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13.02.2017

Reloop Mixon 4 Test

DJ-Controller

Serato und Algoriddim im Visier

Mit dem Mixon 4 betreten die Münsteraner von Reloop abermals das heiß umkämpfte Schlachtfeld der DJ-Controller. Ihr neuestes Flaggschiff sucht sich für diesen Kampf gleich zwei Verbündete: Serato und Algoriddim. Auch die Anbindung von iOS- und Android-Geräten ist möglich. Zudem bringt der Mixon Ingredienzien wie Effektsektionen, Loop-Displays und Trigger-Pads für die kreative Performance mit. Was der 699,00 Euro teure Vierkanäler alles kann, dem gehen wir im nachfolgenden Artikel auf den Grund.

Details

Zum Mischen der Serato- oder Algoriddim-Decks bietet Reloop Mixon 4 insgesamt vier Kanäle, ausgerüstet mit je drei Regler für den Software-internen Equalizer sowie einem Gain-Poti mit zugehöriger Pegelanzeige, das die Lautstärke im Mix bestimmt. Im Layout sticht besonders ein FX/Filter-Regler hervor, hier kann ein Hi- oder Lowpass-Filter dosiert und zusätzlich mit einem Effekt der Software kombiniert werden. Darunter befinden sich ein Cue-Button, der die Vorhörfunktion aktiviert, sowie ein Track-Load-Taster, um Songs in die einzelnen Decks laden zu können. Einmal geladen, lässt der Kanal-Fader dann noch ein gezieltes Steuern der Lautstärke zu. Ein Crossfader mit drei verschiedenen einstellbaren Verlaufskurven rundet die Mixing-Sektion ab. Hier können die einzelnen Kanäle A oder B zugewiesen oder direkt in die Summe geschleust werden.

Die beiden Decks des Mixon 4 sind identisch aufgebaut. Auffällig sind hier zunächst die 15,5 cm großen Aluminium-Jogwheels, die flach auf dem Gerät aufliegen und von einem Plastikring mit Einkerbungen umfasst werden. Die virtuelle Nadelbeleuchtung in Form eines LED-Rings hilft, beim Beatmatchen und Scratchen die Orientierung zu behalten. Über dem „Plattenteller“ befindet sich die FX-Gruppe mit Parameter-Reglern nebst Temposteuerung, die mittels Encoder automatisch synchron oder manuell per Tap-Button eingestellt wird.

Ein interessantes Feature: die Harmonic-Mixing-Sektion. Neben dem normalen Keylock, der die Tonhöhe des gespielten Audiomaterials auch bei gepitchtem Tempo im gleichen Ton hält, kann damit noch ein Track mit der Tonart der anderen Decks synchronisiert werden. Nebenan liegen die Buttons, um in den Slip- oder Vinyl-Modus zu schalten, die Unterfunktionen werden über die Shift-Taste erreicht. Es folgen Bedienelemente, um die Tracks zu loopen. Mittels Auto-Loop-Taster springt die Wiederholschleife automatisch in einen vorgegebenen Zyklus, ein Encoder legt Taktungen von 1/32 bis 16 fest. In der Transportsektion kann automatisch synchronisiert, zum Anfang des Stückes, zum gesetzten Cue-Punkt oder zum vorhergehendem Track zurückgekehrt werden. Auch der Play/Stutter-Taster findet sich dort ein.

Last but not least stellt der Mixon 4 pro Deck acht große Performance-Pads (3 x 3 cm) zur Verfügung. Mit diesen können beispielsweise acht Cuepoints auf den Controller gelegt werden, die zusätzlich auch noch in den RGB-Farben einstellbar sind. Hinzu kommen diverse, teils über die Shift-Funktion erreichbare Modi: Im Cue-Loop-Modus wird die vermerkte Stelle samt eingestelltem Loop abgefeuert, Saved Loop lässt eine Schleife aufzeichnen und abspielen. Der Sampler-Modus ermöglicht, einzelne Audioschnipsel wiederzugeben, optional auch anschlagdynamisch. Ähnlich wie die gleichnamige Funktion des Ableton Simpler arbeitet der Slicer-Modus. Er teilt einen festgelegten Abschnitt in acht verschiedene Sektionen auf, die dann mittels der Pads getriggert werden. Dieser geslicte Bereich kann dann entweder geloopt oder im Track fortlaufend sein.

Anschlüsse

Der Mixon wird über ein beigelegtes 12V-Netzteil betrieben, die Versorgung mit Strom nur über den USB-Anschluss ist aufgrund der Größe und vielen Funktionen nicht möglich. Neben dem On/Off-Schalter befindet sich ein iOS-Anschluss, hier können Apples Gerätschaften eingebunden werden, sofern sie Lightning-kompatibel sind – sehr cool. Dazu gehört dann auch die Einlassung oben am Gerät, wo ein iPad stilvoll Platz findet und so optimal bedient werden kann. Sogar Android-Geräte sind nicht ausgeschlossen, sie werden einfach per OTG-Adapter am USB-Anschluss angebunden. Auf der Rückseite liegen die Audioausgänge, Reloop bietet zwei Master-Outs in XLR und Cinch sowie einen Klinkenbuchsen-Booth-Out an.

Die Vorderseite birgt den Ausgang für Kopfhörer, praktischerweise sind hier gleich Mini- und Standardklinke installiert. Weiter rechts gibt es noch die Möglichkeit, ein Mikrofon oder Instrument per Klinke einzuspeisen. Das Signal wird mittels Gain-Regler eingepegelt. Schade, dass Reloops Controller keinen Audioeingang hat.

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