Test
5
14.03.2017

Omnitronic CM-5300 Test

Clubmixer

Kanäle satt

Neben all den spannenden und Aufmerksamkeit erregenden Sachen im DJ-Bereich wie Controller, Laufwerke und Rotary-Mischer gibt es eine Gerätegattung im Beschallungsgewerbe, um die der Hype zwar deutlich kleiner ist, die aber nichtsdestoweniger eine ziemlich große Relevanz besitzt: Die Rede ist von Veranstaltungsmischpulten. Jenen Mischpulten, die mit vielen Eingängen bestückt sind, über mindestens einen, wenn nicht gar mehrere Mikrofonkanäle verfügen und in Bars und Kneipen genauso anzutreffen sind, wie bei Hochzeiten und Karnevalsfeiern.

Der neue Omnitronic CM-5300 ist genau so eine Pult: Ein massives Schlachtschiff zu einem relativ günstigen Preis von 469 Euro, das genügend Eingänge für viele Beschallungssituationen im Bereich Deejaying und Moderation bereithält.

Details

Konzept

Bereits im Namen des CM-5300 ist die üppige Ausstattung an Eingängen verklausuliert: Der Mixer von Omnitronic verfügt nämlich über fünf Eingangs- (Line, Phone, Aux) und drei Mikrofonkanäle. Letztere sind mit einem Kanal-Kompressor ausgestattet. Alle Kanäle warten mit einer Dreiband-Klangreglung auf. Für den DJ-Einsatz empfiehlt sich der CM-5300 durch eine Crossfader-Schiene (A/B), eine vollständige Vorhörsteuerung und separat regelbaren Booth-Ausgang (Zone-Out).

Digitale Ein- oder Ausgänge sucht man an diesem Mixer vergeblich: Es ist ein reines Analogpult, das sich aufgrund seiner 19-Zoll-Rackohren (7 Höheneinheiten) bestens für die Festinstallation oder den Einbau in ein mobiles Flightcase eignet.

Auspacken

Aus der ordentlichen Umverpackung, in der der CM-5300 durch Kunststoff-Formteile geschützt sicher ruht, entnehme ich den Mixer, einen Kaltgerätestecker und eine mehrsprachige Anleitung (DE/UK). Diese ist zwar knapp geschrieben und eng gedruckt, erklärt aber alle Funktionen des Mischpultes hinreichend und verständlich.

Erster Eindruck

Mit seinen sechs Kilo und den stattlichen Abmaßen von 383 x 483 x 106 Millimetern, was sieben Höheneinheiten im 19-Zoll-Rack entspricht, ist der CM-5300 ein ziemlich wuchtiger Koloss, den man nicht grundlos durch die Gegend wuchten möchte. Das hohe Gewicht dürfte wohl vornehmlich dem mattschwarz lackierten Stahlblech geschuldet sein, aus dem das Gehäuse gefertigt ist. Dass Omnitronic ihrem Budget-Mixer keine hochglänzenden Design-Elemente aus Kunststoff spendiert haben, sondern einen das Arbeitsfeld in dezenter (reflektionsfreier) matter Optik anlächelt, verbuche ich als Pluspunkt. Ebenfalls als vorteilhaft darf man das großzügige Platzangebot auf der Faceplate werten, das für Übersichtlichkeit und viel Bewegungsfreiheit für die Finger sorgt.

Zur Übersichtlichkeit trägt auch die logische Gruppierung aller Bereich bei: Im linken Drittel die drei Mikrofonkanäle mit ihren zugehörigen Buchsen, das Mittelfeld beherbergt sämtliche Line-Kanäle und das rechte Drittel die Abteilung Monitoring, Effektschleife und Master-Ausgänge sowie den Crossfader.

Anschlüsse

Entsprechend seiner weit gefassten Aufgabenstellung verfügt der Omnitronic über Anschlüsse satt. Da sich von der Rückseite betrachtet die Eingangskanäle in der rechten Hälfte, die Ausgänge in der linken befinden, starten wir unsere Inspektion naheliegenderweise auf der rechten Seite: Neben der Kaltgerätebuchse beginnt die Eingangssektion für die fünf Hauptkanäle. Acht Ports davon sind als Stereo-Cinch-Buchsen ausgeführt, wobei die Kanäle 2 und 4 als Phono-Preamps samt Erdungsschraube ausgelegt sind und entsprechend wahlweise Line- oder Phono-Signale entgegennehmen. Der erste Kanal verfügt zudem über einen symmetrischen Stereo-Line-In in Form von zwei Standard-Klinkenbuchsen. Schön wäre allerdings gewesen, wenn Omnitronic den Anschlussbereich ein bisschen luftiger gestaltet hätten, denn so eng besiedelt wie er ist, gelingt es einem kaum, Stecker wirklich zu fassen. Man ist also gezwungen, sie am Kabel herauszuziehen. Zugegeben, das machen andere Hersteller auch nicht viel besser und insofern belastet es das Punktekonto nicht.

Was andere Hersteller (beispielsweise Behringer, Numark oder Reloop) auch in diesem Preissegment sehr wohl schaffen, ist es, ihren Mixern zumindest eine simple USB-Soundkarten-Funktionalität mit auf den Weg zu geben, um Mixe beispielsweise direkt im Rechner aufzunehmen oder das Laptop als Zuspieler zu verwenden.

Ungefähr in der Mitte der Anschlussseite sitzt ein Stereo-Record-Out. Rechts davon folgen die weiteren Ausgänge. Eine Besonderheit hier: Alle Ausgänge sind mit einem kleinen Potentiometer ausgestattet, über das die Ausgangsleistung von Null bis Maximal regelbar ist – eine schöne Sache für die Festinstallation, kann man so doch die Verstärker auf der optimalen Maximalleistung betreiben und gleichzeitig die Höchstlautstärke begrenzen. An dieser Stelle der Hinweis: Mein Testmodell hatte im Auslieferungszustand alle Potis auf Null stehen, wodurch sämtliche Ausgänge natürlich stumm sind. Ich bin mir fast sicher, dass es Menschen geben wird, die nicht auf die Idee kommen, das Poti vermittels eines kleinen Schraubendrehers auf Maximalstellung zu drehen und den Mixer entsprechend als defekt an den Verkäufer zurückschicken. Also: Besser vorher mal kontrollieren – das spart im Zweifel Porto.

Die bereitstehende Port-Sammlung ist umfangreich: Sie beginnt links mit einem Zone-Out, der über ein schaltbares High-Pass Filter bei 80 Hz verfügt. Es folgen zwei getrennt regelbare Master-Ausgänge, die beide sowohl als symmetrische XLR-Buchsen als auch als unsymmetrisierte Cinch-Ausgänge ausgelegt sind. Der zweite Master-Out ist zudem optional auf Mono schaltbar. Ein Subwoofer-Ausgang, der in der Übergabefrequenz zwischen 30 und 200 Hz regelbar ist, sowie eine Mono-Effektschleife komplettieren hier den Reigen.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare