Gitarre Hersteller_Ovation
Test
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15.06.2017

Praxis

Klang und Spielpraxis

An den Hals mit seinem sanften V-Shaping gewöhnt man sich schnell. Auch sonst ist die CS24-5 werkseitig gut eingestellt, sodass man sofort loslegen kann. Der Daumen kann bei Bedarf auf der ganzen Länge eingreifen, da der Hals insgesamt recht dünn ist. Im Prinzip kommen sämtliche Abmessungen dem E-Gitarristen entgegen.

Mit einer komfortablen Saitenlage, einem abgerundeten Halsfuß und einem Cutaway wurde die CS24-5 auch für den Single-Line-Spieler ausgelegt. Man kann sogar "spielend" den letzten Bund auf der dünnen E- oder B-Saite erreichen. Die Celebrity ist werkseitig mit einem kräftigen Satz D'Addario® EXP11 Coated 80/20 Bronze (.012-.053) ausgestattet, trotzdem sind die Töne überall formbar, vor allem auf den blanken Saiten.

Der abgerundete Body neigt dazu, einem sitzenden Spieler vom Schoß zu entgleiten, weshalb man auch in der Sitzposition einen Gitarrengurt verwenden sollte. Im Stehen treten keine vergleichbaren Probleme auf und mit 2400 Gramm zerrt die Celebrity auch nicht so sehr an der Schulter.

Die Fichtendecke bietet im oberen Frequenzspektrum einen Ton, der mit viel Glanz überzeugt, aber im Bassbereich fehlt das letzte Quäntchen Druck. Dynamikunterschiede setzt die Decke vergleichsweise gut um. Laut gespielte Rhythmen mit dem Plektrum kommen ohne Geräuschanteile, aber im Duell mit der CE44 zieht die CS24 dann doch aus klanglichen Gründen den Kürzeren. Die Unterschiede sind aber sehr subtil und machen sich eher beim Natursound bemerkbar. Mit Solospielstücken könnte man unsere Kandidatin doch schnell überfordern. Deshalb kann man die CS24 erst einmal sehr gut im Ensemble platzieren.

Eine Ovation sollte man primär an ihrem elektroakustischen Sound messen, an einem guten Amp, der die Gitarre authentisch verstärkt.

Geräusche wie Piezoknarzen produziert der Slimline-Transducer kaum und auch Rückkopplungen kann man bei moderater Lautstärke nahezu ausschließen, auch wenn man sich direkt vor dem Speaker platziert. Die Celebrity Standard CS2 mit flacher Schale bietet sich Musikern an, die eine höhere Lautstärkeumgebung bevorzugen, denn die CS2 lässt sich - laut Hersteller - nahezu rückkopplungsfrei auf großen und kleinen Bühnen einsetzten.

Leider kommt der Tonabnehmersound immer mit einer ganz anderen Klangcharakteristik über die Studioboxen als über einen Bühnenamp, der in der Regel viel weicher, druckvoller und dynamischer klingt. Trotzdem waren die Ergebnisse zufriedenstellend.

Die folgenden Aufnahmen wurden mit zwei Großmembranmikrofonen gemacht. Die Aufnahmen wurden im Bass entrumpelt, ansonsten wurde der Frequenzbereich linear übertragen. Der Kompressor wird dezent eingesetzt und der Hall soll den Raum vergrößern.

Hier das reine Tonabnehmersignal:

Die besten Ergebnisse erzielt man im Studio, wenn man das Natursignal mit dem Tonabnehmersignal kombiniert.

Die Celebrity CS 24-5 ist natürlich auch als Sologitarre gefragt.

Beim Palm Mute stören keine Pins.

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