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Test
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06.09.2013

Native Instruments Traktor Kontrol Z1 Test

MIDI-Controller mit Audiointerface

Touch and Turn!

Unermüdlich begeistert das Berliner Unternehmen Native Instruments mit seiner Software Traktor nun schon seit mittlerweile 13 Jahren die DJ-Szene. Und auch in Sachen Audiointerfaces, Mixer und Controller ist die Spree-Company - inzwischen auch mit Dependancen in LA und Tokio vertreten - nicht weniger umtriebig.  

Seit dem Release der lang erwarteten Traktor iPhone/iPad-Version im Sommer dieses Jahres wurde, trotz all der schönen und intuitiven Touch-Funktionen der App, jedoch auch schnell der Ruf nach etwas zum Schrauben, Drücken und Ziehen respektive einer „dedizierten“ Steuerhardware laut. Ein Controller muss her, am besten gleich mit Vierkanal-Audiointerface und Traktor Pro 2 Kompatibilität fürs Notebook-DJs. Und da ist er nun, der Traktor Kontrol Z1 für 199 Euro UVP!

Details

Konzeptionell ist mein heutiger Testkandidat im Grunde nichts weiter, als ein DJ-MIDI-Controller mit integriertem Audiointerface, wie wir sie regelmäßig auf bonedo.de vorstellen. Doch in diesem Fall lässt sich das Gerät, im Gegensatz zu vielen anderen midifizierten Kontrolleinheiten am Markt, sowohl am PC/Mac wie auch am iPad/iPhone/iPod-touch einsetzen. Design und Form des Z1 orientieren sich an bewährten NI-Konstrukten a´la X 1 und F1. Da die Hochglanz-Faceplate des Neuankömmlings jeden Zugriff mit Fingerabdrücken dokumentiert, werden besonders penible Anwender nach jedem Einsatz das Poliertuch bemühen müssen – wer schön sein will, muss eben leiden.

Die griffigen Flachbahnregler und die Potis mit ihren Gummikappen, die im Übrigen kompatibel zu Chroma Caps sind, liegen gut in der Hand und profitieren von ausreichendem Abstand zueinander. Auf den ersten Blick erinnert das Teil mit seinen Line- und Crossfadern, dem Dreibänder samt Gain und dem fast schon obligatorischen Filter sowie einer Cuemix-Abteilung ein wenig an einen eingeschrumpften Battlemixer. Er unterscheidet sich aber aufgrund fehlender Eingänge und der bei Scratchern beliebten Curvecontrols und Switches vom „analogen Bruder“. Doch ich möchte an dieser Stelle gleich zum Ausdruck bringen, dass es mir in keiner Weise negativ aufstößt, dass Native Instruments beim Z1 auf jegliche Eingänge verzichtet. Dafür gibt es die größeren Controller und einen Z1 als Ersatz für einen analogen Mixer mit Verstärkung und Phono-Preamps einzufordern, wäre in meinen Augen „am Ziel vorbeigeschossen“.

Front- und Backpanel

Im Inneren des Kommandobretts werkelt ein 24-Bit/96-Khz Audiointerface. Es offeriert als Schnittstelle zur Außenwelt auf der Vorderseite: einen 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss. Das wird vielleicht nicht jedem schmecken, doch ich gebe zu bedenken, dass inzwischen viele Kopfhörerhersteller ohnehin auf dieses Format setzen – von In-Ear-Monitoren ganz zu schweigen. Lokale Modelle wie der AIAIA TMA, der Pioneer HDJ 500 oder der gerade für einen Test eingetroffene Skullcandy Mix Master setzen ebenfalls alle auf Miniklinke. Ferner bleibt der Controller so „schön flach“.

Hinten sitzen ein Stereo-Cinch-Ausgang für die Beschallungsanlage, eine USB-Buchse zur Rechner- oder iPad-Anbindung (mittels beigelegtem 30-Pin-Adapterkabel), ein Kensington-kompatibler Langfinger-Schutzschlitz und die Netzteilbuchse für den mitgelieferten Stromlieferanten (1,2 Ampere bei 15), der nicht nur den Z1 mit Betriebsspannung versorgt, sondern zudem mein iPad auch gleich auflädt – sehr praktisch. Ebenfalls auf der Habenseite verbuche ich eine Traktor 2 LE Version zum kostenlosen Download, die ich mittels der NI-Serialcard freischalten kann. On Top spendiert Native Instruments jedem, der seine Hardware registriert, noch einen Coupon über 50 Euro für den Online-Store. Der ließe sich dann natürlich für den Erwerb der Traktor Pro-Version (79 Euro) verwenden, aber auch für Kabel oder sonstige Software. Oder für einen Kontrol Stand von NI, der dem MIDI-Controller zum einen als schützende Transportgerätschaft dient und ihn zudem auf Augenhöhe mit einem Clubmixer bringt, falls dies gewünscht ist.

Primär bieten sich zwei Szenarien für den Z1 an, und zwar das Zusammenspiel mit Traktor am iPad und am Laptop, wenngleich wir nicht verschweigen wollen, dass sich das Gerät auch unter alternativen Programmen wie Mixvibes oder MIDI-lernfähigen iPad-Apps wie DJ-Player nutzen ließe. Doch seine ursprüngliche Bestimmung heißt „Treckerfahren“ und wir starten mit dem iPad.

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