Gitarre Hersteller_Mooer
Test
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17.07.2019

Praxis

Jeder, der schon einmal eine Gitarrenbox abgenommen hat, weiß, was einige Millimeter Veränderung der Mikrofonposition bewirken können. Richtet man die Kapsel des Mikros in die Mitte des Lautsprechers (Kalotte) kommt ein harscher, kratziger Sound zustande. Am Rand positioniert, wandelt sich das Klangbild und Bässe und Tiefmitten treten hervor, dabei verringern sich die Höhen.

Für meinen Geschmack erreicht man die besten Ergebnisse, wenn das Mikrofon neben der Kalotte auf die Membran gerichtet wird.

Dem einen oder anderen Leser meiner Tests dürfte vielleicht aufgefallen sein, dass ich für die meisten Audiofiles dabei eine 2x12" Box mit eben diesen Speakern verwende, und das hat einen Grund: Der G12 V30 ist ein wahres Arbeitstier und versteht sich mit den unterschiedlichsten Amps. Aber auch hier ist der persönliche Geschmack natürlich entscheidend.

Für die folgenden Audiofiles kommen verschiedene Amps und Gitarren zum Einsatz, dazu gehören ein Marshall JTM 45 HW, ein Komet 60 und ein EVH 5150 für High-Gain-Sounds.

Gitarrenseitig stehen eine Fender 51 Nocaster aus dem Custom Shop, eine Gibson Les Paul bestückt mit Seymour Duncans und eine Music Man Reflex bereit, womit ich ein recht breites klangliches Feld abdecken dürfte.

Für die Abnahme verwende ich ein SE 2200a Großmembran-Mikrofon, das ich, wie bereits beschrieben, zwischen Kalotte und Membran positioniere. Das Signal durchläuft auf seinem Weg zur Festplatte einen Neve Style Preamp mit Carnhill-Übertrager aus dem Hause Chameleon Labs.

Los geht es mit dem Marshall JTM 45 HW, dabei spiele ich die drei Gitarren in den folgenden Beispielen bei identischer Einstellung am Amp an.

Natürlich liefern die drei Instrumente aufgrund der unterschiedlichen Pickup-Bestückungen auch unterschiedliche Sounds, die die Mooer GC112 für meinen Geschmack gut überträgt. Der knackige Anschlag der Tele kommt punchy und mit einem ausgeprägten Höhenbild, die beiden mit Humbuckern bestückten Gitarren, die dem Amp mehr Zerre abverlangen, generieren eine Mittenanhebung, die den Sound etwas nasal wirken lässt, was für 1x12" Boxen jedoch nicht ungewöhnlich ist.

Nun kommt der Komet 60 an die Reihe und wieder spiele ich alle drei Gitarren an, wobei ich am Amp nichts verändere.

Auch hier dominieren die Mitten, die der Amp zur Box ausgibt und die ausgesprochen cremig und fokussiert klingen. Dabei erzeugt die Box einen hohen Schalldruck, was ein klarer Vorteil im Bandgefüge ist.

Fehlt nur noch der 5150, den ich im High-Gain-Kanal betreibe.

Kein Wunder, warum gerade der Vintage 30 Speaker bei Hard- und Heavy-Gitarristen so beliebt war und ist. Egal, ob am leicht oder heftig zerrenden Amp, der Speaker wandelt das Signal in den Mitten gebündelt, ohne dabei die Frequenzen links und rechts daneben unterzubelichten. Der Fokus liegt aber beim durchsetzungsstarken Mittenbild, was die Damen und Herren Mitmusiker erfreuen dürfte.

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