Test
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31.05.2017

Praxis

Dem erfolgreichen Einsatz einer Funkstrecke geht immer der Abgleich von Sende- und Empfangsfrequenz voraus. Dies funktioniert beim U508 mithilfe einer Sync-Funktion, die die Einstellung des Empfängers via Infrarotdiode zum Sender übermittelt. Zuvor ist es sinnvoll nachzuschauen, welche Frequenzen eventuell schon belegt sind. Dies erledigt der Auto-Scan. Rund 30 Sekunden dauert es, bis der Empfänger die Bereiche 823 bis 832 MHz und 863 bis 865 MHz überprüft und eine Frequenz festgelegt hat.

Um diese Messung nicht zu stören, darf der zugehörige Sender noch nicht arbeiten. Erst dann schalte ich diesen ein, betätige am Empfänger IR Sync und halte den Sender unmittelbar davor, sodass Infrarotdiode und -sensor Kontakt aufnehmen können. Eine Sekunde später ist der Abgleich beendet und das System betriebsbereit. Weitere Funkstrecken werden auf die gleiche Weise synchronisiert. Bereits abgeglichene Sender bleiben dabei eingeschaltet, damit die noch zu justierenden Empfänger deren Frequenzen beim Scannen als belegt registrieren können.

Um den Empfänger U508 R optimal an meinen Gitarrenverstärker anzupassen, wähle ich zum Anschluss die Klinkenbuchse und bringe den zugehörigen Schalter in die Instrument-Stellung. Trotzdem ist die Funkstrecke zunächst deutlich lauter als die direkte Kabelverbindung. Weil zum reduziere ich am Empfänger den Audiopegel sukzessive, bis beide Wege gleichlaut ertönen. Bis auf einen geringfügig erhöhten, in der Praxis aber nicht weiter störenden Rauschpegel gibt es nun keine Klangunterschiede zwischen Funk und Kabel.

Die Gitarre klingt so, wie sie am Kabel klingt. Kompressionspumpen oder sonstige störende Artefakte sind nicht auszumachen. Erst beim Überprüfen der Audiofiles für diesen Tests unter Verwendung von Studiomonitoren stellt sich heraus, dass die Funkstrecke das Signal in den unteren Mitten leicht verschlankt und die Höhen etwas betont. Die Gitarre klingt drahtlos also etwas frischer und knackiger. Auf der Bühne, über Verstärker gespielt, fallen diese Unterschiede kaum ins Gewicht.

Um das Rauschverhalten einer Funkstrecke zu optimieren, sollte man den Sender ordentlich aussteuern, Verzerrungen allerdings vermeiden. Mit Gain auf 0 dB, also ohne Vordämpfung, schafft das meine Telecaster problemlos. Bei aktiven Tonabnehmern von E-Bässen ist dagegen Vorsicht geboten. Hier liegen die Pegel üblicherweise höher, und hart angeschlagene oder gar geslappte Basssaiten liefern weitaus heftigere Pegelspitzen.

Auch mit dem E-Bass schlägt sich das U508-Set wacker. Typische Probleme wie ein zu hoch angesetzter Low-Cut, der z. B. die H-Saite von Fünfsaiter-Bässen beschneidet, sind beim Test nicht festzustellen. Die Übertragung funktioniert tadellos. Bei einer minimalen Sendeleistung von zwei Milliwatt ergeben sich Batterielaufzeiten von über zehn Stunden.

Zwei Milliwatt erscheinen auf den ersten Blick recht wenig, reichen aber völlig aus, wenn der Empfänger in unmittelbarer Nähe des Musikanten steht und von keinerlei Hindernis verdeckt ist. Höhere Sendeleistungen sind nur bei größeren Distanzen erforderlich und im Nahbereich häufig kontraproduktiv, weil sie die Antenneneingänge des Empfängers übersteuern und Verzerrungen erzeugen können.

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