Gitarre Hersteller_Lunastone
Test
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20.09.2019

Praxis

Für einen ersten Soundcheck hängt das Pedal vor einem völlig clean eingestellten Amp. Wie erwartet, fällt die Bedienung des Lunastone Delays wirklich kinderleicht aus. Gut gefällt mir, dass das Time-Poti über eine dezente und feine Rasterung verfügt, sodass man beim Anwählen des Delay-Tempos auch schnell wieder zu einer kürzlich getätigten Einstellung zurückfindet. Klanglich präsentiert es sich als sauberes und neutrales Delay, das aber keinesfalls steril wirkt, sondern absolut rund klingt und dabei äußerst nebengeräuscharm arbeitet. Wer auf der Suche nach speziellen Delay-Sounds ist, die beispielsweise im Ausklang modulieren, wird hier nicht fündig. Das ist aber keinesfalls als Kritik zu verstehen, da dies auch nicht der Intention des Herstellers entspricht.

Im ersten Audiobeispiel steht das Mix-Poti ungefähr auf 10 Uhr, die Dynamic-Funktion des Pedals bleibt vorerst deaktiviert. Wir hören das Pedal erst im True Bypass, in der zweiten Hälfte des Beispiels aktiviere ich das Delay.

Das Lunastone Dynamic Delay verfügt über ein großes Spektrum an Delay-Tempi und kann daher praktisch alle Brot-und-Butter-Delay-Sounds liefern. Um dies zu verdeutlichen, habe ich euch zwei Praxisbeispiele aufgenommen.
Im ersten hören wir das Pedal in einem typischen Slapback-Setting vor einem leicht angefahrenen Amp im Zusammenspiel mit meiner Telecaster. Im zweiten Beispiel hängt das Pedal hinter einem Overdrive-Pedal und sorgt für eine angenehme räumliche Note.

Im zweiten Praxisbeispiel war das Dynamic-Feature schon aktiviert. Wie in der Detailbeschreibung erwähnt, hat der Hersteller seinem Pedal hier einen zusätzlichen Kompressor spendiert, der auf das Delay-Signal zugreift und nur in seiner Intensität geregelt werden kann. In der Praxis bedeutet dies, dass man beispielsweise kurze Noten mit sehr hörbaren Delay-Wiederholungen spielen kann, bei intensiverem Spiel mit vielen Noten einem gleichzeitig aber das Delay nicht förmlich um die Ohren fliegt. Viele von euch kennen bestimmt die Situationen, in denen man ein Delay sehr breit und groß für softe Sounds einsetzt. Sobald man sein Spiel aber steigern möchte, muss man normalerweise entweder auf ein anderes Setting bzw. Pedal umschalten oder die Einstellung am Pedal ändern. Ein Problem, das man mit dem Dynamic Delay erfreulicherweise problemlos in den Griff bekommt.

Im folgenden Beispiel ist das Dynamic-Poti zunächst deaktiviert. Anschließend drehe ich es auf 12 Uhr und dann komplett auf. Ich spiele dabei in jeder Einstellung die gleiche Phrase.

Wie man gut hören kann, wirkt sich die Funktion auf die soft gespielten Akkorde zu Beginn der Phrase praktisch garnicht aus. Mit deaktivierter Dynamik-Funktion wird das Delay am Ende der Phrase allerdings zu offensiv. Nutzt man dagegen die Dynamik-Funktion, lassen sich offensiv gespielten Töne je nach Geschmack schön herausarbeiten, ohne vom Delay überdeckt zu werden.
Natürlich muss man in diesem Zusammenhang auch das Mix Poti mit in den Blick nehmen. Ist das Delay beispielsweise schon sehr stark hinzugemischt, wirkt sich dies natürlich auch auf die Dynamik-Option aus.
Ansonsten kann man das Dynamic-Poti im Zusammenspiel mit einem cleanen Signal ruhig etwas beherzter in Angriff nehmen. Die 12 Uhr Einstellung könnte ich mir beispielsweise als "always on" für die meisten Situationen vorstellen.
Fährt man das Delay dagegen schon mit einem verzerrten Sound mit mehr Pegel an, lohnt es sich auch, mit Einstellungen schon vor der 12-Uhr-Marke zu experimentieren, da das Pedal ansonsten bei weichem Anschlag nicht mehr so feinfühlig reagiert. In höheren Einstellungen wird dann die Schwell-Phase des Kompressors gelegentlich auch ein klein wenig hörbar, was mich persönlich aber nicht stört. Hinter einem Overdrive-Pedal können die Delays für kurze akzentuierte Noten in jedem Fall schön herausgearbeitet und bei solistischen Ausflügen mit vielen Noten zurückgestellt werden. Auch dazu sollen zwei abschließende Beispiele nicht fehlen.

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