Hersteller_Presonus
Test
2
18.03.2013

PreSonus FaderPort Test

USB DAW-Controller

One love, one life, one fader !

PreSonus FaderPort im bonedo-Test - Die Produkte des 1995 gegründeten amerikanischen Herstellers PreSonus decken mittlerweile eine große Bandbreite an Hard- und Software für Musik- und Audio-Produktionen ab. Nachdem man sich zunächst mit preisgünstigen Geräten am Markt etabliert hat, überraschte PreSonus mit einem relativ hochpreisigen, diskreten Mikrofonvorverstärker, dem ADL 600 Tube Amp. Als eine weitere innovative Überraschung folgte die direkte Einbindung von Celemony Melodyne in PreSonus´ DAW-Software Studio One, mit der man versucht, der etablierten Konkurrenz Kunden abzujagen.

Vergleichsweise unspektakulär wirkt dagegen der eher puristisch ausgestattete und sehr kompakte USB DAW-Controller FaderPort. Wie der Name und auch erste scheue Blicke auf die Bedienelemente vermuten lassen, liegt das Hauptaugenmerk auf Fader, Pan und elementarer DAW-Steuerung – und NICHT der Steuerung von Plug-Ins und virtuellen Instrumenten. Braucht man so was?

Nachdem ich (noch so gerade) zu der Generation gehöre, die mit Bandmaschine und analogem Mischpult gearbeitet hat, war es für mich vor etwa 10 Jahren ein seltsames Gefühl, die erste reine DAW-Produktion (nur mit Mann und Maus) zu „fahren“. Nach ca. 20 Minuten waren sämtliche Vorbehalte vergessen und seitdem dienten ggf. anwesende Fader lediglich dem direkten Zugriff auf Kopfhörer- und Regie-Mix bei Aufnahmesessions. Getreu dem Motto „richtige Kerle brauchen keinen Fader/Controller“ habe ich es teils belustigt verfolgt, wenn im Kollegenkreis enthusiastisch ein DAW-Controller angeschafft wurde, der dann nach spätestens zwei Wochen in einem Regal, Ebay-Angebot, o.ä. gelandet ist.    

Dementsprechend „un-enthusiastisch“ bin ich an den Test des PreSonus FaderPort herangegangen. Doch diesmal lief es anders: Der FaderPort hatte die zwei Wochen Regalaufenthalt bereits hinter sich, bis ich mich bequemte, den Treiber zu installieren und den Controller anzuschließen. Einige Tage später habe ich mir dann einen eigenen FaderPort bestellt! Was ist passiert? Liebe auf den zweiten Blick? Anscheinend, wenn auch mit kleinen Hindernissen. Für wen sich eine nähere Betrachtung des kompakten DAW-Controllers lohnt und welche Probleme ggf. auftreten können, findet ihr heraus, wenn ihr weiterlest.

Details

Überblick

Mit seinen kompakten Ausmaßen von 18 x 13 x 4cm hat der PreSonus FaderPort nicht viel direkte Konkurrenz zu fürchten. Allenfalls der etwas teurere Frontier AlphaTrack, der meines Wissens nicht mehr hergestellt wird, sowie der CM-CH von Steinberg/Yamaha (nur für Cubase ) stellen in gewisser Weise vergleichbare Produkte dar. Neben seinen 24 Tastern zur Kontrolle verschiedener DAW-Funktionen und dem Pan-Encoder sticht der 100mm lange Fader sofort ins Auge. Hierbei handelt es sich um einen mit 1024 Schritten hochauflösenden, berührungsempfindlichen und motorisierten (Dual-Servo Drive Belt) Alps-Fader - Profiwerkzeug, das auch in weitaus teureren Konsolen und Controllern Anwendung findet! Der Fader wird nur bei angeschlossenem, im Lieferumfang enthaltenen Netzteil vom Motor angetrieben. Ohne Netzanschluss ist der FaderPort über die USB-Stromversorgung voll funktionstüchtig, mit Ausnahme des „Flying Fader“-Betriebs. 

Neben Netzteil, USB-Kabel, Installations-CD (Version 1.0), englischsprachiger Bedienungsanleitung (Version 1.0) und Garantiekarte gehört ein schicker PreSonus-Aufkleber zum Lieferumfang. Wow, werde ich mir gleich auf den Lamborghini kleben! (Nur Spaß, ist zur Inspektion...) Neben USB- und Netzanschluss befindet sich auf der Gehäuserückseite die Buchse für einen (nicht im Lieferumfang enthaltenen) Fußschalter. Dieser ist generell der freihändigen Punch In/Out-Steuerung zugedacht, kann aber auch andere Funktionen steuern. 

