Test
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08.05.2020

Praxis

Achtung, Aufnahme!

Um das Signal des Rode VideoMic NTG mitzuschneiden, kann das Mikrofon an so ziemlich jedes Gerät angeschlossen werden, das Audio aufnehmen kann. Das mitgelieferte Audiokabel mit vergoldeten, vierpoligen Miniklinken funktioniert sowohl an Kameras als auch an Smartphones. Der Audioausgang ist mit einer Auto-Sensing-Funktion ausgestattet, welche den Ausgang passend zum angeschlossenen Aufnahmegerät auf Tip-Ring-Sleeve oder Tip-Ring-Ring-Sleeve schaltet. Damit kann das VideoMic NTG ohne Adapter direkt an Kameras mit TRS- und Smartphones mit TRRS-Anschluss betrieben werden.

Zur Anpassung an die jeweilige akustische Situation stehen ein Hochpassfilter mit wahlweise 75 oder 150 Hz, eine Höhenanhebung, eine Vordämpfung mit -20 dB und ein Safety Channel zur Verfügung.Bei aktivierter Safety-Channel-Funktion wird auf dem rechten Kanal ein um 20 dB reduziertes Signal übertragen. In der Post-Pro können dann übersteuerte Pegelspitzen mit diesem Signal durch Überblendung ersetzt werden. Leider steht diese Funktion bei Verwendung des Audioausgangs mit Smartphones nicht zur Verfügung. Dies kann aber nicht dem VideoMic NTG angelastet werden, denn Smartphones besitzen schlicht und einfach nur genau einen Eingangskanal an der Miniklinkenbuchse.

Die Frequenzen und deren jeweilige Höhenanhebung wurden so gewählt, dass mit ihrer Hilfe die Änderungen im Frequenzgang durch den optionalen Windschutz WS11 nahezu vollständig ausgeglichen werden.Der Pegel des Ausgangs wird mit dem Drehregler am hinteren Ende des Mikrofons eingestellt. Die Einstellung 5 entspricht ziemlich genau 0 dB. Ist der Regler auf der Stellung 10 wird das Signal um circa 20 dB angehoben.Der verbaute Ausgangsverstärker liefert darüber hinaus genug Leistung, um einen Kopfhörer direkt zu betreiben. Damit steht ein hochwertiger Monitorausgang bei Aufnahmen auf einem USB-Host zur Verfügung.

Mit dem mitgelieferte USB-Kabel kann der interne Akku des Rode VideoMic NTG geladen werden oder das Mikrofon am Computer genutzt werden.An Smartphones und Tablets kann das VideoMic NTG ebenfalls über USB betrieben werden, allerdings muss hier eine externe Stromquelle für ausreichenden Strom sorgen. Dies kann auch eine Powerbank sein, was eine mobile Lösung ergibt, die dann nicht von der manchmal mittelmäßigen Qualität der in Smartphones verbauten A/D-Wandler abhängig ist. Wie unterschiedlich die Wandler klingen können, ist in den Audiobeispielen zu hören.

Die mitgelieferte Lyre-Aufhängung von Rycote arbeitet so effektiv, dass sogar mein altes und relativ lautes 24-70mm-Objektiv in der Aufnahme kaum zu hören ist.

Klang

Das VideoMic NTG ist von den Einstellmöglichkeiten wohl am ehesten mit dem VideoMic Pro+ des selben Herstellers zu vergleichen. Man könnte also vermuten, dass sie auch klanglich nah beieinander liegen. Der Sound der beiden Australier unterscheidet sich allerdings recht deutlich. Während der erste Eindruck des Pro+ ohne Anhebung der hohen Frequenzen etwas muffelig und arm an brillanten Höhen war, bietet das NTG bereits in der Grundeinstellung einen frischeren, offeneren und direkteren Klang, welcher auch durch den Einsatz des mitgelieferten Windschutzes nicht getrübt wird.

Diese Unterschiede kommen durch die bereits angesprochene komplette Neuentwicklung des VideoMic NTG. Die Entwicklungsabteilung bei Rode hat hier ganze Arbeit geleistet und bei der Neuberechnung des Resonanzrohrs besonderes Augenmerk auf die ausgewogene Dämpfung aller Frequenzen des seitlich einfallenden Schalls gelegt. Darüber hinaus wurde auch die Schaltung überarbeitet.

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