Test
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18.09.2021

PDP 700 und 800 Doppelpedale Test

Fußmaschinen

Zwei Doppelte, bitte!

Für das Modelljahr 2021 hat der Hersteller PDP seine gesamte Hardware auf Vordermann gebracht. Für diejenigen, die es noch nicht wissen: PDP baut als Schwestermarke des High-End-Herstellers DW erschwinglichere Trommeln und Hardware, verwendet dabei aber deutliche Design-Anleihen. Dies ist grundsätzlich auch bei unseren heutigen beiden Testgeräten, den Doppelfußmaschinen mit den schlichten Bezeichnungen 700 Double Pedal und 800 Double Pedal, der Fall. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen haben speziell die Trittplatten und die Logos eine optische Modernisierung erfahren. Was die Teile sonst noch zu bieten haben und wie sie sich spielen lassen, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Details & Praxis

Die 700er ist reisefreundlich, die 800er massiver ausgelegt

Dass die Marke PDP trotz ihrer günstigeren Preise immer ein bisschen vom Glanz des Mutterhauses DW profitieren möchte, merkt man auch unseren beiden Testpedalen an. Es beginnt bei den Formen der Trittplatten und Fersenteilen, welche sich im Falle der 800er klar am Design der DW 5000er und aufwärts orientieren, dabei aber auffallend dünn ausfallen. Die 700er besitzt etwas kleinere, dickere Trittplatten und verrundete Fersenteile. Anders als bei den bekannten Vorbildern haben sich die PDP-Designer jedoch für glatte Spielflächen entschieden. Beide Pedale verwenden die gleichen, doppelsäulig aufgebauten Rahmen und Achsen, unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten voneinander. Während die 800er mit zwei Bodenplatten und einem Doppelkettenantrieb aufwartet, ist die 700er mit nur einer Bodenplatte und Einzelketten deutlich leichter gestaltet.

Die Fersenteillager der 800er Maschine sind absolut spielfrei

Die Funktion der Hauptpedal-Bodenplatte übernimmt eine Bügelkonstruktion, die für kompakten Transport einfach ausgehängt werden kann. Die ausfahrbaren Haltedornen der 800er entfallen hier allerdings genauso wie eine Antirutsch-Gummierung. Beide Pedale verfügen über herkömmliche Federaufhängungen, an deren Oberseite der Beater- und Trittplattenwinkel verstellt werden kann. Für die Fixierung der Maschinen am Bassdrum-Spannreifen von der Seite ist bei der 700er ein Stimmschlüssel vonnöten. Der ist jedoch auch Teil des Lieferumfangs, auf Taschen müssen Käuferinnen allerdings verzichten. In Sachen Beater liegen unsere Testobjekte zumindest optisch wieder sehr an den DW-Pedalen, hier kann zwischen Filz- und Plastikschlagfläche gewählt werden. Im Falle der 800er sind die Schäfte mit Memoryblöcken versehen, die 700 verfügt über dergleichen nicht.

Insgesamt kann den Maschinen eine gute Verarbeitung bescheinigt werden, wirklich beeindruckt bin ich jedoch vom absolut spielfreien Fersenteillager der 800er. Kein Beinbruch, aber nicht optimal ist hingegen der Umstand, dass die Umlenkrolle des 700er Slavepedals nicht mittig montiert aus der Verpackung kam, was sich in einem extremen Schräglauf der Kette äußerte. Mithilfe eines Inbusschlüssels war das Problem jedoch schnell behoben. Mal sehen, wie sich die Kandidaten spielen lassen.

Solideres Spielgefühl bei der 800er

Wie erwartet, haben wir es bei beiden Pedalen mit schnellen, gut spielbaren Doppelpedalen zu tun, die sich für eine Reihe von Stilen und Spieltechniken empfehlen. Allerdings hat die 800er aufgrund ihrer Bauweise klar die Nase vorn, wenn es um die reinen Laufeigenschaften geht. Die solidere Konstruktion mit der zweiten Bodenplatte sorgt für eine höhere Verwindungssteifigkeit speziell bei kräftigem, schnellem Spiel, während die doppelt ausgelegten Ketten den „Geradeauslauf“ verbessern. Trotzdem ist die 700er kein schlechtes Pedal, ihre Stärken liegen jedoch klar bei der Transportfreundlichkeit. Sie ist schnell zusammengelegt und spart damit wertvollen Packraum in beengten Bandfahrzeugen. Nicht so gut gelöst ist die Spannreifenbefestigung der 700er mit Stimmschlüssel, welcher auf dunklen Bühnenböden gerne mal abfällt. 

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