Test
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16.01.2019

Mackie DL32S Test

32-Kanal Wirelss Digital Live Sound Mixer

Wenn´s mehr sein darf...

Wer hätte schon vor zehn Jahren prophezeit, dass das nächste große Ding bei den Kompaktmixern eine rechteckige Kiste ist, bestückt lediglich mit Ein- und Ausgängen und bedient über einen Tablet-Rechner? Wohl die wenigsten. Und dennoch brachte Mackie im Jahre 2012 den DL1608 auf den Markt. Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen ... und zwar via W-LAN und mit einem iPad in der Hand. Seitdem ist die Entwicklung nicht stehen geblieben. Zahlreiche Mitbewerber haben sich an ihrer Version eines Tablet-Mixers versucht.

Aber jetzt sind wieder die Pioniere von Mackie am Zug, um die Messlatte für alle Anbieter nochmals höherzulegen. Dass es die Firma mit dem „Running Man“-Logo durchaus ernst meint mit der Pole Position, erkennt man schon beim ersten Blick auf den DL32S. 32 Eingänge, 10 Ausgänge und eine 32in/32out-USB-Audioschnittstelle – das ist ein starkes Statement. Zeit, sich den Kandidaten genauer anzusehen.

Details

Plastik ist nicht gut für die Umwelt. Vielleicht ein Grund, warum Mackie dem DL32S einen massiven Panzer aus Metall verpasst hat. Vielleicht der erste kugelsichere Kompaktmixer in seiner Klasse, wer weiß? Der Mixer ist stolze vier Kilogramm schwer, lässt sich aber durch den angebrachten Metallgriff gut handhaben. Die Ecken sind mit Gummi überzogen und auf der rechten Gehäuseseite finden wir einen Netzschalter nebst Kaltgerätebuchse. Klasse, kein lästiges Wandwarzen-Netzteil.

Alles Weitere findet sich auf der Gehäuseoberseite. Dort warten insgesamt 32 Eingänge auf passende Signale. Die erstellten Mixe lassen sich über zehn XLR-Buchsen wieder ausspielen. Für diskrete Abhöreinsätze bietet der DL32S einen Kopfhörerausgang samt Volume-Poti.

Die restliche Ausstattung steht im Zeichen der digitalen Revolution. Eine Antenne stellt die Außeneinheit des verbauten W-LAN-Moduls dar, während eine Netzwerkbuchse im RJ45-Format alternativ auch den Anschluss eines externen Routers erlaubt. Für den professionellen Import & Export von Audiodateien steht eine USB-Buchse bereit, welche das integrierte USB-2.0-Audiointerface repräsentiert.

So viel zur Mixer-Hardware. Mit im Karton befinden sich neben einem gedrucktem Quickstart Guide noch ein Kaltgerätkabel und zwei Rackwinkel, um den DL32S bei Bedarf in ein 19“-Rack umzusiedeln. 

Erstkontakt

Um sich mit dem DL32S zu verbinden, benötigt man die die App "Masterfader", welche für Android und iOS erhältlich ist. Wer ein älteres iPad besitzt, der könnte mit der Installation von Masterfader 5 ein Problem bekommen, da diese zwingend iOS 11 erfordert. Ein iPad 4 ist somit nicht mehr kompatibel. Der Autor testet Masterfader 5 mit einem iPad Air2. Die Installation ist schnell vollzogen.

Als nächstes schalte ich den Mixer ein, und das eingebaute W-LAN-Modul bequemt sich nach einiger Zeit als Verbindungsoption mit dem Namen „Mackie DL32S“ in den Einstellungen meines iPads zu erscheinen. Ich drücke auf „Verbinden“, worauf das iPad nach dem passenden WiFi-Passwort fragt. Gut, dass dieses auf der Geräteseite des Mixers aufgedruckt ist. Natürlich lässt sich das Passwort in den W-LAN-Einstellungen in der Masterfader-App nachträglich ändern. Doch bevor wir mit der App spielen können, weist uns Masterfader 5 nach dem ersten Start darauf hin, dass eine neue Firmware zur Verfügung steht und fragt, ob wir nicht auf die neueste Version updaten möchte.

Klar möchte ich, und tippe entschlossen auf den Update-Button. Während des Updates geschieht lange nichts, dachte ich jedenfalls. Fakt ist, nachdem die Firmware in der Hardware validiert ist, bootet das DL32S neu.

Masterfader 5

Der Meister Eder ... äh Masterfader 5 sieht verblüffend ähnlich wie sein Vorgänger aus. Warum auch nicht? Immerhin ist die Masterfader-App eine Mackie-Erfolgsgeschichte. Die App gilt als einfach zu verstehen und gut zu bedienen. Ob das bei der Vielzahl der Eingänge des Kandidaten ebenfalls so ist? Immerhin kann die 5er-Version die Szenen aus der Vorgängerversion laden und verarbeiten, das spart Zeit. Was die EQ- und Dynamic-Sektion der einzelnen Kanäle betrifft, hat sich von der Optik und den Features kaum etwas verändert. Die Neuerungen liegen eher im Detail, wie eine ausgewachsene „Copy & Paste“-Funktion, mit der sich ganze Kanäle oder Mixen kopieren lassen. Eine deutliche Workflow-Beschleunigung. 

Neu im Angebot sind die vier Effekteinheiten, die überarbeitete Hall-, Delay- und Modulationseffekte bieten sollen. Ein großes Update erhielt zudem die Overview-Ansicht, die in Masterfader 4 kaum mehr als eine statische Signalanzeige darstellte. In Masterfader 5 lädt die Overview-Seite dazu ein, mixtechnische Allmachtsfantasien auszuleben.

Neben der Pegelanzeige für alle Ein- und Ausgänge, lassen sich nun die Mini-Fader tatsächlich auch zum Mixen nutzten. Sogar Monitormixe können auf dieser Seite erstellt werden. Wenn es mal schnell gehen muss, dann ist die Übersichtsseite dein bester Freund. Auf den ersten Blick scheint alles Weitere vertraut, neue Elemente und Funktion wurden behutsam in die bestehende Masterfader-Welt eingebettet. Im Praxisteil werden wir genauer betrachten, wie Masterfader 5 sich bei der eigentlichen Mixarbeit verhält, aber zunächst müssen wir über die USB-Schnittstelle sprechen.

Das Audio-Interface

Klar, wer in 2018 einen Digitalmixer mit 32 Eingängen auf den Markt bringt, der darf sich darauf einstellen, dass die Anwender alle 32 Kanäle als Einzelspuren in einer DAW aufzeichnen möchten. Mackie schockt das nicht weiter und spendiert dem Kandidaten kurzerhand ein 32-in/32-out-USB-Interface. Selbiges ist direkt unter Core Audio lauffähig und benötigt keinen dedizierten Mac-Treiber. Windows-User benötigen dagegen einen Rechner mit Windows 10 und einen ASIO-Treiber, der sich auf der Mackie-Website kostenlos herunterladen lässt. Die Installation ist selbsterklärend und gestaltet sich an unserem Testrechner (Lenovo T430 Laptop, Windows 10 Pro, i5, 8GB RAM) als problemlos. 

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