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Test
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25.07.2012

Roland CM-220 Test

Nahfeld Monitor

Klangwürfel mit modernem Sound

Einleitend zu diesem Roland CM-220 Test möchte ich zunächst eine Frage in den Raum stellen: Was stellt ihr euch unter dem Begriff „Keyboardverstärker“ vor? Wahrscheinlich entspricht eure Vorstellung etwa der meinen. Ein Keyboardverstärker sieht ungefähr so aus wie ein Gitarrenverstärker – nur dann halt für Keyboards. Vom Soundcharakter her eher mittig, mit meist wenig brillanten Höhen und druckvollen Bässen.

Doch vor allem für die Wiedergabe aktueller Musikstile – sei es vom Player oder live gespielt – ist eine Bandbreite von donnernden Bässen bis hin zu schneidenden Höhen gefragt. Genau das hat man sich auch bei Roland gedacht und für diese Nische die „Keyboardverstärker“-Systeme CM-110 und CM-220 entwickelt. Sie sind explizit für elektronische Musikinstrumente wie Synthesizer oder E-Drums konzipiert. Wir haben das größere Set CM-220 einem Praxis-Check unterzogen.

DETAILS

Das CM-220 kommt nicht in klassischer Combo-Verstärkerbauweise daher, sondern als 2.1-System mit einem Subwoofer und zwei Satelliten. Insgesamt entwickelt es eine Leistung von 200W, wovon 100W auf den Subwoofer und je 50W auf die beiden Satelliten entfallen. Für alle, die nicht ganz soviel Leistung brauchen, ist auch das kleinere CM-110 mit 100W Gesamtleistung erhältlich. Das System ist mit Custom-Lautsprechern ausgestattet, die über Schutzschaltungen für Eingangssignale mit großem Dynamikumfang oder kontinuierlich hohem Pegel verfügen. Als weitere Besonderheit stellt das CM-220 gleich drei Eingangskanäle sowie einen Stereo-Masterinput zur Verfügung, wodurch es für verschiedenste Anwendungsgebiete prädestiniert ist – sei es als Verstärkung für elektronische Instrumente wie Synths, Keyboards, Stage Pianos oder E-Drums, als Abhöre im Home- bzw. Multi-Media-Studio oder als Anlage im Home-Cinema-Bereich. Doch schauen wir uns die Komponenten der Reihe nach an.

SUBWOOFER

Das Herzstück des Systems bildet der Subwoofer, der mit seinem würfelförmigen Äußeren in der Tradition der beliebten Roland-Cube-Verstärker steht. Sein Gehäuse ist mattschwarz lackiert und bringt trotz der kompakten Abmessungen stolze 18,8 kg auf die Waage. Im Inneren befindet sich ein 25 cm großer Speaker. Der Subwoofer sorgt nicht nur für die Wiedergabe der Bassfrequenzen, sondern beherbergt auch die Endstufen sowie sämtliche Anschlüsse und Bedienelemente.

Diese befinden sich auf der Rück- bzw. Oberseite. Es gibt drei Kanäle. Channel 1 ist als Stereokanal mit zwei Klinkenbuchsen (R/L) für den Anschluss von Instrumenten wie Synths oder E-Drums vorgesehen. An den beiden Cinchbuchsen bzw. der Stereo-Miniklinkenbuchse des Channel 2 kann ein MP3-Player, Computer o.ä. angeschlossen werden. Channel 3 ist als koaxialer Digitaleingang ausgelegt und arbeitet mit einer automatischen Abtastrate von 32 bis 192 kHz bei 24 Bit. Hier finden entsprechend ausgestattete DVD-Player und Soundkarten den richtigen Anschluss. Zu den drei Eingangskanälen gesellt sich ein zusätzlicher Stereo-Master-Input, der vorbildlich über XLR/Klinke-Kombibuchsen verfügt. Benutzer, die mit einem externen Mixer arbeiten, können diesen hier anschließen und mit den drei übrigen Kanälen mischen. Einen eigenen Lautstärkeregler gibt es für den Stereo-Master-Input allerdings nicht – dafür ist dann der Master-Fader des Mischpults zuständig. Neben den beiden Klinkenausgängen für die Satelliten gibt es einen Kopfhörerausgang, der als Miniklinke ausgelegt ist und die Lautsprecher bei angeschlossenem Kopfhörer stumm schaltet. Sehr gut mitgedacht!

Genau so übersichtlich wie das Anschlussfeld gestaltet sich das Bedienfeld, das am hinteren Ende auf der Oberseite des Gehäuses eingelassen ist. Es gibt je ein Lautstärkepoti für die Kanäle eins bis drei, sowie einen globalen Zweibandequalizer mit den Bändern Low und High für die Anhebung und Absenkung der Bässe und Höhen. Leider war nicht herauszufinden, bei welcher Frequenz die Bänder genau arbeiten und wie groß der Bereich der Anhebung und Absenkung ist. Zur weiteren Anpassung des Systems an die musikalischen und räumlichen Gegebenheiten ist ein gesonderter Lautstärkeregler sowie ein Phasenschalter für den Subwoofer vorhanden, und natürlich ein Regler für die Gesamtlautstärke. Eine aktivierbare Auto-Off-Funktion schaltet das System automatisch nach vier Stunden ab, wenn in dieser Zeit kein Audiosignal empfangen wurde.

Wirft man zufälligerweise einen genaueren Blick auf die Unterseite, findet man neben den vier Plastikfüßen mit runden Gummiaufsätzen zur akustischen Entkopplung eine schlitzförmige Bassreflexöffnung, deren Effekt durch eine nach vorne offene aufgeschraubte Plastikschale verstärkt wird. Sehr schlau!

SATELLITEN

Die beiden schicken Satelliten passen dank ihrer geringen Abmessungen in jeden Schuhkarton und sind mit nur 3,1 kg echte Fliegengewichte. Sie sind ebenfalls aus mattschwarz lackiertem Holz gefertigt. Die beiden mit schwarzem Stoff überzogenen Lautsprecherabdeckungen werden nicht nur aus optischen Gründen mitgeliefert, sondern schützen die sonst sichtbaren und offenen Membranen der Lautsprecher. Die Satelliten verfügen als 2-Wege-Systeme jeweils über einen 10 cm großen Mitteltöner und einen Hochtöner mit 2 cm Durchmesser. Die weitere Ausstattung ist schnell erklärt. Auf der Rückseite befindet sich der Klinkeneingang zum Anschluss an den Subwoofer. Die Unterseite zieren zwei Schraubgewinde mit 3/8“ und 5/8“ Durchmesser zur Montage auf ein Mikrofonstativ. Eine Vorrichtung zur Wandmontage sucht man allerdings vergeblich. Mancher Home-Cinema-Anwender hätte dies sicherlich begrüßt.

ERSCHEINUNGSBILD UND VERARBEITUNG

Das elegante und unaufdringliche mattschwarze Erscheinungsbild macht schon etwas her. An der Verarbeitung lässt sich ebenfalls nichts bemängeln. Alle Bauteile sind sauber miteinander verschraubt und hinterlassen einen stabilen Eindruck. Lediglich die Plastikteile wirken etwas zerbrechlich. Optisch und funktional ist das Roland CM-220 sicherlich nicht unbedingt für die Bühne konzipiert, obwohl es trotz der Einfachheit sehr flexible Möglichkeiten bietet. Aber es gibt ja auch noch andere Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis.

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