Hersteller_Meinl
Test
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27.02.2016

Praxis

22“ Meinl Classics Custom Dark Crash-Ride

Den Anfang soll nun das 22“ Crash-Ride machen, das sich, mit soften Mallets gespielt, von sanftem Grollen zu einem fulminanten Rauschen bringen lässt. Das Becken spricht trotz des großen Durchmessers sensibel an und entwickelt bei hoher Lautstärke ein erdig-komplexes Klangbild, das sehr gleichmäßig ausklingt. Mit Sticks bespielt, wird der unaufdringliche, aber sehr präzise Anschlag von einem angenehm dunklen Soundteppich begleitet, der in jeder Dynamikstufe eine schöne Räumlichkeit vermittelt. Die Kuppe erzeugt ein eher dumpfes und wenig aggressives Geräusch, das sich allerdings sehr gut in den allgemeinen Wohlklang einfügt. Harte Kantenschläge belohnt das Becken mit einem wirklich raumfüllenden Crashsound, der sofort da ist und keine Gefahr für die Balance darstellt. Auch durchgecrashte Achtel bringen dieses große Cymbal nicht aus dem Gleichgewicht und erzeugen eine ausgewogene, unaufgeregt bombastische Soundwand, die nie schneidend oder nervig wird. Aufgrund des grundsätzlich warmen Charakters und des feinen Ansprechverhaltens lässt sich das Becken universell einsetzen, dürfte aber, als Crash genutzt, in sehr leisen musikalischen Kontexten zu viel Raum einnehmen.

21“ Meinl Classics Custom Dark Crash

Ein 21 Zoll großes Crash Becken will erstmal sicher platziert werden. Abgesehen von reichlich Platz sollte auch ein möglichst stabiles Stativ vorhanden sein. Das mächtige Cymbal offenbart bei anschwellender Bespielung mit weichen Mallets ähnlich gute Klangqualitäten wie das ein Zoll größere Crash-Ride. Es spricht sofort an und erzeugt im gesamten Dynamikbereich ein ausgewogenes, gleichmäßiges Rauschen. Der Höhenanteil ist dabei im Vergleich ein wenig ausgeprägter, aber das Timbre bleibt eher dunkel und rauchig. Das Abklingen erfolgt ebenfalls sehr gleichmäßig und nimmt einen angemessenen Zeitraum in Anspruch. Wer meint, dass ein Crash dieser Größe zu träge sein könnte, wird bei harten Kantenschlägen eines Besseren belehrt. Explosive Ansprache, hohe Grundlautstärke und vollmundiges Frequenzspektrum lassen jeden Schlag zu einem „breitbeinigen“ Klangerlebnis werden. Der Klangcharakter wirkt dabei nie wirklich aggressiv, sondern lässt sich als raumgreifende Präsenz beschreiben. Wer dieses Cymbal für kurze Stops verwenden möchte, braucht allerdings riesige, fleischige Hände.

18“ Meinl Classics Custom Dark China

Als klassisches Mittel für fulminant trashige Akzente lebt das gemeine China-Becken von seinem zumeist sehr kurzen Sustain und den dissonant wirkenden Frequenzen. Diese Eigenschaften bringt auch das 18“ Dark China von Meinl mit und schafft dabei das Kunststück, nicht unbedingt als ohrenbetäubendes Geräusch wahrgenommen zu werden. Maßgeblich dafür ist die Tatsache, dass der Grundklang seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich „dark“ ist und sich damit perfekt in die Klangwelt seiner Seriengenossen einzufügen vermag. Auch bei höchst energetischen musikalischen Vorträgen lassen sich einzelne Positionen im rhythmischen Gefüge so noch einmal hervorheben. Eine sanft säuselnde Harfenistin würde man mit so einem Becken eher nicht begleiten wollen.

10“ Meinl Classics Custom Dark Splash

Für weniger brachiale, aber doch explosive Akzente hat sich das besonders von Drummern wie Stewart Copeland, Manu Katche oder Gavin Harrison reichhaltig benutzte Splash-Becken bewährt. In der Runde der großen Crashes aus der Classics Custom Dark Serie wirkt dieses 10“ Cymbal erstmal ein wenig verloren. Klanglich jedoch macht es, besonders im Kontext mit seinen großen Brüdern, eine sehr gute Figur. Ebenfalls eher erdig als spitz im Sound, spricht es blitzschnell an und klingt ebenso schnell wieder aus. Auch lautstärkemäßig weiß es sich durchzusetzen und gibt dem verspielten Trommler Gelegenheit, den einen oder anderen wohlklingenden Schnörkel einzubauen.

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