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Test
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25.06.2015

Meinl Artisan Edition Festejo Line Cajon Test

Peruvian und Flamenco Style Cajones

Back to the roots!

Mit drei brandneuen Modellen bereichert Meinl seine Artisan Edition Produktlinie  und unser bonedo Test-Portfolio. Die in Peru von Hand gefertigten Cajones der Festejo Line sorgen für Anden-Flair im Instrumentarium folkloristisch orientierter Perkussionisten und derer, die auf der Suche nach außergewöhnlich aussehenden Instrumenten mit traditionellen Sounds sind.

Die Cajones, denen man hierzulande begegnet, kommen zumeist aus deutscher, spanischer oder chinesischer Produktion. Merkwürdig, dass die Cajones aus Peru fast schon ein wenig exotisch wirken, kamen die inzwischen ebenso beliebten wie verbreiteten Holzkisten doch einst über Peru nach Spanien, um sich von dort aus im restlichen Europa auszubreiten. Unbeeindruckt von modernen technologischen Eskapaden in der Cajon-Konstruktion setzen die peruanischen Instrumentenbauer offensichtlich auf solides, traditionelles Handwerk - und geben uns damit das Gefühl, als hätte jemand die Zeiger der Uhr ein wenig zurück gedreht.

Details

Dicke Wände und glänzende Oberflächen

Schon der leicht angestrengte Blick des Paketboten lässt mich erahnen, dass ich gleich drei ordentliche Kaventsmänner aus dem Paket holen werde. Mit einer soliden Wandstärke von 16 Millimetern - elf Millimeter bei den Rückwänden - und der leicht ausladenden Überbreite von 33 Zentimetern, beziehungsweise 32 Zentimetern beim PCAJ3, bringt jedes einzelne Instrument immerhin etwa sechs Kilogramm auf die Waage. Ihre Höhe von 49 Zentimetern und die Tiefe von 30 Zentimetern lassen sich dagegen wieder in der Kategorie der Standardmaße verbuchen. Seitenteile, Boden und Deckel sind durch sauber gearbeitete Schwalbenschwanz-Verzinkungen miteinander verbunden. Noch auffälliger ist die sehr hochwertig ausgeführte Hochglanzlackierung der Korpusse, die den Cajones die Anmutung antiker, mit Schellackpolitur versiegelter Möbelstücke verleiht. Dagegen wirkt die matt lackierte Schlagfläche aus Cedro (Westindische Zedrele) beinahe schon unspektakulär. Leider will das darauf in weiß aufgedruckte Meinl-Logo nicht recht zur Gesamterscheinung passen, besonders im Vergleich zu den auf Deckel und Rückwand eingebrannten, geschwungenen Schriftzügen, die die traditionelle Handwerkskunst wiederum inhaltlich und stilistisch betonen.

Flamenco Style - mit Strings

Die Modelle AE-PCAJ1 (Pine) und AE-PCAJ2 (Mohena) laufen unter der Bezeichnung Flamenco Style und sind mit jeweils vier V-förmig gespannten, nicht justierbaren Gitarrensaiten für den Sizzle-Effekt ausgestattet. Damit diese besser anliegen, sind die Auflageflächen der seitlichen Korpuswände so geschliffen, dass sich die darauf verschraubte Schlagfläche leicht nach innen wölbt. Diese ist drei Millimeter dick und besteht aus einem massiven Kern und zwei dünnen Furnierlagen, von denen die äußere dunkel gebeizt ist.

Für Seitenwände und Deckel kommen zu einem rautenförmigen Muster verleimte Stäbe und Leisten aus Nogal (Peruanische Walnuss) und Pine (Monterey Kiefer) beim PCAJ1, beziehungsweise Nogal und Mohena (Rosenholz) beim PCAJ2 zum Einsatz. Die Rückwände sind aus fünflagigem Nogal gefertigt, welches beim PCAJ1 naturbelassen und beim PCAJ2 dunkel gebeizt ist.

Peruvian Style - ohne Strings

Dunkel gebeizt sind auch Spielfläche, Rückwand und Korpus des AE-PCAJ3. Seine halb verleimte und halb verschraubte Schlagfläche ist mit fünf Millimetern ungewöhnlich dick und besteht aus drei gleich starken Lagen. Die Rückwand besteht aus fünflagigem Capinuri (Guariuba) Schichtholz, der Rahmen hingegen aus massiven Nogal-Brettern. An den oberen Ecken sind zwischen Rahmen und Schlagfläche sehr schmale Spalten ausgefräst.

Wie auf dem letzten Bild zu sehen ist, kam eines der Testmodelle mit einer leicht angeschlagenen Ecke zu uns. Das ist aber auch das einzige Manko, das an den ansonsten überaus hochwertig gefertigten Cajones zu monieren ist.

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