Test
2
26.05.2021

MOTU UltraLite mk5 Test

USB 2.0 Audiointerface mit DSP-FX

Kompaktes Desktop-Gerät mit vielen I/Os, MIDI und Effekten

Spätestens der Namenszusatz „mk5“ des MOTU UltraLite mk5 offenbart, dass der amerikanische Hersteller schon eine Weile im Interface-Markt mitmischt. Mark of the Unicorn (MOTU) ist ein wahres Urgestein der Audiointerface-Hersteller und auch die Wurzeln unseres Testgeräts MOTU UltraLite mk5 reichen mittlerweile fünf Generationen bis und bis ins Jahr 2006 zurück. Bei soviel Kompetenz und Erfahrung kann doch eigentlich nichts schiefgehen – oder doch? Wir haben das kompakte USB2.0-Audiointerface unter die Lupe genommen. Was uns dabei aufgefallen ist, lest ihr im folgenden Testbericht!

Details

Gerätekonzept

Das Windows-, Mac- und iOS-kompatible USB2.0-Audiointerface ermöglicht 24Bit-Aufnahmen mit einer maximalen Abtastrate von 192 Hz und wird über ein externes Netzteil mit der notwendigen Spannung versorgt. Dank der insgesamt vier Steckdosenadapter im Lieferumfang geht das sogar weltweit. Trotz seiner kompakten Maße ist das UltraLite mk5 ein beachtlicher (Fast-)Alleskönner. Neben einer umfangreichen Ausstattung an analogen und digitalen I/Os – mehr ließe sich bei der Gerätegröße kaum verbauen – bietet das Interface einen MIDI-Ein- und -Ausgang sowie DSP-Effekte, die man zum Monitoring und auch zum Tracking verwenden kann. In Verbindung mit der Kontroll-Software CueMix 5 lassen sich die Outputs zum Beispiel für Surround-Setups oder verschiedene Monitormischungen flexibel einsetzen und auch das Erstellen von Loopback-Mixes (Windows) zum Streaming gehört zum Repertoire des UltraLite mk5.

Was bietet das MOTU UltraLite mk5 nicht?

Der funktionelle Fokus des Interfaces liegt deutlich auf seinen vielen Ein- und Ausgängen und deren Verwendungsformen. Einige andere Interfaces dieser Größe oder Preisklasse, häufig mit weniger I/Os, ersetzen quasi einen Monitorcontroller. Sowohl haptisch, z.B. mit einem großen Lautstärkeregler, als auch seitens der Funktionalität mit Features wie Dim und einer Mono-Summierung des Monitorsignals. Das MOTU UltraLite mk5 kann hiermit nicht dienen, wobei dies nicht als Kritik am Testgerät gedacht ist, sondern eher als Hinweis auf einen konzeptionellen Unterschied, den man bei einer Kaufabsicht allerdings beachten sollte.

Was ist neu?

Das UltraLite mk5 ersetzt nach etwa fünf Jahren die mk4-Version von 2016. Fast schon obligatorisch für ein Nachfolgemodell sind verbesserte Wandler. Für die Line Outs und separat für den Kopfhörerausgang werden neue ESS Sabre32 ES9026PRO DACs eingesetzt. Auch eingangsseitig zeichnet sich der Nachfolger durch eine höhere Dynamik, weniger Rauschen und einen noch verzerrungsfreieren Klang aus. Neben einem Facelift des Gehäuses und der Bedienungselemente, die sich allerdings immer noch an gewohnter Stelle befinden, ist das OLED-Display ein augenscheinliches Upgrade, das nicht nur schick aussieht: Die Ablesbarkeit aus sämtlichen Winkeln und selbst aus einiger Entfernung ist vorbildlich! Auf der Geräterückseite befindet sich nun eine „zeitgemäße“ USB-C Buchse und auch die Kontrollsoftware wurde aktualisiert. Für das mir nicht bekannte Vorgängermodell gibt es übrigens eine Browser-Steuerung inklusive Audio-Matrix, die zumindest zum Zeitpunkt dieses Tests (noch) nicht für das UltraLite mk5 verfügbar ist.

I/Os und sonstige Anschlüsse

Das MOTU UltraLite mk5 verfügt über beachtliche 18 Ein- und 22 Ausgänge, die bei Abtastraten bis zu 48 kHz gleichzeitig nutzbar sind. Bei höheren Samplingfrequenzen bis 96 kHz halbieren sich die ADAT-I/Os von 8 auf 4. Bei 176,4 und 192 kHz werden die optischen Digitalanschlüsse vollkommen deaktiviert. Was lernen wir daraus? Sollten diese Einschränkungen einmal hinderlich sein, einfach mit 48 kHz arbeiten, wie es (im echten Leben) auch viele erstklassige Engineers bei durchaus audiophilen Produktionen tun. Zu den optischen I/Os, die sich übrigens von ADAT auf S/PDIF umschalten lassen, gesellen sich jeweils ein Stereo-Ein- und Ausgang (S/PDIF, Cinch) sowie natürlich die analogen Ins und Outs. Rückseitig befinden sich insgesamt zehn symmetrische Analogausgänge und sechs ebenfalls symmetrierte Eingänge in Form von 6,3-mm-Klinkenbuchsen. Auf der Gerätevorderseite dienen zwei verriegelbare XLR/TRS-Kombibuchsen zum Anschließen von Mikrofonen, Line-Quellen oder Instrumenten. Diese Inputs (1/2) verfügen über separate Encoder zur Pegeleinstellung sowie Schalter für Phantom Power (48V) und einem Pad-Schalter zur Vorabsenkung des Eingangspegels um 20 dB. Vorbildlich: Die Schalter leuchten bei Aktivierung farbig! Per App lässt sich außerdem für alle analogen Eingänge eine Phasenumkehrung einschalten.

„Last but not least“ wäre bei den Audioanschlüssen der separat regelbare Kopfhörerausgang zu nennen. Dass es hiervon nur einen einzigen bei dem ansonsten so üppig ausgestatteten Interface gibt, passt für meinen Geschmack nicht ganz ins Bild oder überrascht zumindest ein wenig. Ein dramatisches Ausschlusskriterium ist es aber auch wieder nicht, da man bereits für niedrige zweistellige Beträge einen Kopfhörerverstärker oder ein „Mini-Mischpult“ erhält, für dessen Anschluss man schließlich genügend Line Outs am MOTU UltraLite mk5 zur Verfügung hat.

Als letztes wären die beiden Standard-MIDI-Buchsen, die rückseitig oberhalb des USB-C- und des 15-V-Netzanschlusses befinden, zu nennen. Zusammenfassend kann man sagen, dass das kompakte MOTU-Interface sehr gut ausgestattet ist, um als Herzstück eines ambitionierten Homestudio-Setups, im Proberaum oder auf der Bühne genutzt zu werden.

Hardware und Verarbeitung

Das optisch ansprechende und überwiegend aus Metall gefertigte Desktopgerät macht einen absolut robusten und roadtauglichen Eindruck. Mit Maßen von 220 x 45 x 178 mm (B/H/T) und einem Gewicht von 1,31 kg ist das MOTU UltraLite mk5 transportfreundlich. Und wer das Interface stationär einsetzen möchte, hat die Möglichkeit, das sogenannte Rack-Mount-Kit zum Einbau in ein 19´´-Rack separat zu ordern. Alle Buchsen des Testgeräts sitzen bombenfest und auch die bei Aktivierung beleuchteten Buttons und Push-Encoder machen einen vertrauenserweckenden Eindruck, der durch das bereits erwähnte OLED-Display als Sahnehäubchen abgerundet wird. Top!

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare