Test
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31.01.2018

Praxis

Als erstes installiere ich UC Surface auf meinem Windows-Laptop und verbinde mich mit dem StudioLive24R via USB, während der Laptop mit dem Internet verbunden ist. UC Surface fragt zunächst, ob es den passenden Windows-Treiber installieren und die veraltete Firmware aktualisieren soll. Das ist in wenigen Minuten erledigt. Alternativ kann man die Firmware via USB-Stick händisch installieren.

Ist man per USB-Kabel mit dem SL 24R verbunden, lassen sich Remote-Software und Audiointerface gleichzeitig nutzen. Alternativ stellt man die die Verbindung zur Remote über LAN respektive WLAN her und nutzt USB nur fürs Interface.

Für die Netzwerkverbindung docken wir einen Router unserer Wahl an die Netzwerkbuchse des SL 24R an. Aber aufpassen: Der Router muss vor dem Mixer eingeschaltet sein, sonst der nicht im Netzwerk erkannt. Das ist gerade bei einem Stromausfall bei einem Live-Gig tückisch.

Die UC-Surface-Oberfläche ist stringent designt: Egal ob PC, Mac, iPad oder Android-Tablet, die Software sieht auf allen Geräten bei identischem Funktionsumfang gleich aus. Die Software gestattet den Zugriff auf alle Ein- und Ausgänge sowie Subgruppen. Der Funktionsumfang entspricht der Preisklasse: fernsteuerbare Mikrofonvorverstärker, Channelstrip mit umfangreicher Dynamiksektion, parametrischer Vierband-EQ und vier Effekteinheiten. Außerdem darf der Anwender zwei Vintage-EQ/-Kompressoren (LA2A und 1176) pro Kanal wählen, natürlich als Emulation.

Software

UC Surface bietet ein klares, modernes Design, kombiniert mit exzellenter Bedienbarkeit. Es stehen vier unterschiedliche Display-Modes zur Verfügung. Der Mixer-Modus ist der gebräuchlichste und erlaubt direkten Zugriff auf alle Kanäle, Master, FX und Mute-Gruppen. Die Fat-Channel-Ansicht zeigt den kompletten Fat-Channel für einen Kanal.

Die Sends-Ansicht ist prädestiniert für Monitormixe. Man wählt einen Kanal und kann diesen in die 16 Aux-Sends und vier Effekteinheiten schicken, ohne jeden einzelnen Aux-Send von Hand anwählen zu müssen. Bleibt die Meter-Page für die Pegelanzeigen von Kanal 1 - 32 und Aux 1 - 16.

Für einen Test spiele ich einen 17-spurigen Live-Mix aus Studio One über die USB-Schnittstelle zurück ins SL 24R. Jeder Kanal kann das Eingangssignal aus folgenden Quellen wählen: analog (die lokalen Eingänge), Network (AVB), USB (USB-Schnittstelle) oder SD-Karte. Ich wähle für die Kanäle 1 - 17 USB aus und kann nun meinen Live-Mitschnitt für einen virtuellen Soundcheck verwenden.

Da ich den Fat Channel aus Studio One schon kenne, sind die passenden Einstellungen über mein iPad schnell gefunden. Die Software reagiert schnell und ohne Latenz. Klasse ist, dass jeder Kanal eine Meteranzeige und getrennte Meter für Kompresser und Gate besitzt. Die Copy&Paste-Funktion erleichtert die Arbeit enorm.

Ich erstelle drei Mute-Gruppen: eine für alle Eingänge, eine für alle Effekt-Returns und eine für vier Monitorwege. Apropos: Monitorwege lassen sich zu Stereo-Monitorwegen verlinken, Stereo-In-Ear-Fans dürfte das gefallen. Jeder Aux-Master verfügt über einen abgespeckten Fat Channel mit Kompressor, Sechs-Band-EQ und einen Limiter. Auch 31-Band-GEQs mit hinterlegtem RTA lassen sich in Summe, Subgruppen oder Aux-Master schalten. Mehr als acht GEQs lässt die Rechenleistung allerdings nicht zu.

Ist man mit dem Mix zufrieden, lässt sich dieser als Szene speichern. Auch einzelne Kanäle darf man archivieren. Das Laden einer Szene dauert bis zu vier Sekunden, was recht gemächlich scheint. Das SL 24R besitzt vier Effekteinheiten. Allerdings stehen nur vier Hall- und drei Delay-Algorithmen zur Auswahl, deren Qualität allerdings überzeugt. Modulationseffekte sucht man vergebens.

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