Gitarre Ukulele
Test
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03.06.2019

Manoa Maui Konzert und VGS Manoa Roadie Tenor im Test

Ukulelen mit Tonabnehmersystem

Ukulelen für die Bühne

VGS Manoa Maui und Manoa Roadie heißen die beiden Ukulelen, die sich zum aktuellen Test eingefunden haben. Mit dem Siegeszug dieser Kultinstrumente rund um den Globus ist es logisch, dass die Hersteller sie für die unterschiedlichen Einsatzzwecke auch mit der benötigten Technik ausstatten. In unserem Fall verfügen beide Instrumente über ein Tonabnehmersystem.

Für die Manoa Roadie-Serie tritt die attraktive Tenor-Ausgabe an, und für alle, deren Interesse eher der Konzertgröße gilt, stellt sich aus der Manoa Maui-Serie die kleinere Schwester dem Test. Was die Vertreterinnen der beiden Fertigungslinien unter der Ägide des deutschen GEWA-Vertriebs zu bieten haben und ob sie euch vielleicht schon bei eurem nächsten Gig auf die Bühnen begleiten, will ich herausfinden.

Details

VGS Konzert E-Akustik Ukulele Manoa Maui M-CO-E

Maui-Modelle gibt es in den drei Hauptgrößen Sopran, Konzert und Tenor. Die Konzert- und die Tenorgröße sind jeweils auch mit eingebautem Tonabnehmersystem zu haben. Für diesen Test habe ich mit der Konzertgröße die goldene Mitte gewählt, und zwar die Ausgabe mit Tonabnehmer. Alle Modelle der Serie kommen in einem gut gepolsterten Gigbag mit Außentasche und Tragegurt und sind momentan auch die einzigen Vertreter einer VGS Ukulelen-Modellreihe mit massiver Decke. Diese ist auch bei unserer Kandidatin aus Fichte und hat eine schöne gleichmäßige Maserung. Das offenporige Finish steht dem Instrument sehr gut. Die helle Decke wird durch eine Schalllochverzierung und ein umlaufendes Heringbone-Binding optisch sehr gut in Szene gesetzt. Die goldenen Mechaniken verleihen dem Instrument eine Prise Eleganz, wobei die einfachen Punktmarkierungen auf dem Griffbrett sehr bodenständig wirken. Auffallend ist die sehr saubere Verarbeitung und der tadellose erste Eindruck des Instrumentes.

Boden und Zargen bestehen bei der Maui Serie aus Sapelli in Schichtbauweise, wobei ersterer gewölbt ist. Wie bei fast allen VGS-Modellen ist auch der Hals aus Sapelli und besitzt ein griffiges C-Profil. Er ist wie das ganze Instrument in einem seidenmatten Finish gehalten, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Kopfplatte hat eine einfache, aber elegante Form und wird von den goldenen Mechaniken weiter aufgewertet. Das Griffbrett ist aus American Walnut und beherbergt 18 Bünde. Wie für eine Konzertukulele üblich, beträgt die Mensur 376 mm und die Sattelbreite typische 35 mm. Im Korpus finden wir eine sehr gut ausgeführte Fächerverleistung an der Decke und die klassische Verleistung am Boden. Hier sieht übrigens alles tipptopp sauber gearbeitet aus. Der Steg ist genau wie das Griffbrett aus American Walnut und passt optisch wunderbar zu der hellen Fichtendecke. Sattel und Stegeinlage sind aus Nubone, der synthetischen Alternative zu Knochen, die sich durch bessere Klangeigenschaften und eine bessere Saitenführung gegenüber dem normalen Plastik auszeichnen.

VGS Tenor E-Akustik Ukulele Manoa Roadie R-TE-CE

Wie der Name schon sagt, ist die Roadie Tenor-Ukulele für den Einsatz "on the road" gedacht und wird sinnigerweise auch bereits mit einem sehr guten Gigbag ausgeliefert. Dieses ist ausgezeichnet gepolstert, hat Rucksackgurte und eine aufgesetzte Außentasche, in der neben den Ersatzsaiten auch Platz für Gurt, Stimmgerät und Werkzeug ist. Das Innenfutter ist angenehm weich, und über der Kopfplatte ist eine Verstärkung eingearbeitet, um das Futter zu schonen. Natürlich ist die Tasche auch perfekt auf die Abmessungen der Ukulele zugeschnitten. Letztere kommt mit einer schicken Sapelli-Decke in Silverburst, darüber eine Hochglanzlackierung, die auch die schwarze Kopfplatte einschließt. Das Finish am Hals ist sehr griffig, die Lackierung sehr sauber ausgeführt und beim ersten Anspielen fühlt sich das ganze Instrument hochwertig an. Ein absoluter Hingucker, bei dem es vor allem der etwas schmälere Korpus ist, der bei der Manoa Roadie optisch zuerst einmal an einen Mix aus Mini E-Gitarre und Westerngitarre denken lässt.

