Gitarre Hersteller_MesaBoogie
Test
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25.08.2018

Mesa Boogie Switch-Track und Head-Track Test

ABY-Schalter und Guitar Amp Switcher

Clevere Signalverteiler

Mit Mesa Boogie Switch-Track und Head-Track präsentieren sich zwei sehr sinnvolle Tools, die sich primär an Gitarristen, aber auch an Bassisten mit komplexeren Live- oder Studio-Setups richten. Hatte der amerikanische Amp-Hersteller bereits vor nicht allzu langer Zeit sein Portfolio mit eine Reihe von Buffern und Line-Drivern ausgebaut, so geht es diesmal um einen ABY-Switcher und einen Umschalter für Topteile und Effekt-Loops.

Die sollen komplette Amp-Setups organisieren oder lediglich deren Topteile, wenn man diese beispielsweise über nur einen einzigen Speaker einsetzen will. Dabei legt Mesa Boogie großen Wert auf Signaltreue, gute Verarbeitung, hochwertige Elemente und realistischen Praxisbezug.

Was hinter den beiden Neuerscheinungen steckt und wie diese sich in der Praxis schlagen, wird hier offenbart.

Details

Gehäuse/Optik

Die zwei Kästchen zeigen sich in robust und sauber verarbeiteten Metallgehäusen, beide in klassischem Schwarz. Der Switch-Track weist dabei die Maße von 12,2 x 6,4 x 10,2 cm (B x H x T) auf. Auf der Oberseite befinden sich zwei Fußschalter, deren Betriebsmodus mit vier LEDs angezeigt wird. Stirnseitig versammeln sich alle Anschlüsse, ein MIDI-In und Thru, vier Klinkenbuchsen und der Anschluss für ein optionales 9-12V Netzteil, das mindestens 100 mA bereitstellen sollte. Drei graue Taster erlauben weitere Eingriffe, auf die ich später eingehen werde.

Der Head-Track kommt minimal größer dimensioniert und präsentiert sich in den Maßen 18 x 6,6 x 10,3 cm. Hier finden wir nur einen A/B-Fußschalter auf der Oberseite, dessen Funktionsstatus durch zwei LEDs signalisiert wird. Bei diesem Pedal zeigen sich an der Stirnseite 13 Klinkenanschlüsse und der Eingang für das optionale 9-12V-Netzteil, das 200 mA liefern muss.

Zum Lieferumfang der Pedale gehören jeweils ein Manual und vier anklebbare Gummifüße.

Bedienung Switch-Track

Die Hauptfunktion des Switch-Tracks besteht darin, das Gitarrensignal an zwei Amps mit Speaker weiterzuleiten. Dazu schließt man seine Gitarre oder den Ausgang seines Pedalboards/Pedals an den Eingang des Switch-Tracks an und an die beiden galvanisch getrennten Ausgänge die beiden Amps. Dabei wird das Gitarrensignal gepuffert, um Höhenverluste zu vermeiden.

Da beim Setup mit zwei Amps häufig Probleme auftreten können, hat Mesa Boogie sowohl an einen Ground-Lift-Schalter gegen Brummschleifen genau so gedacht wie an einen Phase-Lift-Schalter. Dieser wird benötigt, da zwei parallel betriebene Amps unter Umständen auch mal phasenverkehrt laufen, was zu Auslöschungen und einem sehr dünnen Gitarrensound führen kann. Ein Druck auf diesen Knopf löst in der Regel das Problem.

Die beiden Fußtaster können nun die Wunsch-Settings abrufen, der rechte wählt zwischen Anschluss A (orange) und B (grün), wohingegen der linke beide Ausgänge aktiviert, was durch eine blaue LED quittiert wird. Hält man den linken Fußtaster ca. drei Sekunden gedrückt, aktiviert sich die Mute-Funktion (rote LED) und es herrscht Ruhe. Ein zusätzlicher Tuner-Out erlaubt den Anschluss eines Stimmgerätes. Übrigens wäre es rein theoretisch möglich, falls der Amp über zwei Eingänge verfügt, in diese beiden zu gehen und auch zwischen ihnen zu schalten.

Auch an MIDI wurde gedacht und fünfpolige In- und Thru-Buchsen erlauben hier Anschlussmöglichkeiten, wobei der Store-Button MIDI-Settings abspeichern lässt.

Das bedeutet, dass alle Schaltmöglichkeiten inklusive des Phasenumkehrers sich auch via MIDI von einem externen Board aus steuern lassen.

Hier findet ihr ein paar mögliche Setups für den Switch-Track:

Bedienung Head-Track

Auch beim Head-Track geht es um das Verschalten zweier Amps, in diesem Fall jedoch um das Routen des Signals auf einen einzelnen Speaker.

Hierzu wird die Gitarre am Guitar Input des Pedals angeschlossen, von dort führen zwei Kabel aus den Buchsen To Amp A Input und To Amp B Input in die beiden Amps A und B. Der jeweilige Lautsprecherausgang der Amps wird zurückgeführt zu unserem Pedal und mit den Buchsen From A Speaker Output und From B Speaker Out verbunden. Und last, but not least, geht das jeweils ausgewählte Amp-Signal über den Ausgang To SPKR CAB/LOAD entweder an eine Lautsprecherbox oder eine Load Box (z.B. Two Notes Torpedo, UA OX, etc ...).

Die Speaker Outs der angeschlossenen Amps dürfen maximal 150 Watt liefern und müssen eine Impedanz von 4 Ohm erlauben. Damit der Verstärker, der seine Leistung gerade nicht an eine Box liefern darf, trotzdem mit einer Last verbunden ist, besitzt der Head-Track einen internen Lastwiderstand.

Übrigens gilt es generell vor allem bei Röhrenverstärkern, Vorsicht walten zu lassen und stets darauf zu achten, dass eure Endstufen an eine Last angeschlossen sind, da sonst eure Topteile Schaden nehmen können!

Auch wenn man mit einem einzigen Topteil gut bedient ist und nicht das Bedürfnis nach zwei verschiedenen Amps hat, so ist das Pedal doch auch durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, in größeren Produktionen den Ersatzverstärker schnell anzuwerfen, sollte der Haupt-Amp seinen Dienst versagen, denn die komplette Effektkette kann auf den Backup-Amp mitgeschaltet werden, wie wir gleich sehen.

Ein Remote-Switch-Anschluss erlaubt das Umschalten der beiden Topteile auch mit einem externen, optional erhältlichen Fußschalter. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn der Head-Track ist für die Anwendung in der Nähe der beiden Amps konzipiert, um Kabelwege, insbesondere die verwendeten Boxenkabel, kurz zu halten. Der optionale Fußschalter kann nun auf dem Effektboard platziert werden, während der Head-Track in der Backline bleibt.

Der Head-Track erlaubt auch den Einsatz von Effekten im Einschleifweg der Amps, und zwar so, dass entweder beide Amps getrennte Effekte nutzen, die dann mit umgeschaltet werden (Unique Effects), oder aber die Effekte in beide Amps eingeschleift sind (Shared Effects) und unabhängig von der Ampwahl zur Verfügung stehen. Hierzu ist es nicht einmal notwendig, dass beide Amps einen Einschleifweg besitzen, wie ihr in Beispiel #5 sehen könnt.

Hier sind einige mögliche Setups:

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