblingsergebnisse noch flott in Ableton Live übertragen. Das geht ziemlich einfach und ist ein weiteres gutes Argument für die MC-707, selbst wenn man sonst eher „in the box“ arbeitet. Die Stereosumme und jeder der acht Groovebox-Tracks sind direkt via USB in der DAW adressierbar. Mit Ableton im USB-Clock Sync waren die Loops inklusive etwas Controller-Schrauberei in Windeseile in den Computer überspielt. Selbst den Audio-Input der Groovebox kann man direkt in die DAW routen. Im heimischen Bedroom-Studio macht die MC-707 somit als Klangexpander, Ideengeber und Soundkarte im Zusammenspiel mit dem Laptop eine gute Figur.

Ein stimmungsvoller Tipp zum Abschluss

Per Voreinstellung begibt sich die MC-707 bereits nach fünf Minuten in den Screensaver-Modus. In den Einstellungen lässt sich das Einsetzen des „Demo-Mode“ zwischen einer und 10 Minuten variieren oder auch ganz abschalten. Habe ich dann aber doch nicht gemacht, den im Gegensatz zu den Kinderdisco-Flashlight-Modi der ersten AIRA-Produkte erinnert mich der unaufgeregte Schlafmodus der MC-707 an eine sehr angenehme und beruhigende Mood-Light-Installation. Und auch LCD und LEDs können in Kontrast und Intensität schön an die jeweilige Situation (wie z. B. die verschiedenen Lichtverhältnisse in Studio, Club oder Open Air bei Tage) angepasst werden. Gut gemacht, Roland!

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