Test
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19.06.2020

Praxis

Beim ersten Hantieren mit der BFM Signature Snare wird klar, dass sich die verwendeten Komponenten nicht gerade zu einem Leichtgewicht addieren. 4,6 Kilogramm zeigt meine Digitalwaage an. Das sollten Drummer wissen, denen es auf ein möglichst leichtes Reisegepäck ankommt. Funktionell präsentiert sich die Trommel sehr angenehm und hochwertig. Die Stimmschrauben laufen weich und mit guter Rückmeldung und die Abhebung lässt sich auch im angeschalteten Zustand problemlos justieren. Klanglich wirkt die Snaredrum zunächst nicht sehr fett, was im Vergleich mit meiner eigenen Pearl Special Reserve mit dünnem Kessel sehr deutlich wird. Stattdessen werden hier straffe, kompakte Töne angeschlagen, welche immer mit etwas mehr Rascheln unterlegt sind als es bei einem normalen Snareteppich der Fall wäre. Trommeln mit sehr dicken Kesseln neigen dazu, den Eigensound der Felle stärker hervorzuheben und gleichzeitig das Sustain natürlich zu begrenzen. Das ist logisch, denn viel Kesselmasse schwingt einfach weniger stark. Den warmen Holzkörper gibt es also hier nur in reduzierten Dosen. Unter dem Mikrofon zeigt die BFM Snare ein interessantes Verhalten, welches mich ein bisschen an jenes von Solid Snares erinnert. Der Attack wird breit und „fest“, während gleichzeitig der Ausklang stärker in den Hintergrund tritt. 

Hohe und mittelhohe Stimmungen

Hoch gestimmt bietet die BFM Snaredrum einen klaren, holzig-kurzen Ton mit lebendiger Ansprache und einem kurzen Ausklang. Ich muss sofort an funkige Figuren denken, auch die extrem geschäftigen Gospelchops lassen sich so sehr klar und kontrolliert umsetzen, ohne dass die Trommel zu knochig klingen würde. In mittelhohen Tunings kommt ein sauberer Ton hinzu, der sich im Verbund mit dem Teppichsound zu einem sehr angenehmen Gesamtbild verbindet. Den Gussreifen verdankt das Instrument glasklare, volle Rimclicks und Rimshots

Mittlere und tiefe Stimmungen

Ihren wahren Charakter zeigt unsere Testtrommel ab mittleren Stimmungen abwärts. Anders als bei schwingfreudigeren Kesseln, beteiligt sich dieses dicke Exemplar kaum am Sustain. Dies führt zu einem sehr klaren, auffällig tonlosen Ausklang, der äußerst recordingfreundlich daher kommt. Hinzu kommt, dass Stimmfehler weniger stark ins Gewicht fallen. Subjektiv hat man den Eindruck, dass das Herunterstimmen weniger Einfluss auf die Tonhöhe nimmt als man es normalerweise erwarten würde. Auch dies ist eine Folge des eher „inaktiven“ Kessels. Die klanglichen Resultate tendieren damit immer in eine kompakte, saubere Richtung. So hört sich das an:

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