Dieser etwas flachere Body mit einer Zargentiefe von genau 50 mm ist komplett aus Sapelli in Schichtbauweise gefertigt, eine Bauweise, die zum einen Einfluss auf das Handling hat, zum anderen aber auch auf den Sound und die Bühnenperformance. Aber dazu später mehr. Griffbrett und Steg sind aus American Walnut. Das Griffbrett hat zusätzlich zu den Bundmarkierungen auch Punkte an der Seite, sodass man auch auf der Bühne immer die Orientierung behält. Insgesamt haben wir 18 Bünde, die gut abgerichtet sind und keine scharfen Kanten haben. Der Hals ist ebenfalls aus Sapelli und hochglanzlackiert, während die Kopfplatte dank des schwarzen Finishs und der geschlossenen Kluson-Style Mechaniken etwas mehr nach E-Gitarre aussieht und ihren Bühnencharakter unterstreicht. Der Sattel ist genauso wie die Stegeinlage aus Nubone, was für eine etwas spritzigere Attack sorgt, eine bessere Saitenführung gewährleistet und das synthetische Pendant zu Knochen ist. Das Silver Shadow Burst auf der Decke und der Cutaway am Korpus tragen einmal mehr dazu bei, dass die Manoa Roadie Ukulele nicht nur auf der Bühne ein echter Eye-Catcher ist. Das cremefarbene Binding rundet das äußere Erscheinungsbild geschmackvoll ab. Für den zeitgemäßen und professionellen Einsatz ist ein Tonabnehmersystem eingebaut, dessen Vorverstärker die Möglichkeit bietet, die Lautstärke anzupassen und bei dem eine Tonblende für die Justierung des Klanges zuständig ist.

Bespielbarkeit

Beide Modelle kommen mit einer recht flachen Saitenlage: Bei 2 mm am 12. Bund und einem sehr tief gefeilten Sattel lassen sich die Saiten mit sehr wenig Kraftaufwand auf das Griffbrett drücken. Auch aufgrund des Griffbrettprofils fühlt sich die linke Hand hier sehr wohl. Das Setup ist bei der Maui eher für sanftmütige Ukulelen-Seelen ausgelegt, bei kräftiger Zupfarbeit kommt sie schnell ins Schlingern, oder besser gesagt Scheppern. Irgendwo muss man zwischen tiefer Saitenlage und komfortablem Spiel einerseits und dem Saitenscheppern andererseits einen Kompromiss machen, und der liegt bei diesem Modell eher in Richtung Spielgefühl. Allerdings ist bei dem vorliegendem Testmodell das Griffbrett leicht konvex (also zu den Saiten hin) gekrümmt, weshalb es an einigen Bünden, vor allem auf der C-Saite, schnell zu dem bereits beschriebenen Saitenschnarren kommt. Schade, dafür gibt es einen Punktabzug. Das Ganze sieht nach einer individuellen Befindlichkeit unsere Test-Ukulele aus, sodass andere Manoa Maui-Ukulelen nicht davon betroffen sein sollten.

Das Roadie Modell schmiegt sich sehr gut an den Körper an. Der flache Boden bietet dabei viel Kontrolle und dank des Cutaways erreichen wir beim Solo-Spiel bequem auch die höheren Lagen. Die niedrige Saitenlage und die gut gearbeiteten Sattelkerben sorgen für eine gute Intonation und ein bequemes Spiel für die Greifhand. Lediglich auf der C-Saite ist die Intonation ab dem fünften Bund merklich zu hoch. Ich bin persönlich kein großer Fan von lackierten Hälsen, fühle mich aber dank des griffigen C-Profils trotzdem sehr wohl. Der Hals ist schön gerade und harte Strummings verführen das Instrument nicht zum Schnarren. Jeder Ton auf dem Griffbrett klingt sauber aus, selbst in den obersten Lagen. Wie bei einer Tenorukulele üblich hat auch das Manoa Roadie Modell eine Mensur von 43 cm und eine Sattelbreite von 35 mm. Die Rundung an der Griffbrettkante liegt sehr gut in der Hand. Der erste Griff bestätigt, dass die Bespielbarkeit gerade für Gitarristen super ist, der Hals erinnert stark an eine Les Paul, bloß eben etwas kleiner.

Tonabnehmersystem

Das von VGS Guitars entwickelte Tonabnehmersystem hat einen Bass- und einen Höhenregler, mit denen die jeweiligen Frequenzen um 12 db angehoben oder abgesenkt werden können und oberhalb des Lautstärkereglers befindet sich ein Stimmgerät, das ein Schalter bei Bedarf aktiviert. Die Vorverstärkereinheit, die für den Spieler gut sichtbar in der Zarge eingelassen ist, beinhaltet auch das Batteriefach für die beiden Knopfzellen. Und als kleines technisches Schmankerl wird das Ganze durch einer Batteriestandsanzeige ergänzt.

Das ganze Tonabnehmersystem ist wie geschaffen für die optimale Kontrolle des eigenen Sounds auf der Bühne. Klanglich überzeugt es auf ganzer Linie. Bei den Soundbeispielen sind sowohl Bass- als auch Höhenregler auf Nullstellung. Der Klang ist recht dicht und füllig, zwar deutlich anders als unverstärkt gespielt, aber mit dem Ausgangssignal kann man über PA-Anlage oder Akustikverstärker super arbeiten. Die Regler gestatten es zudem, den Klang sehr variabel und individuell zu gestalten.

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