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Test
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04.01.2018

Presonus Quantum 2 Test

Thunderbolt 2 Audiointerface

Quantumamera

Richtig schlüssig wirkt die Namensgebung bei Presonus, dem Hersteller von Studio One 3.5, nicht. Es handelt es sich bei dem Quantum 2 nicht etwa um den Nachfolger des erst kürzlich vorgestellten Quantum (ohne 1) Audiointerfaces, sondern tatsächlich um eine in der Anschlussvielfalt reduzierte, kompaktere und damit natürlich auch etwas günstigere Variante des Thunderbolt 2 Flaggschiffs.

Details

Allgemeines

Das Quantum 2 ist ein weiteres 24 Bit und 192 kHz Thunderbolt 2 Audiointerface aus dem Hause Presonus. Es ist mit Windows sowie mit OSX kompatibel und bietet 18 digitale Ein- und Ausgänge – wie auch das Quantum „1“ – jedoch deutlich weniger analoge Wege. Konkret: Vier Preamps rein und vier Line-Outs plus ein getrennt adressierbarer Kopfhörer raus. Das macht 22 Ins und 24 Outs in der Summe.

Das Quantum 1 hingegen bietet acht Preamps, zehn Line-Outs sowie gleich zwei Kopfhörerausgänge. Also etwas mehr als das Doppelte an analogen Wegen für rund ein Drittel mehr Straßenpreis (1200 vs. 800 Euro bei rund Zweidrittel der Größe (45 x 317 x 178 mm HBT, 1,3 kg).

Mit ohne scharf

Wie auch bei dem anderen Quantum verzichtet Presonus auf die Integration einer DSP-Software zum Monitor-Mixing. Diese Freiheit nimmt man sich aufgrund der äußerst geringen Latenz, die das Interface erzielt – man darf bzw. muss diese Aufgaben dann direkt aus der DAW erledigen.

Die Integration in die hauseigene DAW Studio One 3.5 erfolgt aber besonders gut, denn dort lässt sich beispielsweise der Gain des Interfaces direkt aus der DAW-GUI regeln. Via UC Surface wird das Interface sogar via Wifi und Tablets (iPad, Android) steuerbar und lässt auch das Abspeichern von Gain-Settings zu. Ein Analyzer ist ebenfalls Teil des Softwarepaketes.

Vier Preamps

Das Quantum 2 bietet insgesamt vier Class-A „XMAX“ Preamps mit Combo-Buchsen (XLR bzw. 6,35 mm TRS). Zwei sind auf der Front zu finden, zwei auf der Rückseite. Alle vier verstärken Mikrophone mit bis zu 60 dB Gain. Die Front akzeptiert darüber hinaus Instrumentensignale (E-Bass, E-Gitarre, etc.) auf der Klinke, die Rückseite hingegen symmetrische Line-Signale bis +18dBu, umschaltbar auch auf -10dBV. 

Stereo-Link, Low-Cuts oder Phaseninvertierung gibt es nicht  da die Preamps digital gesteuert werden, ist aber zumindest das manuelle Matching kein Problem. Eine Gain-Fernsteuerung via MIDI ist ebenfalls möglich.

Cleveres, digitales Bedienkonzept

Der Gain aller vier Preamps wird mit einem zentralen Encoder eingestellt, die beiden Pfeiltaster darunter schalten zwischen diesen durch. In der dreistelligen Siebensegmentanzeige daneben wird dies auch visualisiert. Die erste Stelle steht für den Preamp, die anderen beiden für den Gain. Eine Phantomspeisung kann individuell mit dem entsprechenden 48-V-Taster aktiviert werde.

Talkback, Dim/Mute und Mono gibt es beim kleinen Quantum leider nicht. Dafür ist ein A/B-Taster am Start, welcher zwischen zwei Mixen für den Kopfhörer umschalten kann.

LED-Matrix, Monitor-Regler

Zu der Bedienung der Input-Sektion gesellt sich rechts eine LED-Matrix zur Visualisierung. Hier werden die vier analogen Eingangslevel sowie der Main-Out 1/2 dargestellt. Im Anschluss finden wir einen großen Hauptlautstärkeregler, wodurch Monitore auch direkt angeschlossen werden können. Standardmäßig regelt dieser den Main-Out 1/2, der Out 3/4 lässt sich aber auch regeln – einen Umschalter gibt es indes nicht. 

Weiter geht es mit einem 6,35-mm-Klinke-Kopfhörerausgang sowie dem dazugehörigen Lautstärkeregler. Zum Schluss finden wir auf der rechten Front einen großen, gummierten Hauptschalter, der das Netzteil-gespeiste Interface in den Standby (5 Watt) schaltet, nicht aber komplett vom Netzt trennt. Er ist beleuchtet (rot, blau) und dient somit auch als Status-LED.

Gewohnte Rückseite

Die Rückseite ähnelt ebenfalls dem großen Quantum. Links ist der Anschluss für das mitgelieferte 100 bis 240 Volt Netzteil, das sich praktischerweise verriegeln lässt. Im Anschluss finden wir einen MIDI I/O sowie zwei ADAT I/Os (16 Channels rein und raus bei 48 kHz) und die beiden Thunderbolt-Anschlüsse. Es sind zwei, damit man bis zu vier Interfaces kaskadieren kann. Das Thunderbolt-Kabel ist wie so oft nicht Bestandteil des Lieferumfangs.

S/PDIF- und Wordclock-I/O runden die digitalen Verbindungen ab – alles wie beim „Alten“ möchte man meinen. Unterschiede finden sich damit nur bei den analogen Anschlüssen: Vier symmetrische TRS-Outs und zwei der vier Combo-Buchsen sind jedenfalls auf der Rückseite hier zu finden.

Dickes Softwarepaket

Nach der Registrierung des Interfaces erhält man ferner Zugriff auf die My-Presonus-Download-Sektion, wo es eine Artist-Version von Studio One 3 sowie die Studio Magic Plug-in Suite zum Herunterladen gibt. Letzteres bietet gebündelte Plug-in-Power von Eventide, Lexicon, SPL, Arturia, Mäag, Plugin Alliance sowie Brainworx und ist ein echter Zugewinn.

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