Test
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18.12.2009

Rode NT2000 Test

Großmembran-Kondensatormikrofon

Upper-Class-Mikro oder richtig “down under”?

Neben dem AKG C414-B-ULS war das NT2 des australischen Herstellers Rode das erste Großmembran-Kondensatormikrofon, mit dem ich wirklich intensiv gearbeitet habe. Zwar brachte die Tatsache, dass das NT2 optisch sehr an ein Neumann-"Usi" erinnerte, Røde damals einigen Ärger ein – klanglich konnte das Mikro aber wirklich überzeugen. 

Mein Zusammentreffen mit weiteren Røde-Produkten war dann ein stetiges Auf und Ab: So ersetzte ich beispielsweise das "Hausmikrofon" Røde NTK eines Kölner Studios nach nur wenigen Sessions regelmäßig schon vor dem Soundcheck durch ein anderes. Und auch das NT1 hat mich nicht wirklich vom Hocker gerissen. Die günstigen Kleinmembran-Mics NT5 wiederum habe ich in meinem Gehirn in der Schublade "sehr ordentlich" einsortiert. Das Preis-Leistungsverhältnis der Mikrofone ist wirklich ganz hervorragend. Voreingenommen werde ich bei diesem Test also wohl kaum sein, gespannt dafür umso mehr! 

Details

Riesiger Mikrofonkoffer

Ich will dieses Mikrofon-Case niemals im Kofferraum haben, wenn ich in eine Polizeikontrolle komme. "Ein Mikrofon" als Antwort auf die Frage des Wachtmeisters nach dem Inhalt des riesigen, schwarzen Hartplastikkoffers würde mir genauso wenig geglaubt wie das gute, alte "nix". So richtig übertrieben wirkt der Koffer dann nicht mehr, wenn man das Mikro in der Hand hält. Mein Mikrofonständer ist beim Anblick des wuchtigen Australiers erst einmal prophylaktisch in die Knie gegangen.

Imposantes Erscheinungsbild

Groß und schwer ist es, das metallene Kondensatormikrofon mit den beiden ein Zoll durchmessenden Membranen. Die notwendige Spannungsversorgung erhält das Gerät über die übliche Phantomspeisung bei einer Spannung von 48 Volt. Die Besonderheiten dieses Mikrofons lassen sich auf den ersten Blick erkennen, denn sonst schaltbare oder nur gerastert wählbare Parameter sind hier mit drei flachen Potis stufenlos einstellbar.

Umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten

Das Signal der hinteren Membran kann mit unterschiedlicher Polarität und Pegel dem der vorderen Membran zugemischt werden. Dies hat zur Folge, dass zwischen der vollpegeligen Negativ-Verschaltung (ergibt Richtcharakteristik Acht) und Positiv-Mischung (Kugel) über Breite Niere (BN) sowie Super- und Hypernieren (SN und HN) die Charakteristik bis zur Niere (nur vordere Membran) ohne jegliche Rasterung eingestellt werden kann. Doch damit ist es nicht getan: Beim Røde NT2000 ist selbst das Pad stufenlos von 0 bis -10 dB regelbar. Pad und Filter lassen sich übrigens nicht ausschalten. Mit seinem Übertragungsfaktor von 36 mV/Pa und einem Eigengeräuschpegel von nur 7 dB(A) steht es sehr gut da. Den maximalen Schalldruckpegel gibt der Hersteller von Down Under mit 147 dB (SPL) an, den Frequenzgang mit 20 Hz bis 20 kHz, allerdings ohne dabei die Toleranzbereiche zu nennen. Die Verarbeitung des Silberlings ist gut, alles andere wäre bei diesem Gewicht auch nicht gerechtfertigt. Die freundlicherweise mitgelieferte Spinne scheint durch eine hohe Seilspannung für den Kampf zwischen Erdanziehungskraft und Mikrofon gewappnet zu sein.

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