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Test
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02.02.2015

Korg SDD-3000 Pedal Test

Echo-Effektpedal

Delay-Klassiker am Boden

Das Korg SDD-3000 im bonedo-Test  -  Jeder, der schon einmal der Musik von U2 und ganz besonders der Gitarre von The Edge gelauscht hat, der hat auch ein Korg SDD-3000 wahrgenommen, das typische Delay, das dabei mitgeholfen hat, den eben genannten Musiker mit seinen tollen Riffs und Songs zur Legende zu machen. Das Original, das es nur als 19“ Einheit gab und das 1982 vorgestellt wurde, war und ist nach wie vor eines der “Go-To“-Delays im Studio. Dummerweise wird es schon sehr lange nicht mehr produziert.

Aber nun lässt Korg das legendäre Gerät in Pedalform wieder aufleben - und zwar mit einer Emulation der Originalschaltung und einigen zusätzlichen Gimmicks, die Anfang der Achtziger Jahre technisch noch nicht möglich waren. Danke, Korg!

Details

Optik/ Verarbeitung

Das SDD-3000 Pedal ist ein echter Brecher - ganze 1,5 kg bringt es auf die Waage und mit 260 x 170 x 77 mm ist es wahrlich auch unübersehbar. Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall und macht einen extrem robusten und roadtauglichen Eindruck, denn ein echter Nachteil des Originaldelays im Rack-Outfit war und ist neben dessen Format - zumindest für Gitarristen - die etwas umständliche Bedienung. Ich bin gespannt, wie Korg dieses Manko in den Griff bekommen hat. Da es den Rahmen dieses Test sprengen würde, auf jedes noch so kleine Detail einzugehen, werde ich mich auf die grundlegenden Einstellmöglichkeiten beschränken. Für alle, die es ganz genau wissen wollen, steht die Bedienungsanleitung auf der Korg-Homepage zum Download bereit. Offensichtlich hat das Pedal genügend Potis, Schalter und  Displays zum Einstellen zu bieten. Die Regler, die sich allesamt im oberen Teil des Pedals tummeln, werden dabei von einem Metallbügel vor versehentlichen Tritten geschützt, eine nützliche Maßnahme, denn trotz seiner Abmessungen handelt es sich bei unserem Testkandidaten immerhin um einen Bodentreter. 

Speicherplatz und Parameter

Presets lassen sich in insgesamt 80 Programmen abspeichern, die dann in 40 Bänken mit je 2 Kanälen organisiert sind. Aufgerufen werden die Speicherplätze komfortabel per Fuß, wozu ein Tap/Bank Down Schalter bereitsteht, mit dem auch die Delay Zeit „getapt“ werden kann. Ein weiterer Fußschalter kümmert sich um die Funktion Bank-Up, und übrigen beiden wählen die Bänke A und B. Parameter wie Delay Typ, Delayzeit, Regeneration, Modulation, Effekt-Balance, Ducking, MIDI und viele andere lassen sich anpassen und einstellen.

Alles eine Frage des Pegels

Für die Anpassung der Eingangsempfindlichkeit an das angeschlossene Instrument steht ein Input-Attenuator-Schalter oben links zur Verfügung. Da das Delay nicht nur für Gitarristen interessant ist, stehen hier drei Eingangswerte zur Wahl:

  • -30 dB:  Instrumente mit geringem Ausgangspegel wie z.B. Gitarren mit Singlecoils
  • -10 dB: E-Gitarren mit Humbuckern, Synthesizer und andere Audiogeräte
  • +4 dB: PA-Mischpulte und sonstige professionelle Audiogeräte

Zur Feinabstimmung wird der Input Level-Regler verwendet. Für die optische Kontrolle des Pegels hat Korg außerdem eine luxuriöse sechsstufige Headroom-Anzeige integriert.

Displays und Delay-Parameter

Das Programm-Display zeigt die Bank- und Kanalnummer an, gespeichert wird dabei mit der Write- und abgebrochen mit der Exit-Taste. Die Delayzeit und diverse weitere Parameter werden auf dem Time/Value-Display angezeigt. Zum Einstellen steht an vorderster Front der Delay Time Regler bereit, der für die Echozeit zuständig ist. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass das SDD-3000 Delayzeiten von 1- 4000 msec liefert. Bei aktivierter „R Time Taste“ leuchtet eine LED auf und die Delayzeit des rechten Kanals lässt sich separat einstellen. Mit der Fine Taste wird die Delayzeit zusätzlich zwischen -50 msec und +50msec feinjustiert.

