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Test
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07.03.2013

Numark Mixtrack Pro 2 Test

DJ-MIDI-Controller mit Audio-Interface

Numarks Liaison mit Serato geht weiter

Numark Mixtrack Pro 2 im bonedo-Test - Nachdem Numark vor wenigen Wochen auf der NAMM seine neue DJ-Controller-Flotte vorgestellt hat, trudelt bereits das erste Gerät im Test-Studio ein. Die Rede ist vom Mixtrack Pro II. Ausgestattet mit einem USB-Audio-Interface, brandneuen Performance-Pads, einem runderneurten Design und Serato DJ Intro im Gepäck, tritt er an die Nachfolge des Mixtrack Pro an, um die Messlatte in der 200 Euro Preiskategorie eine Stufe höher zu legen. Ob ihm dies wohl gelingt? Immerhin hat er es mit einem Haufen Konkurrenten zu tun: Als direkte Gegenspieler sehe ich unter anderem Vestax Spin und Typhoon, American Audios VMS2, Hercules DJ-4Set und DJ-Tech iMix-Reload Mk2, die ebenfalls um den Einzug in die Wohn- und Partyräume der Hobbyisten und fortgeschrittenen Anwender kämpfen.

Details

Auspacken

Sicher gegen Transportschäden verpackt kommt der fast vollständig aus Kunststoff gefertigte Kandidat ins Haus. Dafür sorgen die passgenauen Styropor-Formteile im Inneren des bunt bedruckten Kartons. Aus diesem schälen sich neben der flachen Kommandozentrale ein USB-Kabel und das Handbuch. Eine CD befindet sich nicht im Lieferumfang, was bei 23,7 Megabyte Download-Volumen für Serato Intro zumindest für all diejenigen Tellerdreher zu verschmerzen ist, die in einer DSL-erschlossenen Region dieses Landes residieren. Ach ja, und das Anlegen eines Accounts oder eine Registrierung auf der Website ist nicht nötig, was in Anbetracht des Hardware-Dongles (der Mixtrack selbst) nachzuvollziehen ist.

Meine visuelle Inspektion zeigt eine dem Preisgefüge angemessene Verarbeitungsqualität, beginnend mit einer abgerundeten, matt silberfarben lackierten Bodenwanne, die rutschfest auf vier Gummifüßen steht. Die Gehäuseoberfläche täuscht gebürstetes Aluminium vor, es gibt kaum Grate und der Sitz der Anschlussbuchsen geht auch in Ordnung. Beim ersten Trockenlauf über die Bedienelemente treffen meine Finger auf diverse, unter Strom sowohl beleuchtete als auch unbeleuchtete Klick-Klack-Buttons, neun Encoder sowie einen leichtgängigen, Software-seitig in seinem Öffnungsverhalten einstellbaren 45 mm langen Crossfader und passend gleitende Line-Fader gleicher Länge, deren Wackelfaktor sehr gering ausfällt.

Praxistaugliche Widerstände bringen mir auch die silberfarbenen Plastikdrehregler entgegen, obgleich ich sie lieber gegen eine dunkle, gummierte Variante austauschen würde, da sie nicht meinen persönlichen Geschmacksnerv treffen. Jedoch zieht dieses Unterfangen, wenn ich die lokal vorrätigen Vestax-Kappen ausprobiere, ein Schleifen auf der Oberfläche nach sich. Das gleiche gilt für die Line-Caps. Belassen wir es also beim Silber-Style und wenden uns lieber den Jogwheels mit ihrem auffälligen hochglänzenden Numark-Logo in der Mitte zu. Mit diesen berührungsempfindlichen Tellern, dass darf ich vielleicht vorwegnehmen, könnt ihr Nudgen, Spulen und Scratchen, sogar Loopflanken einstellen. Der haptische Widerstand, die Laufruhe und die griffige, gummierte Oberfläche, die von einem roten Leuchtkranz umgeben ist, geben nicht den geringsten Anlass zur Kritik, sofern der DJ mit der schmalen Bauhöhe der Low-Profile-Wheels zurechtkommt und nicht auf eine Positionsanzeige im Ring Wert legt. Die Transportzeile mit den bunt beleuchteten Buttons darunter entspricht dem aktuell gängigen Standard.

