Test
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20.01.2016

Praxis

Viele Möglichkeiten und Funktionen

Die Nubert nuPro A-200 bietet reichlich Anschlussmöglichkeiten, sowie die Möglichkeit zwei oder mehr Lautsprecher zu „linken“, um sie so komfortabler nutzten zu können. 

Beispielsweise wird so der Subwoofer-Ausgang aus beiden Stereo-Kanälen generiert und auch mit allen anderen Speakern im Verbund gemeinsam in der Lautstärke geregelt – und das entweder von einer der Boxen aus oder aber mit der Fernbedienung. Das erschließt sich alles nicht unbedingt gleich auf´s Erste, sodass ein Blick in das mitgelieferte und online auch hier verfügbare Handbuch unausweichlich wird. Es ist allerdings sehr detailliert und verständlich geschrieben, wodurch auch Laien den maximalen Nutzen aus ihrem System holen können.

Das sich unauffällig hinter dem Display und der kleinen Remote versteckende Menü offenbart überraschend viele Optionen. Und ich muss gestehen, ich habe in dieser Preisklasse bisher kein so umfangreich ausgestattetes DSP-Innenleben bei einem Speaker gesehen. Was man hier nicht alles machen kann! 

Gut abgestimmt finde ich dabei, das nicht alle Funktionen via Remote erreichbar sind. Wichtige Funktionen wie die Eingangswahl wurden auf der Remote allerdings als „Direkt-Wahl-Taster“ ausgeführt, sodass sich die vier verschiedenen Eingänge USB, Aux-In, SPDIF/Optical optimal schnell nutzen lassen. Apropos optimal: Der analoge Eingang verfügt über eine Auto-Gain-Funktion, um den Pegel dem digitalen Niveau anzugleichen und nicht mit Pegelsprüngen während des Input-Wechsels kämpfen zu müssen. 

Am wichtigsten sind aber sicherlich die integrierten Filter zur Anpassung an raumakustische Gegebenheiten und persönliche Präferenzen. Es gibt einen High- und einen Low-Shelf, die sich in 1dB-Schritten zwischen -12 und +12 dB präzise einstellen lassen. Dass die Eckfrequenzen allerdings nicht selbst gewählt werden können, ist etwas schade. Zusätzlich lässt sich aber noch ein Low-Cut aktivieren, der zwischen Off bzw. 50 Hz bis 160 Hz in 10Hz Schritten angepasst werden kann.

Insgesamt ist das aber ziemlich komfortabel!

Das USB-Interface mutet mit einer Auflösung von nur 16 Bit und Samplerates bis maximal 48 kHz etwas altmodisch an, liefert aber eine überraschend gute Performance auf dem Mac – und sogar am iPhone! 

Guter, solider Klang 

Die Nubert A-200 spielen grundsätzlich ehrlich, sind etwas bassstark, neigen bei höheren Pegeln aber auch zu Portturbulenzen, weshalb ich für Monitoring-Zwecke durchaus den Bass um 3 dB absenken würde. Die Schnelligkeit, mit der Bassimpulse abgebildet werden, ist auf einen guten, preistypischen Niveau. Nur bei höheren Pegeln und bassstarker Musik hat auch diese Box zusätzlich mit leichten Membrankompression zu kämpfen. Das ist aber bei allen Boxen in dieser Preisrange so, wobei dieser Speaker noch eine recht gute Figur macht. 

Die Mitten sind ebenfalls gut detailliert und nur in der Grundabstimmung durch den Bass etwas kaschiert. In diesen Frequenzbereich liefert die Box ein gutes Auflösungsvermögen, wenn auch ein minimales Klirren wahrzunehmen ist. Die Höhen halten sich in der Grundeinstellung wiederum recht zurück, liefern aber eine ebenfalls überzeugende Plastizität, wenn auch keine atemberaubende Auflösung. Ähnlich verhält es sich auch mit der aufgespannten Stereo-Bühne, die Details zwar klar erkennen lässt, mich aber trotzdem nicht mit offenen Mund zurück lässt.

nuPro AW-350 Subwoofer als perfekte Ergänzung

Mit dem Subwoofer Nubert NuPro AW-350 lässt sich das System unkompliziert nach unten hin erweitern. Leistungsmäßig passt er perfekt zu den A-200 und liefert reichlich Leistung. Dank seiner feinen Einstellungsmöglichkeiten bezüglich Phase, Trennfrequenz und Co. verhält er sich äußerst aufstellungsunkritisch. Optisch passt er ebenfalls perfekt zu den A-200. Einen ausführlichen Test zu diesem werdet ihr auch bald hier finden.

Ein kleiner Vergleich mit der KRK RP6 und der Focal Alpha 65

Die Box erinnert mich von ihrem Grundklang ein wenig an die KRK Rokit RP6 G3, welche wir in diesem Testmarathon auch bereits für ziemlich gut befunden haben. Zwar gibt es leichte klangliche Unterschiede, keiner davon ist aber so gravierend, als dass nun eine Box als besser oder schlechter zu klassifizieren wäre. Kurzum: Obwohl die Höhen bei der Nubert etwas bedeckter sind, liefern sie trotzdem mehr Details. Insgesamt klingt die Nubert auch wärmer. Allerdings spielt sich nicht ganz so tief und punchy im Bass auf wie das gelbe Monster von KRK. Die KRK kostet mit rund EUR 200,– pro Stück allerdings fast die Hälfe weniger. Sicherlich, die Nubert sieht zweifelsfrei hochwertiger aus und hat auch die cooleren Features dabei – von dem fehlenden XLR-Eingang einmal abgesehen – im Studio kümmert mich das allerdings herzlich wenig. Ob einem die Fernbedienung und das mehr an Eingängen nun EUR 150,– pro Box mehr wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Wer übrigens noch weniger auf Optik, dafür aber noch mehr auf Klang legt, sollte sich auch einmal die Focal Alpha 65 anschauen, welche in Sachen Basswiedergabe nochmal ordentlich einen drauf legt – sie spielt tiefer, schneller und hat mit deutlich weniger Turbulenzen zu kämpfen. Sie färbt auch weniger den Oberbass-Bereich. Zuletzt zeichnet die Focal auch die Mitten einiges präziser und detaillierter, was in einem gefälligeren und größerem Klangbild resultiert. Für rund EUR 300,– sind die Focals sogar günstiger, sehen allerdings wiederum deutlich „billiger“ aus.

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