Verarbeitung

Das Gehäuse macht einen sehr robusten und professionellen Eindruck. Die metallene Deckplatte ist sauber verarbeitet, und die soliden Taster sind relativ schwergängig, haben aber einen gleichmäßigen, spürbaren Druckpunkt. Der Fader und der fein gerasterte Pan-Encoder fühlen sich genauso an, wie man es von professionellen Geräten gewohnt ist - absolut kein Vergleich zu beispielsweise irgendwelchen Plastik-Masterkeyboards, die auch für sich beanspruchen, DAW-Controller zu sein. Die Taster leuchten bei Betätigung verschiedenfarbig, entsprechend der angewählten Funktion. Des weiteren sind sie gut lesbar beschriftet. Hierbei kann es ggf. Host Programm-bedingt geringfügige Abweichungen zwischen Beschriftung und tatsächlicher Funktion geben. 

DAW-Steuerung

Der PreSonus FaderPort ist für den Einsatz mit allen gängigen DAW-Programmen konzipiert. Bei der Einbindung in das Host-Programm unterscheidet man zwischen einer HUI-Emulation und dem sogenannten Native-Mode, welcher auf die unterstützten Programme unterschiedlich zugeschnitten ist. Ein simples Beispiel: Der „TRNS“-Taster öffnet unter den meisten Host-Programmen das Transport Fenster, was z.B. bei Apple Logic wenig Sinn macht, da es sowieso Dauergast auf dem Bildschirm ist. Die freundlichen Leute von PreSonus haben diesen Button mit der Funktion „Track Zoom“ vorbelegt, was recht praktisch ist, bei Bedarf aber auch geändert werden kann. Welche Programme unterstützt der FaderPort denn nun im Einzelnen? 

Unterstützte Programme

Native-Mode:

  • Ableton Live
  • Cakewalk Sonar 6 und spätere Versionen
  • Logic Express/Logic Pro 7 und spätere Versionen
  • Magix Samplitude 10
  • Magix Sequoia 10
  • MOTU digital Performer 4 und spätere Versionen
  • PreSonus Studio One
  • Steinberg Cubase SX3 und spätere Versionen
  • Steinberg Nuendo 3 und spätere Versionen

HUI-Emulation:

  • Avid Pro Tools 6 und spätere Versionen
  • Avid Pro Tools M-Powered 6 und spätere Versionen
  • Steinberg Cubase LE, SE und SL 3 und frühere Versionen (mit Einschränkungen)
  • Steinberg Nuendo 2 und frühere Versionen (mit Einschränkungen)

Bedienelemente

Die 24 Taster, die neben Motorfader und Pan der DAW-Steuerung dienen, sind praxisgerecht in folgenden Kategorien gruppiert: Transport, Window View, Fader Mode und Channel Select. Desweiteren finden wir rechts vom Panoramaregler die Taster Mute, Solo und Rec (Record Enable). 

In der „Transport-Gruppe“ befindet sich der Shift-Taster, der diverse Doppelfunktionen anderer Taster aktiviert. Diese zusätzlichen Funktionen sind an der Beschriftung ober- bzw. unterhalb der jeweiligen Taster deutlich zu erkennen. Außerdem schaltet er z.B. den Panoramaregler bei Pro Tools Stereospuren vom linken auf den rechten Kanal, diesmal ohne Hinweis auf der Geräteoberfläche. Je nach verwendeter DAW-Software verbergen sich teilweise eine Vielzahl programmspezifischer Funktionen hinter Tastenkombinationen, die nur aus der Bedienungsanleitung oder den Zuweisungsfenstern der Host-Programme ersichtlich sind. Bei Ableton Live war man anscheinend besonders engagiert. In der Bedienungsanleitung wird eine Vielzahl für mich recht willkürlich erscheinender Tasterkombinationen zur Steuerung diverser Programmfunktionen aufgeführt.

Die weiteren Tastengruppen dienen Einstellungen bezüglich Fensteranordnung, Automationsmodus sowie Kanalwahl und bieten keine großen Überraschungen. Der Off-Taster (Fader Mode) deaktiviert die Faderfunktion in beiden Richtungen und somit auch den Motor - falls exzessive Lautstärken-Automationsfahrten des Faders das Fledermausgehör des Engineers mal stören sollten. 

Getestet habe ich den PreSonus FaderPort mit ProTools 10, Cubase 5 und Logic Pro 9 auf einem MacBook Pro/OSX 10.6.8/32Bit. Wie bewährt sich der Controller und welche Hürden gab es bei der Integration zu bewältigen?

1 / 3
.

Verwandte Artikel

SSL Nucleus Test

Mit der Nucleus präsentiert SSL die wohl kleinste Konsole in der Geschichte des britischen Traditionsunternehmens. Dass der 16-Spur DAW-Controller mit Motorfadern und Audiointerface dennoch keine Kleiner-Mann-Komplexe entwickeln muss, zeigt dieser Test!

Presonus Studio One 2 Professional

Ist Presonus Studio One 2 Professional nur eine weitere DAW, die gegen die etablierten Programme keine Schnitte hat oder bietet sie vielleicht eine echte Alternative?

M-Audio Axiom Series und DirectLink

Die drei USB-Controller-Keyboards der M-Audio Axiom Serie zeigen sich äußerst kontaktfreudig und versprechen die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Software-DAWs.

User Kommentare