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Test
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19.04.2016

RME Babyface Pro Test

USB2-Audiointerface

Ganz schön groß geworden, das Kleine!

Zur letzten Musikmesse wurde die neuste Inkarnation des kompakten RME Audiointerfaces Babyface bereits vorgestellt. Sichtlich er- bzw. gewachsen, ohne Babyspeck und kitschiges blaues Äußeres soll das Babyface mit dem Namenszusatz Pro nun die Kinderstube verlassen und professioneller auftreten. Damit sind die Kinder nun endlich aus dem Hause, denn das alte Babyface wird auch nicht mehr verkauft. 

Details

Allgemeines

Das RME Babyface ist ein 12-In/12-Out-USB2.0-Audiointerface, welches mit 24 Bit und 192 kHz wandelt. Es funktioniert bus-powered, kommt also grundsätzlich ohne externes Netzteil aus – und ist ziemlich kompakt. 

Aus Alt mach Neu

Im Vergleich zum Vorgänger Babyface ist das Babyface Pro auch körperlich gewachsen, was vor allem aber an den nun direkt verbauten Anschlussbuchsen und dem Verzicht auf eine Kabelpeitsche liegt. Ferner ist es deutlich hochwertiger und robuster verarbeitet sowie auch etwas teurer geworden ( € 749,– gegenüber € 599,–).

Produktstrategisch bewegt es sich dabei irgendwo zwischem dem UC und UCX, allerdings mit deutlich weniger Kanälen als UC und UCX, dafür aber mit einigen DSP-Effekt-Optionen des üppiger ausgestatteten UCX. Das Alleinstellungsmerkmal des Babyfaces Pro lautet allerdings eindeutig „bus-powered“! Wie beim alten Babyface wurde das Gehäuse als Table-Top designt, sodass das Gerät direkt als Bedienzentrale dient. 

XLR-Anschlüsse und Stereo-Preamp

Auf der Rückseite verfügt das RME-Interface über zwei symmetrische XLR-Ausgänge und zwei symmetrische XLR-Eingänge, welche mit zwei Vorverstärkern ausgestattet sind. Sie sind stereo-koppelbar und verfügen über einen maximales Gain von 65 dB, welches in 1dB-Schritten regelbar ist. Außerdem bieten beide Wege eine Pad- und Phantom-Schaltung. Via Software lässt sich außerdem die Phase drehen sowie M/S-Optionen und ein EQ/Low-Cut nutzen.

Zwei Kopfhörerausgänge und Monitor-Controller inklusive

Die Ausgänge können dank der Lautstärkeregelung mittels des großen Encoders auf der Oberseite des Babyface Pro zum direkten Anschluss von Monitoren genutzt werden. Ferner lassen sich viele weitere Einstellungen – wie das Gain der Preamps – sowohl am Gerät selbst als auch über die Software definieren. Dazu sind unter anderem die teilweise frei belgebaren Taster IN, A/SET, B/MIX, OUT sowie SELECT und DIM da. Einen Push-Befehl besitzt der große Encoder übrigens nicht mehr. Dafür gibt es nun schickere Input- und Output-LED-Meter sowie weitere Status-Lämpchen, die sogar in der Helligkeit anpassbar sind.

Weiter geht es mit der rechten Seite und den restlichen analogen Anschlüssen: Zuerst finden wir zwei weitere Eingänge, welche mit unsymetrischen Hochimpedanz-Klinken-Eingängen (TS) versehen sind. Sie dienen als Instrumenten-Inputs, welche eine Umschaltung zwischen -10 dBV und +4 dBU zulassen und über eine weitere Gain-Anpassung von bis zu 9 dB verfügen. Eine Pad-Schaltung gibt es hier nicht, immerhin ist über die Software aber M/S-Processing möglich, genau wie Stereo-Linking, EQ, Low-Cut und Phasen-Drehung.

