Test
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03.09.2018

Praxis

Die Dry Exemplare erweisen sich als mittellaute Allrounder

Los geht’s mit den drei trockenen Exemplaren. Der Klang der beiden 21“ und 22“ Modelle ist trocken mit tiefem Grundton und fein perlenden Höhen. Sie lassen sich im beschränkten Maße auch angecrasht spielen, wobei sie beim direkten Crash nicht besonders stark oder fauchig aufgehen, hinterher aber relativ lange ausklingen. Das 20“ Ride klingt bei kräftigeren Ride-Figuren schnell etwas undefiniert, ist aber dafür besser crashbar. Die drei Bells passen gut zum Rest des Klangbilds, insgesamt klingen sie aber eher integriert als stark separiert. Wer also ein Ride mit einer besonders durchdringenden Glocke sucht, ist hier eher falsch beraten. Durch den fein perligen Höhenanteil können sich alle drei Becken unter dem Mikrofon gut entfalten, insgesamt eignen sich die Cymbals aber vor allem für leise bis mittlere Lautstärken. Am ausgewogensten erscheint mir das 22“ Ride, hier treffen Spielgefühl, Sound und der trockene Charakter in einer idealen Mixtur zusammen. Nach dem Ancrashen oder nach Swells lassen einige Modelle einen präsenten, etwas brummigen Unterton vernehmen. Auch wenn das im Zusammenspiel oder unter dem Mikrofon (bei aktiviertem Low Cut) nicht stärker ins Gewicht fällt, finde ich das nicht so gelungen.

Relativ speziell wird es mit den Extra Dry Rides

Hersteller wie Meinl oder Zildjian setzen auf spezielle Hämmerungstechniken, um ihren Becken den trockenen und komplexen Klang zu verpassen, bei Paiste hat man dafür die starke Beschichtung auf den Unterseiten angebracht. Das hat zur Folge, dass die Paiste Extra Drys im Vergleich zu anderen trockenen Becken eher kurz und clean, aber nicht steril klingen. Das Spielgefühl ist allerdings auch deutlich anders. Im Vergleich zu anderen B20-Rides aus türkischer Fertigung, die ich hier herumstehen habe, spielen sich die Dry Becken schon etwas steifer, und bei den drei Extra Dry Rides habe ich, besonders bei schnellen Figuren, das Gefühl, wesentlich mehr arbeiten zu müssen, um die hineingebrachte Energie aus dem Becken wieder heraus zu bekommen. Im Vergleich zu den Dry Rides haben alle drei Extra Drys etwas präsentere und vom Flächenklang abgesetzte Bells, wie ihr in den Soundfiles hören könnt.

Insgesamt geht die Mixtur auch hier beim 22“ Modell am besten auf. Für Freunde des Jack DeJohnette Sounds gibt es mit dem 22“ Extra Dry ein wirklich außergewöhnlich klingendes, trockenes Becken zu entdecken.

Die Becken im Jazz-Setup

Zuletzt spiele ich drei der Becken noch in einem Jazz-Setup mit kleiner Bassdrum und hoch gestimmten Toms. Hier hängt jetzt das 20“ Dry links, das 22“ Dry auf der rechten Seite, und ganz rechts außen ist das 21“ Extra Dry Ride. Ihr könnt gut hören, wie sich die Becken insgesamt einbetten, aber auch wie stark der Unterschied zwischen den Dry und Extra Dry Modellen ausfällt. Im ersten Soundfile benutze ich feiner klingende Peter Erskine Ride Sticks, im zweiten Soundfile Mallets.

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