Exquisiter hingegen fällt der nördliche Teil der Decksektionen mit seinen Performance-Pads aus, die wir uns im Praxisteil noch genauer zu Gemüte führen werden. Bevor der Blick nun nach innen wandert, möchte ich noch die an den Seiten gelagerten Pitch-Regler und ihre „Pitchbend-Brüder“ erwähnen. Der Slider verfügt in Serato Intro über keine Null-Signalisierung und ebenfalls über keine Range-Funktion. Aber ansonsten verrichtet er nach einer Skaleneinteilung unsensiblen Bereiches ordnungsgemäß seinen Dienst mit etwa 13/100 Genauigkeit. Das Tempo via Pitchbend nimmt stetig ab oder zu, solange die Tasten gedrückt werden, was zu einem Rückwärts-Effekt nach kurzem Stillstand beim Bremsvorgang führt.

Im Zentrum...

...hat sich ein Zweikanal-Mixer mit Dreiband-Kill-EQ niedergelassen. Leider lässt er die obligatorischen Gain-Buttons vermissen, doch in Anbetracht der Tatsache, dass es „von außen“ (mit Ausnahme des Mikros) nichts einzupegeln gibt und dem in Serato Intro ohnehin implementierten regelbaren Auto Gain, geht das in Ordnung. Seltsam mutet mir an, dass sich hier oben, neben Browser-Encoder, Lade- und Vorhörtasten zwar Drehregler für den „Cue Gain“ und „Cue Mix“ einfinden, ein Knopf für die Hauptlautstärke indes nicht. Stattdessen hat es sich dieser als Flachbahnregler zwischen den Channelfadern gemütlich gemacht. Also Obacht, auf dass ihr euch nicht versehentlich vergreift. Apropos Lautstärke:

Anschlussfelder

Wer seinen Mixtrack Pro II an die Hi-Fi-Endstufe oder ein Mischpult anschließen möchte, bewältigt dies über den rückseitigen Master-Cinch-Output – abgesehen vom Kopfhörer der einzige Signalweg. Sein direkter Vorgänger hat einen Master-Playout mehr zu bieten. Schade. Neben jenem wartet die USB-Buchse auf eine Verbindung mit dem Computer, der auch gleich die Stromversorgung übernimmt - ein Power-Schalter ist nicht zugegen. Eine Netzteilbuchse als Alternative zur USB-Stromversorgung ist genauso nicht vorhanden. Der Hersteller verzichtet ebenso auf symmetrische XLR-Ausgänge oder einen separaten Booth Out. Eine Diebstahlschutz-Aussparung ist ebenfalls nicht vorzufinden.

Zwei Kopfhörerbuchsen und ein regelbarer Mikrofonanschluss, dem es an einem EQ fehlt und der direkt auf den Master durchgeleitet wird, finden sich entgegen marktvorherrschender Gepflogenheiten nicht frontal, sondern an der rechten Seitenwand ein – warum auch nicht? Immerhin sind am Gerät eh keine Phono-Line-Inputs verbaut, so dass der DJ Turntables oder CD-Player daneben aufbauen würde. Einzig, wenn es um den Einsatz eines weiteren DJ-Controllers geht, ist man so gezwungen, diesen an der linken Flanke aufzustellen was ich in der Regel lieber auf der Rechtsposition angedenke. Anders sieht dies bei einem Pad-Controller wie dem LPD8 aus, der einfach vor die Konsole gestellt wird, ohne dass ihm Kabel in den Weg kommen. Zwar macht der Hersteller keine Angaben zum verbauten Audio-Interface, aber der Mac interpretiert das Innenleben als 16 Bit, 44,1 Kilohertz, 0-In/4-Out. Treiber liefert Numark im Übrigen nicht mit, insofern empfiehlt es sich für Windows-User, die den Probanden zum Beispiel mit VDJ oder Traktor einsetzen wollen, sich mit dem kostenlosen ASIO4ALL zu bestücken. Zum Kopfhörerausgang, der ein transparentes Klangbild abliefert, aber insgesamt etwas leise daher kommt, möchte ich noch sagen, dass auch dieser seinen extern spannungsversorgten Brüdern N4 und Mixdeck Express deutlich unterlegen ist, wie ihr in den nachfolgenden Audiofiles hören könnt. Das heisst jedoch nicht, dass er nicht laut genug für den Bedroomer oder den Hobbykelleraktivisten ist!

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