Hinzu kommt ein Kopfhörer-Ausgang mit zwei Kopfhörerbuchsen, die unterschiedliche Impedanzen aufweisen sowie gleichzeitig nutzbar sind, aber eben nicht über getrennte Wandler und Lautstärkeregelung verfügen. Vom Main-Out sind sie aber trotzdem unabhängig. Praktisch ist dies allemal, da einer mit einer 6,35mm-TRS-Buchse (hohe Impedanz), der ander mit 3,5mm TRS (geringe Impedanz) versehen ist. Hier ist man also gerettet, wenn man einmal den Kopfhöreradapter zu Hause vergessen hat. Außerdem lassen sich die Kopfhörerwege auch als alternativer Speaker-Out nutzen.

4 analoge Ins, 4 analoge Outs plus ADAT

Zählen wir alles einmal zusammen, kommen wir beim RME Babyface Pro auf vier analoge Ausgänge und vier analoge Eingänge. Davon sind zwei Ausgänge via symmetrischem XLR und zwei mittels unsymmetrischer Stereo-Klinke nutzbar. Letztere sind für Kopfhörer vorgesehen, wobei es hier zwei Buchsen (6,35 und 3,5 mm) gibt. Auch eingangsseitig gibt es vier Wege: zwei via XLR und mit Mic-Preamp versehen, die anderen als Instrumenten-Eingang via Klinke konzipiert. Das ist für solch ein kompaktes Interface eine recht üppige Ausstattung, denn so kann man beispielsweise auch zwei Mics, einen Bass und eine Gitarre gleichzeitg aufnehmen bzw. muss man nicht unbedingt umstöpseln.

Die restlichen acht I/Os entfallen auf den optitschen I/O auf der linken Seite, wenn dieser für ADAT bis zu 48 kHz genutzt wird. Verdoppelt sich die Samplerate, halbiert sich entsprechend die Kanalanzahl (S/MUX2 und S/MUX4). Wie bei allen RME Intefaces besteht auch hier die Möglichkeit, statt des ADAT- das S/PDIF-Format zu wählen. Summa summarum ergibt das also 12 Kanäle rein und raus. Ergänzt wird das Ganze von einem weiteren Anschluss für eine Kabelpeitsche, welche einen MIDI-Ein und einen -Ausgang zur Verfügung stellt.

Lieferumfang

Ferner finden sich links USB-Anschluss und auch ein Netzteil-Anschluss, wobei im Lieferumfang kein Netzteil zu finden ist. Apropos Lieferumfang: Das Babyface-Interface kommt in einer stabilen Kunststoff-Box in Begleitung von Handbuch, MIDI-Peitsche, Treiber-CD und USB-Kabel. Schade, dass die Box im Gegensatz zum Interface nicht allzu kompakt ist. Das USB-Kabel ist immerhin praktischerweise angewinkelt, weshalb es hier keine Probleme mit einem zu weit herausstehenden Kabel geben sollte.

Mitgelieferte Software, stand-alone-fähig und class-compliant

Zur Hardware gehört auch Software. Im Falle von RME heißt diese TotalMix und stellt eine Mixing-Matrix in der Ansicht eines Mischpultes dar. Jeder physikalische I/O kann so sowohl untereinander als auch mit jedem virtuellen Kanal (vom Computer zum Interface) gemischt bzw. zugewiesen werden.

Außerdem gibt es in jedem Kanal einen DSP-berechneten EQ und Low-Cut sowie ein globales Reverb/Echo im Send/Return-Verbund, was vor allem für unkomplizierte Monitormischungen nützlich ist. Das Interface wird somit nicht nur zu einem extrem umfangreichen Mischpult, sondern auch zum Splitter, Merger und Repeater.

In dem Zusammenhang besonders bemerkenswert – und vor allem für Hi-Fi-Freunde interessant – ist die Fähigleit des Stand-Alone-Betriebs. Außerdem gibt es noch die DigiCheck-Software obendrauf, eine Analysesoftware für die genutzten Audioströme, welche unter anderem auch FFT-Visualisierung kennt.

Ferner ist das Babyface Pro dank Class Compliant Mode auch mit iPad und Co. kompatibel. Last but not Least finden wir an der Unterseite ein paar kleine Gummifüße und auch eine Buchse zum Einschrauben auf Mic-Stativen oder dergleichen.

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