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Test
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03.09.2014

PRS S2 Singlecut SC250 Test

E-Gitarre

Traumschiff

Die PRS S2 Singlecut im bonedo-Test - Eine Single Cut PRS Gitarre aus der S2-Serie mit zwei Humbuckern, die relativ erschwinglich ist, aber trotzdem komplett in den USA gefertigt wird. Bis vor kurzem noch war eine in den USA gefertigte PRS für viele Gitarristen ein verdammt schöner, aber doch unerreichbarer Traum - denn die Instrumente haben nun einmal ihren Preis.  Mit der 2013 eingeführten S2-Serie rückten Paul Reed Smith und sein Team den Traum, eine echte PRS sein eigen nennen zu können, endlich in greifbare Nähe – und auch auf den begehrten Zusatz “Made in U.S.A.“ muss der geneigte Fan dabei nicht verzichten. Zwar rangieren die Instrumente immer noch knapp jenseits der 1500 Euro Marke, sind also nach wie vor keine Billigschnapper, vergleicht man das aber mit der Preisrange, in der man PRS-Gitarren bis Dato suchen musste, wird das Ganze dann doch seeehr interessant! 

Um dies zu erreichen, musste PRS natürlich einige Modifikationen vornehmen. So gestaltet sich der Fertigungsprozess bei den Instrumenten der S2-Serie im Vergleich zu den hochpreisigen PRS-Gitarren  etwas weniger aufwendig. Und auch die verwendeten Hölzer werden nicht so kompromisslos ausgewählt  wie bei den Flaggschiff-Modellen. Ob die Instrumente trotzdem ihr Geld wert sind, werden wir im folgenden Test anhand einer S2 Singlecut erforschen. Viel Spaß!

Details

Korpus

Der Name sagt es bereits, die S2 Singlecut kommt in einer Les Paul basierten Form mit einem Cutaway. Ergonomische Korpus-Shapings auf der Decke und Rückseite sollen dafür sorgen, dass sich das Instrument komfortabel an den Körper des Spielers schmiegt. Und diese Maßnahme ist auf jeden Fall gelungen, die Gitarre lässt sich wirklich angenehm „bedienen“ – genau so, wie man es von anderen PRS-Modellen kennt. Apropos: Der Korpus der Singlecut besteht aus Mahagoni, die aufgeleimte Decke aus Ahorn – auch hier setzt PRS also auf Bewährtes. Unser Testmodell kommt komplett schwarz lackiert, es sind aber noch sechs weitere Finishes verfügbar. 

Die „Motorisierung“ der S2 ist klassisch: es gibt zwei Humbucker, die mit einem 3-Wege-Toggle-Switch geschaltet werden. Pro Pickup stehen jeweils ein Regler für Volume und einer für Tone zur Verfügung. Lediglich die Brücke weicht vom Les Paul Konzept ab, hier hat PRS eine einteilige S2 Stoptail-Bridge (Wraparound) verbaut, die ausschließlich in der Höhe verstellbar ist. Die Saiten laufen durch kleine Führungskanäle im massiven Steg, der somit eine sehr gute und glatte Auflagefläche für die rechte Hand bietet. Da der Steg bei jeder Saite einen individuellen Abstand zum Sattel hat, ist die Oktavreinheit für jede Saite individuell gewährleistet. Das funktioniert wirklich bestens, und so gibt es in dieser Hinsicht absolut nichts zu bemängeln.  

Pickups

Die Gitarre ist mit zwei S2 #7 Vintage Style Humbuckern bestückt, die per Push/Pull-Funktion an den jeweiligen Tone-Potis auch splitbar sind. Laut Hersteller liefern die Tonabnehmer einen sehr definierten Ton, egal, in welchen Zerrbereichen man gerade auch segeln mag. Die beiden Triebwerke kommen mit verchromten Kappen und passen optisch perfekt zum schwarzen Outifit der S2. Über den 3-Wege Toggle-Switch sind die bekannten Kombinationen möglich: in den „Außenpositionen“ arbeiten beide Pickup jeweils einzeln, in der mittleren Position des Schalters gehen sie gemeinsam zu Werke. Und dank der individuellen Split-Möglichkeit stehen dann natürlich noch ein paar Grundsounds mehr zur Verfügung. Genaueres dazu gibt es im Praxisteil zu hören. 

Eine weitere Abweichung von der Les Paul Konzeption ist die Anordnung der vier Regler. Hat man die Gitarre umhängen und schaut auf die Regler, dann sind die oberen beiden Potis für die Lautstärke (links Halspickup, rechts Steg-Pickup) zuständig, die unteren beiden kümmern sich um die Klangfarbe. Langjährige Les Paul-Spieler werden eventuell eine kurze Eingewöhnungszeit benötigen, aber das ist schnell vorbei, denn die Regler sind im Grunde genommen ja logisch angeordnet. Allerdings gefällt mir die Les Paul Konzeption besser, weil man hier schneller den Volume-Regler des Steg-Pickups erreicht, denn der befindet sich ja quasi am Ende des Anschlagsradius. Aber das ist natürlich Erbsenzählerei und letztendlich Geschmacksache. 

Hals

Genau wie der Korpus, wurde auch der Hals unseres Testmodells aus Mahagoni gefertigt. Die komplette Hals-Rückseite ist schwarz lackiert. Die Front bildet ein aufgeleimtes Palisander-Griffbrett, das mit 22 Medium Frets bestückt wurde. Zur Lagen-Orientierung fliegen die berühmten PRS-Vögel über das Fretboard. Zusätzlich dazu gibt es an der Halsleiste noch mal helle Dots. Das etwas kräftigere Pattern Regular Hals-Profil liegt gut in der Hand. Auch was die Voreinstellung von Hals und Saitenlage betrifft, gibt es bei der PRS S2 Singlecut mal wieder Bestnoten zu verteilen. Über das komplette Griffbrett bleibt die Saitenlage recht gleichmäßig, es schnarrt nichts, und so fühlt man sich auf dem Hals quasi ab dem ersten Ton zuhause. Ebenfalls für gute Stimmung sorgen die sechs beidseitig angeordneten S2 Locking-Mechaniken auf der Kopfplatte. Die Saiten werden mit einer Schraube von oben Festgeklemmt und bleiben so stimmstabil. Zusätzlich dazu unterstützt das System einen schnellen Saitenwechsel. Auch der schwarze Sattel, eine Spezialmischung von Paul Reed Smith mit Graphitanteil, ist erstklassig auf den von Werk ab verwendeten 010er Saitensatz eingestellt. 

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