Software
Test
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15.06.2018

Presonus Studio One 4 Professional Test

DAW-Software

Aller guten Dinge sind vier!

Details

Das Prinzip

Obwohl Studio One im Vergleich zu den oben genannten Hostprogrammen noch so etwas wie einen Frischlings-Status besitzt, hatte es aufgrund seiner Vorreiterrolle bezüglich der Einbindung von Melodyne von Beginn an einen seriösen Ruf – die meinen es ernst! Doch auch andere Merkmale prägen den innovativen Charakter dieser DAW. Herausstechend ist die konsequente und sehr zugängliche Drag-&-Drop-Funktionalität inklusive dem spielerisch-inspirierenden „Draufziehen“ von Plug-in Effekten auf Audioregionen. Daneben bietet das Programm eine Vielzahl intelligenter Details und kleiner Features, die ich bereits nach meinen Tests der 3.5 Artist Version vor einigen Monaten und dem aktuellen Review in meinen Stamm-DAWs vermisse. Weiterhin lässt Studio One als eine DAW, die prinzipiell nach dem klassischen Bandmaschinen-Prinzip arbeitet, In Sachen Ausstattung und Content nichts vermissen und übertrifft mit beispielsweise „erwachsenen“ Mastering-Features (DDP Import/Export, Red Book Standard) und pfiffigen Arrangierhilfen (Scratch Pads) zum Teil sogar die Konkurrenz.

Was ist neu in Version 4?

Bis hierhin trifft alles Geschriebene auch auf ältere Programmversionen zu. Was sind die wesentlichen Neuerungen von Studio One 4 Professional? 

Akkord-Spur

Zu den plakativeren Highlights zählt die Akkord-Spur, welche in der Lage ist, den harmonischen Verlauf innerhalb einer Region oder Spur zu analysieren und wiederum auf beliebige andere Spuren zu übertragen. Es ist sogar möglich, polyphones Audiomeaterial in diesen Prozess miteinzubeziehen.

Überarbeitete Instrumente

Im Gegensatz zu den vom Update unberührten Instrumenten Mai Tai, Mojito, und Presence XT, wurden die Instrumente Impact XT und Sample One XT durch etliche neue Features (u.a. Realtime-Timestretching, Slicing) deutlich aufgewertet. Besonders nützlich finde ich die flexible Eingangszuweisung beim Sample One XT, der somit direkt Busse, Instrumente oder die Summe resampeln kann. Das mehrkanalige Drum-Modul Impact XT bietet neben mehr als 20 neuen Features zudem frisches Soundmaterial.

Patterns

Mit der neuen Version hat Studio One auch einen Step- bzw. Pattern-Sequenzer an Bord, der jeweils einen Modus für tonale Klangerzeuger als auch Drums bereitstellt. Das unkomplizierte Handling und die übersichtliche Integration des Drum-Moduls (Impact XT) begünstigen den kreativen Einsatz dieses Tools. Besonders gefällt mir die Repeat-Funktion für einzelne Steps, die zum Experimentieren animiert.

Sonstiges

Der frisch implantierte AAF Import/Export erleichtert den Austausch von Audiodaten zwischen verschiedenen Programmen, was bei Team-basierter Arbeit an Projekten keine Ausnahme ist. Einen ähnlichen Hintergrund hat die neue Funktion „Songdaten importieren“, die einen unkomplizierten Austausch zwischen verschiedenen Studio One Projekten erlaubt. Weiterhin gibt es viele Detailverbesserungen wie die übersichtliche Gestaltung des Mixers mit vielen Darstellungsoptionen und das neue Feature der synchronen Ausrichtung der Editoren zum Hauptfenster.

Was ist nicht neu?

In Bezug auf Plug-ins sowie die weiteren Klangerzeuger und Soundinhalte ist zunächst alles beim Alten geblieben. Wenn man hier einen direkten Vergleich mit Logic machen möchte, besteht in diesem Punkt noch ein gewisses Ausbaupotential, das möglicherweise in künftigen Updates der 4er-Version erwartet werden kann. Obwohl generell alles für eine gute Produktion zur Verfügung steht, können beispielsweise die heutzutage obligatorischen Emulationen von klassischen EQs und Kompressoren sowie Soundinhalte verschiedener Stilistiken im Presonus Shop hinzugekauft werden.

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