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Test
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18.03.2013

Rode NT5 Test

Kleinmembran-Mikrofon

Überflieger aus Down Under?

Der Mikrofonhersteller Rode aus New South Wales hat mit den NT5 ein Mikrofonset zum Testmarathon beigesteuert, das sich seit über zehn Jahren außerordentlicher Beliebtheit erfreut. Fragt man die Besitzer des Sets nach ihrer Meinung, erfährt man häufig, dass diese mit der Arbeit der Stäbchen ganz zufrieden sind und sie attestieren ihnen Zuverlässigkeit und ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis.

Der Preis erscheint tatsächlich moderat, die Zuverlässigkeit wird voraussichtlich vorhanden sein, denn kein Hersteller gibt zehn Jahre Garantie auf Produkte, denen er dies nicht zutraut. Und klanglich? Firmengründer Peter Freeman spricht im Vorwort zur Bedienungsanleitung von einem "Masterpiece". Natürlich macht es das umso interessanter, die beiden NT5 einer Prüfung zu unterziehen. 

Details

Kleinmembran-Mikrofone äußerlich zu beschreiben, kann eine verdammt kurze Angelegenheit werden, denn schließlich sind die meisten in schlichter Zylinderform gehalten. So auch das NT5. Knappe 12 Zentimeter ist es hoch, wenn man es auf seine XLR-Buchse stellt, zwei Zentimeter beträgt der Durchmesser. In den recht schweren Metallkorpus sind neben Firmenlogo auch Typenbezeichnung und das Herstellungsland Australien eingraviert. Die Kapseln sind aufgeschraubt, es sind jedoch keine Wechselkapseln im Lieferumfang des Paares. Gut zu erkennen sind an ihnen die Eintrittsöffnungen für rückwärtigen Schall – die Kapsel mit der goldbedampften Halbzollmembran arbeitet in Nierencharakteristik. Betrachtet man die Mikrofone von vorne, erkennt man unter der Gaze nicht direkt die Membran, sondern zunächst eine gelochte Platte: Rodes Kleinmembraner scheinen also in Push-Pull-Technik zu operieren.

Mit absoluter Linearität wollen die NT5 bewußt nicht aufwarten. Es ist zwar nicht so, dass der Frequenzgang aussieht, als habe jemand eine gekochte Spaghetti auf ein Diagramm geworfen, aber folgende Eigenschaften lassen sich ablesen: Die Tiefen sind recht ordentlich abgesenkt, der für das Manual gemittelte Graph zeigt unterhalb von 100 Hz 4 dB weniger als oberhalb der Ramp bei 110Hz. Ein weiterer Roll-Off zum Infraschall ist ebenfalls eingezeichnet. Und erst oberhalb von 5 kHz findet man wieder eine Besonderheit, einen kleinen, breiten Boost von 1 dB, der bei 12 kHz einen sanften Weg nach unten antritt. Treblemaker statt Troublemaker?

Die Empfindlichkeit eines NT5 liegt laut Unterlagen bei 12 mV/Pa, 1% THD produziert das Mikrofon bei 143 dB SPL. Übermäßiges Rauschen ist nicht zu erwarten, wie der Wert von 16 dB(A) Noise verrät. Und ohne 48V-Phantomspeisung bewegt sich bei unseren Kandidaten  natürlich kein Eingangsmeter.

Kleinmembranmikros werden häufig paarweise verwendet. Zu diesem Zweck bietet Rode die auch einzeln verfügbaren NT5 wie vorliegend als "Certified Matched Pair" an, ohne allerdings näher darauf einzugehen, was das genau bedeuten soll. In dem Hartplastikkoffer, der zum Lieferumfang gehört, finden neben den beiden Stäbchen zwei Klammern und Schaumstoff-Windschutze Platz.

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