Das SDD-3000 bietet eine ganze Reihe verschiedener Delay-Typen, die ich euch hier in einer kleinen Auflistung präsentieren möchte und die mit der Select-Taste aufgerufen werden:

  • SDD 3000: Der legendäre Delay-Sound des Originalgerätes
  • ANALOG: Die Emulation eines Analogdelays mit Eimerkettenschaltung (BBD)
  • TAPE: Simulation der Verzerrungen und Laufzeitschwankungen eines Bandechos
  • Modern: Ein sauberes, nicht färbendes Delay
  • KOSMIC: Fügt dem Hall Tonhöhenverschiebungen hinzu
  • Reverse: Die Delay-Wiederholungen werden umgekehrt wiedergegeben
  • Pitch: Ein Pitch-Shifter ist vor das Delay geschaltet

Mit der L/C/R (Left/Center/Right)-Taste kann ein Multitap-Delay erzeugt werden, wobei dieses mit  Regeneration in Verbindung steht. Mit dem Feedback-Regler wird dabei die Anzahl der Wiederholungen eingestellt. Die INV-Taste kehrt die Phase des Delayklangs um, die Filter-Taste verändert die Klangqualität des Delays. Wiederholungen werden in den Höhen bedämpft und erzeugen so einen Vintage-Delaysound. Zur Auswahl stehen im Low-Bereich 125, 250 und 500Hz, bei High lassen sich 2, 4 und 8 kHz anwählen. Ein weiteres, sehr wichtiges Feld ist die Modulation. Hier stellt das Gerät mehrere Wellenformen zur Verfügung, mit denen die Delays verändert bzw. moduliert werden können. Befindet sich der Waveform-Regler in einer Stellung zwischen zwei Wellenformen, wird eine Kombination aus den beiden erzeugt. Zur Auswahl stehen:

  • Sinus: ideal für Chorus, Vibrato und Flanger.
  • Sägezahn: wie Sinus.
  • Rechteck: Hier kann beispielsweise eine Wiederholung in unterschiedlichen Tonhöhen erzeugt werden.
  • RND: RND steht für “Random“, also Zufall, und verändert die Delayzeit unregelmäßig. Diese Funktion eignet sich für die Emulation von Gleichlaufschwankungen eines Bandechos.
  • ENV: Die Abkürzung steht für „Envelope“  und verändert die Lautstärke des am Eingang anliegenden Signals mithilfe der Delayzeit. Parameter, die man benötigt, will man den Doppler-Effekt erzeugen.

Ein wichtiges Poti in diesem Zusammenhang ist auch der Intensity-Regler, der das Ausmaß der Modulation regelt.  Bei Pitch- und Kosmic-Delays bestimmt er auch die Tonhöhenverschiebung.

Mixing und Ausgangssteuerung

Der Balance Regler bestimmt die Lautstärke des Effekts im Verhältnis zum Originalsound. Wie beim Eingang besitzt das SDD 3000 auch am Ausgang mit dem Output-Attenuator die Möglichkeit, das Signal mit -20dB, -10dB oder +4dB an die nachfolgenden Geräte abzupassen. Außerdem ist eine Ducking-Einheit am Start, sodass in Spielpausen das Delay lauter wird, sich aber während des durchgängigen Spiels unterordnet. Wie stark das geschehen soll, lässt sich einstellen, wobei es dafür keinen dedizierten Regler gib. Dies wird durch das gleichzeitige Halten von MIDI/SYS und dem Einstellen des Intensity-Reglers erreicht. Wird das Delay übrigens länger als vier Stunden nicht verwendet, schaltet es sich automatisch in einen Ruhezustand, was an sich eine super Idee ist. Wer allerdings eine größere Pause zum Beispiel zwischen Soundcheck und Gig hat, sollte nicht vergessen, das Gerät wieder einzuschalten, bevor es ernst wird.

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Hier stehen ganz traditionell zwei MIDI-Buchsen zur Verfügung, namentlich IN und OUT/TROUGH, sowie der Anschluss für ein Control-Pedal. Mit dem Signal geht es entweder mono oder stereo in das Gerät hinein und auch wieder hinaus, wobei die linke Buchse der beiden Anschlüsse jeweils für den Mono-Betrieb verwendet werden sollte. Strom baucht das Pedal natürlich auch, weshalb Korg erfreulicherweise ein 9-Volt-Netzteil beilegt. Wer hier ein Batteriefach sucht, wird allerdings enttäuscht, denn das Pedal läuft nur mit Strom aus der Dose. Sicherlich ist dies auch ein Tribut an den Energiehunger des Gerätes. Und was die Bedienbarkeit anbelangt, hat es Korg tatsächlich wahr gemacht: Alle wirklich wichtigen Parameter lassen sich mit einem Blick überprüfen und vor allem auch mit einem Griff unkompliziert verändern! Ein klarer Vorteil gegenüber dem legendären Vorbild. Wie sich das Ganze nun in den Praxis gestaltet, zeigt euch das nächste Kapitel.

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