Test
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23.11.2021

Phonon SMB-01L Test

Hi-End Kopfhörer

Perfektes Understatement aus Japan

Phonon Kopfhörer aus Japan haben sich gerade im Bereich elektronischer Musikproduktion zu gar nicht mehr so geheimen Geheimtipps gemausert. Weltbekannte DJs wie Laurent Garnier, Dixon, Jeff Mills, Frank Wiedemann (Âme) und DJ Harvey und Toningenieure wie Tom Lorde-Alge sind unter ihnen. Immer häufiger findet man sie vor allem in Homestudios, wo aufgrund der Wohnsituation keine laute Monitorabhöre ausgefahren werden kann.

Mit dem SMB-02 entwickelte Phonon-Co-Gründer Isao Kumano, einer der höchstangesehenen japanischen Mastering-Ingenieure, den ersten Studiokopfhörer seiner Firma mit dem Ziel, das Hörerlebnis von Monitorlautsprechern zu ermöglichen. Mit dem SMB-01L stellt er nun sein neues Top-Modell vor, einen Hi-End-Hörer knapp unter der 1.000,- Euro Grenze, mit dem Ziel, den Klang einer großen Studioabhöre zu übertragen.

Details

Lieferumfang

Der SMB-01L wird in einem beeindruckend wertigen Kunstfasercase geliefert. Auf der textilartigen schwarzen Oberfläche ist in dezentem Grau der Phonon-Schriftzug aufgedruckt. Nach dem Öffnen per Reißverschluss präsentiert sich der Kopfhörer selbst perfekt geschützt in einem stabilen, dicken anthrazitfarbenen Schaumstoffbett. Im Deckel zappelt hinter einem mit Gummiband gestrafften Netz der Beifang: das abnehmbare 3 m glatte Kabel mit abschraubbarem Steckeradapter von 3,5 auf 6,3 mm Größe, ein Kärtchen für die zweijährige Garantie und zwei Tütchen mit einem Minischraubenzieher und zwei kreisrunden schwarzen Plättchen mit länglichen Schlitzen.

Zwei in einem

Letztere sind die austauschbaren kreisrunden Rückwände der Ohrmuscheln, ein besonderes Feature des SMB-01L. Der Kopfhörer wird mit montierten geschlossenen Rückwänden geliefert. Diese sind mit drei kleinen Schräubchen befestigt und können ausgetauscht werden. So wird aus dem geschlossenen in wenigen Minuten ein halboffener Kopfhörer mit entsprechend verändertem Klangverhalten. Dazu mehr im Praxisteil.

Vorwegschicken möchte ich, dass das Austauschen der Rückwände schon eine fummelige Angelegenheit ist, die man nicht gerne täglich machen wird. Wahrscheinlich finden alle User nach mehrmaligem Umgestalten ihre präferierte Konfiguration. Und falls beim An- und Abschrauben mal eines dieser winzigen und dennoch so wichtigen Schräubchen verloren gegangen ist: Im Lieferumfang befinden sich neben dem ebenfalls mitgelieferten kleinen Schraubenzieher noch drei Ersatzschräubchen.

Unsichtbares Bling-Bling

Der japanischen Kultur ist das sinnfreie Zurschaustellen von Luxus fremd und nach dieser Philosophie ist auch der SMB-01L designt. Außen pures Understatement – ein robuster, gepolsterter Bügel mit ausziehbaren Metallschienen, ein schlichtes schwarzes Plastikchassis, konservative Formgebung, wären da nicht die dicken gepolsterten Ohrmuscheln aus hochwertiger Lammhaut, die sich über Dämpfungsmaterial aus Memory-Schaum spannen. Innen dann absolut hochwertige Komponenten – ein neu entwickelter 50 mm „Free-Edge“-Treiber mit einer Membran aus PET-Material soll einen besonders weiten Frequenzgang von 10 Hz bis 40 kHz realisieren. Im Inneren des Gehäuses befindet sich laut Herstelleranhaben eine Netzstruktur, die über einen an drei Punkten befestigten Gummiring gespannt ist, um die Schallreflexion im Gehäuse zu absorbieren.

Drehen und wenden

Die recht flachen Ohrmuscheln des SMB-02 waren noch starr. Die großen Pötte des SMB-01L sind hingegen höchst beweglich, was sich sehr auf den Tragekomfort auswirkt. 90° in der Längsachse und mehr als 90° in der Querachse sorgen für eine ergonomische Anpassung an die Kopfform.

Symmetrische Option

Das Originalkabel des SMB-01L ist bereits vieradrig ausgelegt. Im Phonon Store ist dazu ein optionales symmetrisches Kabel mit unabhängiger Erdung erhältlich, das auch mit dem SMB-03 genutzt werden kann, denn auch der ist 4P-XLR-kompatibel. Damit sind besonders hochwertige Audioverbindungen beispielsweise zu DAC/Amp-Kombos machbar. Ohne ebenjene geht es jetzt aber straight in den Praxistest!

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